24h Stunden Schwimmen 22.11.2008

von Bertram Teschner

Manchmal muss man etwas Neues ausprobieren, um festzustellen, dass man mit dem bewährten eigentlich viel mehr Spaß hat. Unter diesem Motto sollte die Teilnahme am 24 Stunden Schwimmen für mich stehen.

Doch worum geht es: Alljährlich veranstalten die Berliner Wasserratten im Paracelsusbad in Reinickendorf ein 24 Stunden Schwimmen. Dieses Jahr fand die Veranstaltung am Samstag den 22.11. 17 Uhr bis Sonntag 17 Uhr statt. Die Regeln sind vergleichsweise einfach. Wer innerhalb dieses Zeitraums am Eingang die 6 EUR Deckungsbeitrag entrichtet und sich anschließend auf einer der Bahnen als Schwimmer registriert, kommt in die Wertung. Ab dann hat er bis zum Ende der Veranstaltung Zeit so viele Bahnen zu schwimmen wie er kann/möchte, wer also rechtzeitig da war maximal 24 Stunden. Dabei stehen am Beckenrand fleißige Helfer und registrieren mehr oder weniger gut die geschwommenen Bahnen. Am Ende hat der gewonnen, der die meisten Kilometer absolviert hat.

Nun muss man allerdings wissen, dass das Paracelsus Bad nur mit fünf 25m Bahnen ausgestattet ist, auf denen die rund 350 Teilnehmer untergebracht werden mussten. Natürlich waren nicht alle gleichzeitig da, aber man war z. T. trotzdem mit zehn und mehr Schwimmern auf einer Bahn. Je nachdem was man für Mitschwimmer hatte konnte es also ziemlich unbequem werden.

Nun zum Wettkampf. Neben mir hatten sich auch Carola, Nana, Christopher, Micha Noll, und Alex dazu entschlossen teilzunehmen. Jeder natürlich mit seiner eigenen Zielstellung. Ich persönlich hatte mir vorgenommen meine bislang längste Einheit von 5.400m zu überbieten und einmal Erfahrungen über wirklich lange Strecken zu sammeln. Je nachdem wie es laufen würde hatte ich mir zwischen 10 und 15km vorgenommen (ohne von den 25m Bahnen zu wissen).

Nach dem ersten Schreck über die kurzen Bahnen und das trübe Ozon-Wasser wollte ich jedoch nicht von meinem Ziel abrücken. Als ich auf der mir zugeteilten Bahn 4 die ersten 50m mehr oder weniger Slalom um die vielen Brustschwimmer geschwommen war, wurde ich glücklicher Weise auf die Mittelbahn umgelegt, auf der nur Kraulschwimmer einsortiert waren, eine große Erleichterung, die Nana und Micha Noll nicht zuteil wurde. Die beiden mussten sich gar mit der Randbahn Bahn 5 begnügen.

Nun ging es also darum Bahnen abzuspulen. Um nicht ganz verrückt zu werden beschloss ich gar nicht erst mit dem Zählen anzufangen, sondern mir alle 60 min meine Distanzen von meinem Zähler durchgeben zu lassen. So vergingen die ersten beiden Stunden und 6.600m recht schnell. Doch dann wurde es zunehmend schwerer die nötige Motivation zum Weiterschwimmen aufrecht zu erhalten. Natürlich wurden die Arme mit steigernder Distanz etwas schwerer, aber das sehr ruhige Schwimmtempo stellte eigentlich keine große Herausforderung dar. Vielmehr war es nervtötend, ständig um die vielen deutlich langsameren Schwimmer herumzuschwimmen, die nicht ansatzweise Rücksicht auf die schnelleren Schwimmer auf der Bahn nahmen. So schwamm ich also weiter bis zu km 11,1 (oder 3 Stunden 40) und dort war dann wirklich gut. Zum Glück warteten Nana und Christopher am Beckenrand mit einer Verabredung zu McDonalds. Ein Guter Grund zum Aufhören. Natürlich wäre es auch noch weiter gegangen, 20 Stunden wären noch Zeit gewesen, doch wirklich effizientes Schwimmen kann man das dann nicht mehr nennen und Spaß ist auch was anderes, außerdem war am nächsten morgen ja auch noch der Mannschaftshalbmarathon zu laufen.

Als ich dann aus dem Becken stieg, hatte auch Carola Ihr Soll von 8km erfüllt, nur Alex wollte noch seine vier Stunden voll machen (er hatte etwa drei Stunden später angefangen), die er dann doch noch auf 6 Stunden ausdehnte um sich mit 11,5km die Sisu-Krone zu sichern.

Hier die Ergebnisse:

 1. Markus Rosenkranz .. 47,00km
17. Alex................ 11,50km
18. Bertram............. 11,10km
31. Carola..............  8,00km
43. Christopher.........  5,55km
46. Nana................  5,10km
75. Micha Noll........... 3,05km 


© TriGe Sisu Berlin; 29.11.2008