1. Triathlon Bundesliga und DM Elite Sprint in Grimma am 20.8.2017

von Dirk Bettge

Schwimmstart in der Mulde in Grimma

Mittlerweile sind 4 von 5 Wettkämpfen der diesjährigen Serie der 1. Bundesliga ausgetragen, als letztes der Wettkampf im Rahmen des Muldental-Triathlons im Grimma, der unseren Masters aus der Regionalliga und Sonja von Jugendwettkämpfen bekannt ist. Dieses Jahr wurde gleichzeitig auch die DM der Elite über die Sprintstrecke ausgetragen. Wie in den letzten beiden Jahren geht Sonja per Zweitstartrecht für die Damen-Mannschaft des TuS Neukölln ins Rennen, und wie immer ist es ein harter Kampf auch nur die Klasse zu halten. Zeit für ein kleines Resumée der laufenden Saison. Natürlich haben wir den TuS wieder medial unterstützt, daher ist hier ein Haufen Bilder und nicht zu vergessen Domenics Video.

Altstadt Grimma mit Rad/Lauf-Wechselzone
Die neuen Fluttore an der Mulde
Vorbereitungschaos
zur Startaufstellung

Wie jede Saison war es für TuS-Trainer Joachim Hergesell nicht einfach, ein konkurrenzfähiges Team zusammen zu stellen, wenn man nicht über einen professionellen Kader verfügt, sondern auf ambitionierte Amateure zurückgreift. Letztes Jahr wurde die Klasse relativ sicher gehalten, da mit Bianca Bogen vom LFV Oberholz ein aufstrebendes Talent gewonnen werden konnte, das im Laufe der Saison immer besser wurde. Diese ist zur neuen Saison zur TG Witten gewechselt und nähert sich der nationalen Spitze an. Dafür wurde mit Larissa Rexin eine ehemalige Schwimmerin gewonnen, die seit einiger Zeit Triathlon betreibt.

Schwimmstart
Schwimmen in die Kurve der Mulde
Schwimmausstieg

Schon beim ersten Rennen der neuen Saison im Kraichgau zeigte sich, dass die Leistungsdichte bei den Frauen weiter zugenommen hat: Gefühlt lief es gut, doch die Wertungsplätze 32, 38 und 45 (von 56 Starterinnen aus 14 Teams) ergaben in der Abrechung nur den letzten Tebellenplatz, da war die Freude über einen guten Wettkampf doch etwas gedämpft. Beim zweiten Rennen in Münster musste Sonja leider wegen Hexenschuss absagen, und Larissa wurde in einen Sturz verwickelt, so dass nur ein 37ster Platz als beste Einzelwertung heraus sprang. Trotzdem ergab die Tageswertung immerhin den 12. Platz, was die Situation in der Gesamtwertung nicht änderte.

Ausfahrt auf die Runde
Erste Passage auf der Landstraße

Zum dritten Start in Tübingen (in den Vorjahren immer schon der Saisonabschluss) war Sonjas Form noch fraglich, so dass sie nur zum Anfeuern mitfuhr und selbst nur den offenen Sprint bestritt – durchaus mit Erfolg. Dafür ging Nachwuchstalent Lara (Jahrgang 2001) erstmals an den Start, auch dies erfolgreich und vor allem vielversprechend. Die Plätze 25, 38 und 42 ergaben schon den 10. Tagesplatz. Doch auch dies reichte noch nicht, um sich vom Tabellenende zu lösen, da auch andere Teams wechselnde Erfolge haben.

Einbiegen der Spitzengruppen in den Prophetenberg
Spitzengruppe um Laura Lindemann am Berg
Verfolgergruppe am Berg

Nun zum eigentlichen Thema dieses Berichts – dem vierten Rennen in Grimma. Hier wurde dieses Jahr auch innerhalb des Ligarennens die Deutsche Meisterschaft der Elite und U23 ausgetragen, wobei hier die Heimatvereine ins Spiel kommen und auch Einzelstarter von ihren Landesverbänden gemeldet werden können. Geschwommen wird in der Mulde, die die Stadt in den letzten Jahren zweimal katastrophal überschwemmt hat, weswegen mittlerweile eine Flutmauer mit verschließbaren Fluttoren errichtet wurde. Wegen der Strömung des Flusses und der Kurve würde es von Vorteil sein, möglichst im Innenbogen gegen die Strömung zu schwimmen.

Gruppe mit den ersten beiden TuS-Damen
Gruppe mir den weiteren TuS-Damen
Tempoarbeit

Die Radstrecke bietet mit dem Prophetenberg ein kurzen aber harten Anstieg, zudem weitere Hügel auf der Landstraße und aus der Altstadt heraus – also etwas für gute Radfahrer. Die Laufstrecke wird über eine zweite Wechselzone am Rathaus erreicht und ist völlig flach, aber reich gepflastert.

1. Laufrunde in der Grimmaer Altstadt
2. Laufrunde
3. Laufrunde

Beim Aufreihen der Team an der Startlinie im Wasser kam es wie abzusehen – die letzten Teams hatten die billigen Plätze mitten in der Hauptströmung. Aber was hatte der Trainer gesagt? Ihr müsst nach links, ich sag's echt jedes Jahr! Larissa und Sonja setzten dies um, indem sie scheinbar als letzte des Feldes erstmal komplett rüberzogen – so wurde der Weg nach vorne frei. Sonja war nach zwei verpassten Rennen hochmotiviert und konnte Larissa folgen, stieg im hinteren Mittelfeld an Land und bekam zusammen mit Larissa im letzten Moment die große Gruppe im Mittelfeld mit etlichen schnellen Triathletinnen, es ging wieder mal um einzelne Sekunden.

Anja Knapp im Ziel (Platz 5, deutsche Vizemeisterin)
Sophia Saller im Ziel (Platz 7, dritte Deutsche)
Zieleinlauf
Zieleinlauf

Entsprechend zügig wurde gefahren, und Sonja, die durchaus zu den besseren Radfahrerinnen zählt, hatte ordentlich Mühe, der Zieharmonika nach den Kurven zu folgen, bis sich die Gruppe gefunden hatte. Die vielen Kurven und Hügel haben es in sich, außerdem begann auf der letzten Runde der Regen, so dass besonders die lange Abfahrt mit abschließender Kurve rutschig wurde, doch die Helfer bremsten energisch alle Gruppen rechtzeitig ein, so dass es hier keine Stürze gab.

Zieleinlauf
Zieleinlauf
Das TuS-Team im Ziel
Flower Ceremony

So ging es bei leichtem Regen auf die 4 Runden durch die Altstadt. Im Mittelfeld sind nur schnelle Frauen, so dass Sonja und Larissa alle Mühe hatten, ihre Positionen auch nur zu verteidigen. Den beiden Mädchen dahinter ging es ebenso, auch sie gaben alles und machten ein gutes Rennen. Die Wertungsplätze 22, 24 und 36 summierten sich zum 7. Tagesplatz, davon hatten wir nur geträumt! Der letzte Tabellenplatz wurde verlassen, aber da mal wieder die bisher langsameren Teams Punkte machten, stehen unsere Damen jetzt auf dem vorletzten Platz und haben im letzten Rennen in Binz auf Rügen am 9. September nur eine geringe Chance, noch weiter vorzurücken – aber wer weiß. Was das für 2018 bedeutet, wird man noch sehen.

Check-Out

Für Sonja war es jedenfalls ein erfolgreicher Tag, besser hätte es nicht laufen können. Wie knapp alles ist, sieht man daran, dass innerhalb ihrer Minute 12 Starterinnen das Ziel erreichten. Laura Lindemann, die für Potsdam das Rennen gewann und deutsche Meisterin wurde, war gerade 5 Minuten schneller, und 2 Minuten später waren praktisch alle im Ziel. Sonja wurde übrigens 10. der Deutschen Meisterschaft der U23 von 27 Starterinnen und 15. der DM Elite gesamt, das klingt doch nach was, herzlichen Glückwunsch!

Ergebnislisten gibt's hier.

 


© TriGe Sisu Berlin; 24.8.2017