Bericht Berlin-Triathlon XL 21.8.2011

von Dirk Bettge; Fotos: Sonja

Wetter: sonnig, 26 °C; Wasser 20 °C.

Die guten Nachrichten zuerst: Alle Sisus sind heil ins Ziel gekommen, keiner hat aufgegeben oder ist überfahren worden. Viele Triathleten hatten bei tollem Wetter einen tollen Wettkampf. Die neue Location am Müggelsee hat ihre Reize. Die Radstrecke ist sehr schnell, und die 5 km-Runde durch den Wald ist schattig, abwechslungsreich und gut zu laufen.

Alle positiven Dinge und die mehr oder weniger kleinen Unzulänglichkeiten (langwierige Schlangen beim Check-In, enge Wechselzone, haariger Landgang), die bei einem neuen Wettkampf an einem neuen Ort auftreten, geraten aber angesichts des Verkehrschaos, dass sich auf der Radstrecke zugetragen hat, völlig in den Hintergrund. Dass die Genehmigung der 30 km-Runde um den Müggelsee wackelt, darüber gab es lange schon Gerüchte. Wenige Tage vor dem Wettkampf wurde stattdessen ein 10 km-Wendepunktkurs angekündigt. Angesichts von über 600 Anmeldungen und praktisch gleichzeitigem Start der beiden Distanzen schwante uns nichts Gutes, zumal auch von Vollsperrung nicht mehr die Rede war. Offenbar gab es die in Berlin leider üblichen Probleme mit Genehmigungsbehörden und nicht fertig gestellten Baustellen. Offenbar gab es nicht einmal eine zeitweise Vollsperrung, darauf deuteten jedenfalls die vielen auswärtigen Kennzeichen der Autos hin. Ungefähr in der Mitte gab es eine Brückenbaustelle, so dass dort nur eine einzige Spur für beide Richtungen zur Verfügung stand. Diese Stelle war nach einiger Zeit für Autos praktisch unpassierbar, so dass auf beiden seiten lange Staus entstanden.

Ich selbst bin mit der Spitze des Sprints noch unter den allerersten gefahren und hatte vergleichsweise freie Bahn. Selbst für uns mussten Motorradfahrer der Polizei schon ganze Arbeit leisten, wir haben Autos überholt, sind an Autoschlangen vorbei gehuscht, im Kreisvekehr mal links mal rechts. Hinter uns kamen bereits große Gruppen, bei denen an die üblichen Windschattenabstände nicht mehr zu denken war. Die auf der Strecke befindlichen Kampfrichter hatten allein mit dem Verkehr genug zu tun. Die Passage der Brücke auf dem Rückweg – nicht mehr dran denken. Die Stimmung wurde mit zunehmender Renndauer der Mittelstrecke immer gereizter, weil viele Autofahrer an Ampeln und an der Brückenbaustelle festsaßen und nicht wegkamen bzw. weggelassen wurden. Brüllerei und Wortgefechte waren zahlreich, gewagte Fahrmanöver von Triathleten und Autofahrern ebenfalls. Harry wurde um ein Haar von einem Auto umgenietet, das aus Richtung Wechselzone auf die Rennstrecke einbog, das gibt's sogar auf Video, muss man aber nicht sehen.

Es tut mir weh, dies alles sagen zu müssen, denn die Idee, in den ungeraden Jahren ohne Berlin-Man eine Mittelstrecke in Berlin zu organisieren, ist gut und folgerichtig. Die vielen Teilnehmer, auch von auswärts, zeigen, dass die Triathleten diesen Wettkampf wünschen. Aber im Nachhinein wäre eine rechtzeitige Absage und sogar ein Abbruch des Rennens durch die Verkehrspolizei vertretbar, vielleicht vernünftiger gewesen. Natürlich – hinterher ist man immer schlauer, es ist leicht gesagt. Jetzt sind 2 Jahre Zeit, um das Konzept zu verbessern.

Sprint 0,75 S - 25 R - 5,2 L

Wie schon gesagt, war der Sprint naturgemäß eine schnelle Sache. Zu sechst waren wir auf dieser Strecke, wobei ich den Andreas noch gar nicht kenne. Der Schwimmstart kam für alle etwas überraschend, wir hatten uns noch gar nicht richtig zur Linie bewegt, aber offenbar sollten wir kurz vor der zweiten Runde der Mitteldistanz starten, also genau das Gegenteil von Entzerrung. Egal, ich war fast ganz vorne und kam gut weg. Der Weg zur zweiten Boje war genau in die Sonne, daher im Blindflug immer den anderen hinterher, immer eine akzeptable Lösung und einfacher als selber schauen. Zurück am Steg mussten die vom Berlin-Tri bereits bekannten Holzleitern erklommen werden. Über einen schmalen grünen Teppich auf dem Steg außerhalb des eigentlichen Anlegers ging's dann zurück an Land, ein ganzes Stück rauf zur Wechselzone und in meinem Fall ganz, ganz nach hinten bis in die letzte Ecke zu meinem Rad und die gut hundert Meter zurück zum Aufstieg. Auf der Zufahrt zur Straße war genug Zeit, in die Schuhe zu kommen.

Das Zeitfahren war einfach nur schnell, der Tacho (letztens neu eingemessen) zeigte zum Schluss einen guten 40er Schnitt an, somit habe ich ein erklärtes Lebensziel erreicht ;-) Nach ein paar Kilometern hatte sich ein kleines Grüppchen gebildet, in dem wir unter Einhaltung von glaubwürdigen Abständen ambitioniert rotierten, bin selten mit dermaßen viel Druck gefahren und habe mich so flach über den Auflieger gehängt. Offenbar waren danach einige ziemlich platt, denn ich konnte trotz (in diesem Umfeld) mäßiger Laufzeit noch 3 überholen, von hinten kam nichts mehr.

Die anderen Sisus kamen nach dem Schimmen alle innerhalb einer Minute wieder rein, und auch beim Radfahren gab es wohl fast ein Sisu-Grüppchen, das sich erst beim Laufen deutlich zerlegte.

257 Maenner und 77 Frauen im Ziel
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 Pl  m  w  Name,Vorname       Verein            AK  Pl  gesamt   swim       bike       s+b        run 
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  1   1    Jentsch, Steven    Triathlon Potsdam M20  1  1:10:49  10:40(  1) 41:15(  1) 51:55(  1) 18:54(  1)
  6   6    Bettge, Dirk       Sisu Berlin       M40  1  1:17:44  13:16( 16) 43:28(  4) 56:44(  9) 21:00( 22)
 40  40	   Rothe, Andre       Sisu Berlin       M45  5  1:25:26  16:26( 77) 47:25( 56) 63:51( 57) 21:35( 34)
 49  49    Rudolf, Kai-Dieter Sisu Berlin       M45  8  1:26:30  16:31( 80) 47:44( 65) 64:15( 63) 22:15( 46)
 87  83    Donner, Ralf       Sisu Berlin       M45 14  1:29:46  16:58( 96) 47:03( 45) 64:01( 59) 25:45(177)
108 102    Finze, Andreas     Sisu Berlin       M25 10  1:31:36  17:17(102) 47:10( 46) 64:27( 66) 27:09(232)
133 125    Tomaszewski, Radek Sisu Berlin       M30 24  1:33:19  16:19( 71) 50:37(138) 66:56(110) 26:23(211)
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Mittelstrecke 1,9 S - 75 R - 21 L

Auf der Mittelstrecke war alles länger (ach was!). Doppelt so viel Schwimmen, dreimal so viel Radfahren und viermal so viel Laufen. Die Radstrecke war eher kurz für eine Mittelstrecke, aber angesichts der Umstände war das gut so. Harry und Micha stiegen ganz vorne aus dem Wasser und kamen auch noch an 7 und 8 wieder von der Radstrecke. Für Ahmad war es die erste Mittelstrecke überhaupt. Susi erreichte dank gut eingestellter neuer Technik erstmals den 30er Schnitt auf der Mittelstrecke.

Beim Laufen zeigte sich dann doch, dass die Saison schon lang ist. So lief Stephen (ganz stark!) diesmal die beste Zeit, während sich Harry und Micha nach einiger Zeit echt quälen mussten. Auch Stuart hat einiges in den Knochen, ihm ging es nur wenig besser.

So liefen Harry und Micha den Halbmarathon unter gegenseitiger Unterstützung gemeinsam zu Ende, zum Schluss immer noch auf einem respektablen 14. Platz. Bis auf Stephen wurde es allen zum Schluss immer schwerer, aber alle haben durchgehalten! Wir wünschen dem Wettkampf und uns eine gemeinsame neue Chance in 2013!

233 Maenner und 30 Frauen im Ziel
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 Pl  m  w  Name,Vorname       Verein            AK  Pl  gesamt   swim       bike         s+b          run 
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 56     1  Klemm, Marina      TuS Neukölln      W35  1  4:30:27  34:34( 93) 2:13:35( 54) 2:48:09( 57) 1:42:18( 67)
174    11  Bettge, Susanne    Sisu Berlin       W45  3  5:06:04  38:59(175) 2:31:25(191) 3:10:24(194) 1:55:40(163)
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  1   1    Hintze-K., Stefan  gold-z-berlin.de  M30  1  3:48:17  25:53( 2 ) 1:57:55(  1) 2:23:48(  1) 1:24:29(  4)
 14  14    Noll, Michael      Sisu Berlin       M40  4  4:12:48  28:17( 6 ) 2:07:18( 14) 2:35:35(  8) 1:37:13( 38)
 14  14    Meissner, Harry    Sisu Berlin       M45  1  4:12:48  28:06( 4 ) 2:07:18( 15) 2:35:24(  7) 1:37:24( 39)
 26  26    Bode, Stephen      Sisu Berlin       M40  7  4:16:44  34:08( 84) 2:09:18( 22) 2:43:26( 36) 1:33:18( 26)
 35  35    Yule, Stuart       Sisu Berlin       M40  8  4:21:06  32:06( 41) 2:12:58( 46) 2:45:04( 42) 1:36:02( 34)
155 146    Zia, Ahmad         Sisu Berlin       M35 28  4:59:42  ---        ---          3:05:08(164) 1:54:34(154)
247 219    Buschick, Reiner   Sisu Berlin       M55  7  5:47:47  42:51(228) 2:40:30(223) 3:23:21(227) 2:24:26(248)
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© TriGe Sisu Berlin; 21.8.2011, 23.8.2011