Pfingstrennen am Bärwalder See 15.05.2016

von Denise Kottwitz

45:22 min – meine alte 10 Kilometer-Bestzeit. Ein paar Jahre Abstand vom zeitorientierten Wettkampfsport und die limitierte Teilnahme an 10 km-Läufen stammt diese Bestzeit nun schon aus dem Jahre 2009. Da ich im Februar beim Britzer Garten Lauf an der 46 Minuten Marke gekratzt habe wurde es nun endlich Zeit sich an der magischen 45 Minuten Grenze zu versuchen.

Ort des Geschehens sollte der Bärwalder See sein. Der Bärwalder See ist mit einer Größe von 13 km2 der größte See Sachsens, allerdings als geflutetes Tagebaurestloch noch keine 20 Jahre alt. Neben der typischen Vegetation einer Tagebaufolgelandschaft ist der besondere Reiz dieses Sees der Blick auf das Kraftwerk Boxberg.

Hier werden zu Pfingsten mehrere Läufe veranstaltet, unter anderem ein 5 oder 10 Kilometerlauf bis hin zum Halbmarathon. Wie für viele andere wurde die Erwartung auf ein schönes Pfingstwetter nicht erfüllt, aber es blieb trocken und zum Glück viel die Kleiderwahl auf ein Langarmshirt, denn die Temperaturen blieben hartnäckig im einstelligen Bereich.

Die Anreise wurde durch gute Ausschilderung leicht gemacht, und während die Halbmarathonis schon auf der Strecke waren fiel der Startschuss für uns 10 Kilometer-Läufer. Leider versagte ausgerechnet an diesem Tag meine GPS-Uhr ihren Dienst und ich musste mich auf die Kilometerschilder für meine Renneinteilung verlassen. Der Start glückte und mit 4:23 bei Kilometer eins ging es auf die Jagd, trotz ziemlich starken Windes und einiger zackiger Kurven gelang es mir den angepeilten Schnitt zu halten.

Nach Kilometer vier ging es vom asphaltierten Radweg ab auf einen Feldweg, der auch noch leicht ansteigend war. Zum Glück findet sich neben mir ein Läufer mit ähnlichem Tempo ein, und wir laufen mal neben und mal hintereinander. Die Durchgangszeiten sind grandios, immer 10-15 Sekunden unter der angepeilten Endzeit. Bei Kilometer acht zeigt die Uhr 10 Sekunden unter 36 Minuten, und ich bin mir sicher das Tagesziel zu erreichen. Zumal ich in der Euphorie noch etwas drauflegen kann, es geht wieder auf den asphaltierten Radweg.

Ich kann meinen Mitläufer abhängen, eine weitere Frau einholen und fast auf noch eine Läuferin aufschließen. Kilometer neun – 40:45 min, wie kann das sein? Entweder sind alle um mich herum eingebrochen und unbemerkt ich auch, oder der Abstand der Schilder ist falsch. Ich versuche alles was noch geht herauszuholen, ja schließe fast noch auf die Läuferin vor mir auf – die letzten Meter gehen sogar bergab: 45:05 Minuten. Sch...!

Kurz nach Zieleinlauf ärgere ich mich die magische Grenze nicht geknackt zu haben, dann bin ich aber glücklich über eine neue Bestzeit und dass das nächste Trainingsziel nun so nah liegt. Während ich die Siegerehrung abwarte, vor allem wegen der Steinmännchen die es hier anstatt Pokalen gibt, laufen die ersten Halbmarathonläufer ins Ziel: Kubisch, Petzold, Graff. Oho, hohe Triathlon Präsenz mit Maik Petzold, spricht für den Lauf, und ehrlich gesagt finde ich den Halbmarathon mit der Umrundung des Sees noch reizvoller als den 10 Kilometerlauf. Vielleicht im beim nächsten Mal.

Übrigens gibt es am 9. Juli ein Marathonschwimmen durch den See: 1,5 km, 4 km oder 7,5 km – hoffentlich bei besserem Wetter.


© TriGe Sisu Berlin; 18.5.2016