Pfingstrennen am Bärwalder See 20.5.2018

von Denise Kottwitz

Das Pfingstrennen am Bärwalder See fand diesjährig zum 10. Mal statt. Ich bin das dritte Mal in Folge beim Lauf am größten See von Sachsen dabei. Vor zwei Jahren bin ich die 10 Kilometerrunde zeitorientiert gelaufen, im letzten Jahr den Halbmarathon (der einmal um den See geht) in gemütlichem Trainingstempo. Eigentlich sollten die 45 Minuten zu knacken sein, Lauftrainer Hartmut traut mir sogar einen 4:20er Schnitt zu. Da ich aber nicht ausgeruht ins Training gehe, halte ich dieses Tempo für sehr ambitioniert, aber ich will es versuchen. Die Bedingungen sind leider alles andere als optimal: zu warm und sehr windig.

Schnell noch die Starter des Halbmarathons angefeuert, etwas eingelaufen und los geht's. Die ersten zwei Kilometer schaffe ich sogar die 4:20 zu halten, aber es geht leicht abschüssig – und wie ich später merken werde, gibt es guten Rückenwind. Dann geht es schattig durch ein Waldstück, aber leicht ansteigend. Muss die weiteren zwei Kilometer kämpfen, unter 4:30 zu halten. Dann geht es vom Asphalt auf breiten Feldweg: der veränderte Untergrund ist ok, aber der Wind pfeift ordentlich über das Feld. Ich kann mich leider nicht hinter einem anderen Läufer verstecken und muss ordentlich kämpfen. Den Läufern weiter vor mir geht es auch so, bis auf eine Ausnahme: ich werde doch noch überholt, hänge mich dran. Kann aber keinen Windschatten spüren. Verdammt, wo kommt der Wind nur her?

Endlich eine Kurve, etwas weniger Wind. Aber ich merke was ich an Kraft verloren habe. Ich kann auch an dem Läufer nicht dranbleiben, aber im Vergleich zu den anderen schlage ich mich gut. Ich komme sogar den beiden Frauen, die ich vor mir sehe, etwas näher. Dann endlich erreichen wir den Asphaltweg, der auch am Beginn gelaufen wurde. Ich schaffe das Tempo noch mal kurz anzuziehen, dann kommt der Wind mit voller Wucht von vorn. Laut Uhr müsste die 45 noch zu knacken sein, das beflügelt mich nur bedingt. Endlich erreiche ich die Ziellinie, 45:09 – sehr hart erlaufen.

Ich bin kurz unzufrieden, rekapituliere dann aber die Ermüdung durch das Training davor und die Uhr zeigt einen freundlichen 4:29er Schnitt (die Strecke soll etwa 100 Meter länger sein). Außerdem komme ich in der AK noch auf das Treppchen und ergattere so eines der beliebten Steinmännchenpokale.

Im Anschluss höre ich das Gerücht, dass die Veranstaltung aus Mangel an Nachwuchs eingestellt werden soll. Wäre wirklich schade, für den Lauf und auch für das Marathonschwimmen, was dieses Jahr am 14. Juli stattfinden soll.

 


© TriGe Sisu Berlin; 24.5.2018