Ironman 70.3 Dublin 9.8.2015

von Stephen Bode

Am Freitag bin ich mit meiner Familie zum Flug nach Dublin aufgebrochen, um am ersten 70.3 der Ironman Serie dort teilzunehmen. Flüge dorthin sind einfach und relativ günstig zu bekommen und der Transport des Rades verlief auch problemlos. Samstag war dann die übliche Tortur des Check in zu erledigen. Unterlagen abholen, Rad abgeben, Beutel aufhängen und Race briefing. Dadurch, dass das Schwimmen in einer Bucht 10 km von der Laufstrecke entfernt liegt, ist es schon ein ziemliches hin und her. Es gab Bustransfers, ich habe aber ein Taxi gewählt und das hat gut geklappt. Für den ganzen Prozess muss man aber schon den kompletten Samstag einplanen.

Sonntag Race day. Start der Profis war um 6:50 Uhr und dann in Wellen alle 10 Minuten. Ich war um 7:30 Uhr dran. Das Wetter an dem Tag war zur Abwechslung mal genau meins! 20 Grad leicht bewölkt und wenig Wind. Der Schwimmstart war ein Rolling Start. Das hatte ich bis jetzt auch noch nicht, hat aber sehr gut geklappt. Es wäre auch anders schwer möglich, da die Startbucht sehr schmal ist und nicht viel Platz lässt. Nachteil ist, das man sich so gar nicht einschwimmen konnte und dadurch "trocken" los ist. So kam es erst mal zu einem leichtem Schock: 14,8 Grad offizielle Wassertemperatur!

Nach 500 Metern wurden Hände und Füße schon ein wenig taub. Die Strecke ist eine Schleife, und man kommt auf der anderen Seite der Bucht im Ausstieg wieder raus. Leider haben sie sich auch bei der Strecke ziemlich vermessen. Am Ende waren es wohl ca. 2200-2300 Meter (Habe das Gefühl, bei mir machen sie das beim Schwimmen immer extra – ich hatte noch nie eine zu kurze Strecke). Ich bin dann im ersten Drittel meiner AK raus, war aber schon ein wenig enttäuscht. Also raus durch die Wechselzone (beide auf Rasen und sehr gut angelegt) und aufs Rad.

Man fährt nun von Dun Laoghaire durch Dublin nach Norden raus und auf einer 90 km Schleife wieder nach Dublin rein. Die Radstrecke hat nur 600 HM und ist klassisch wie man sich Irland/England vorstellt. Leichte Hügel, schön grün relativ schmale Straßen mit Hecken an den Seiten (zum Glück alles vollgesperrt). Sie ist alles in allem nicht sehr schwer, aber auch nicht sehr schnell. Leider ist fast der gesamte Belag sehr rau und huppelig. Fast noch schlimmer sind die Speed Bumps. Die sind in jedem Dorf und einmal habe ich bei einer langen Ortsdurchfahrt 15 in Folge gezählt. Auf dem Rad lief es bei mir aber alles in allem sehr gut und ich war schon zweiter meiner AK als es zum Laufen ging.

Die Laufstrecke entschädigt aber die Radstrecke. Sie ist im Phoenix Park, einem der größten Stadtparks der Welt mit Sportplätzen, Wäldern und sogar einem Zoo. Die Strecke sind 3 Runden á 7 km auf sehr breiten Wegen. Es ist alles komplett flach und asphaltiert. In der letzten Runde läuft man dann gerade zum Ziel weiter. Der Zuschauerzuspruch dort war sehr gut. Besonders der Lauf ging bei mir sehr rund, und ich konnte einen knappen 4er Schnitt über die gesamte Strecke halten. So bin ich zu meiner eigenen Überraschung Sieger meiner AK geworden und habe mir einen schönen IM Pokal abgeholt.

Alles in allem ist Dublin auf alle Fälle eine Reise wert, insbesondere wenn man den Wettkampf mit einem Urlaub verbindet. Die Iren waren alle sehr nett und freundlich. Wir hatten an den folgenden Tagen noch viel Spass in Dublin und Umgebung.


© TriGe Sisu Berlin; 16.8.2015