Brandenburger Meisterschaft Einzelzeitfahren 4.5.2019

Sisu geht Zeitfahren

von Dirk Bettge

Eigentlich ist Einzelzeitfahren für Triathleten ein naheliegende Sache, trotzdem haben das die meisten von uns noch nie in Reinform getan, wir vier jedenfalls nicht. Dabei gibt es eine ganze Reihe regionale Zeitfahr-Events, zu denen auch nicht-Lizenzfahrer zugelassen sind, allerdings sind die entsprechenden Websites teils etwas spröde, was die Auffindbarkeit von konkreten Informationen betrifft. So traf es sich gut, dass Ingo manchmal mit den radfahrenden Sportfreunden südlich von Lichtenrade unterwegs ist. So kamen wir darauf, dass zwischen Brusendorf und der neuen Startbahn des Schönefelder Dauerpannenflughafens traditionell Zeit-gefahren wird, dieses Jahr wieder um Meisterehren des Brandenburgischen Landesverbands über eine Strecke von gut 18 Kilometern. Ausrichter ist der RSV 93 Königs Wusterhausen.

Der 4. Mai schien ein günstiger Zeitpunkt ohne Konflikte mit anderen Terminen zu sein, daher meldeten wir uns kurzentschlossen an (Ingo, Sonja, Domenic und ich). Ganz funktional wird online gemeldet und am Renntag einfach vor Ort bar gezahlt. Nachmeldungen gibt's nicht, dafür vorab die komplette Starterliste mit konkreten Startzeiten. Zu unserem Erstaunen standen am 1. Mai fast 500 Teilnehmer auf der Startliste, begonnen bei Mädchen und Jungen der U11 bis zur Elite und schließlich uns Jederleuten, die ohne Lizenz und als Berliner natürlich nicht an der Landesmeisterschaft teilnehmen können. Erster Start würde morgens um 9 Uhr sein, wir wären kurz nach 15 Uhr dran (!), dazwischen praktisch pausenlos Einzelstarts im Halbminuten- oder Minutentakt je nach Startklasse, das klingt mehr nach Großveranstaltung als gedacht.

Nach einigen warmen Tagen würde die Temperatur nicht über 10 Grad gehen, und der Wind ist in der Nähe des Flugfelds auf der weitgehend offenen Strecke der Feind Nummer eins der Zeitfahrer. Bei unserer Orientierungsrunde am 1. Mai blies der Wind jedenfalls sehr beeindruckend aus Nordwest. Am Renntag war er immerhin etwas leichter. Man einigte sich größtenteils auf kurze Hosen und lange Ärmel für den Wettkampf. Die befahreren Straßen sind komplett gesperrt, Zeitnahme geht über Startzeit und Zieleinfahrt durch eine Lichtschranke, gestartet wird stilecht mit mechanischer Startuhr und Handanzeige der Sekunden wie bei den Profis, dann geht's Vollgas auf die Strecke.

Sonja ging als erste von uns mit den Frauen ins Rennen, einige Minuten später folgte Domenic, ich eine weitere Minute später, dann Ingo. Ich war mir meiner Sache nicht ganz sicher – die Form stimmt eigentlich, aber vor einer Woche bin ich bei einem verunglückten Rad-Lauf-Wechsel heftig auf mein Rad gefallen und habe mit dem linken Knie den Rahmen zerbrochen (kein Witz). Die Kettenstrebe war durch und das Knie ziemlich lädiert, dazu ein Haufen Kleinigkeiten, an Laufen ist noch nicht wieder zu denken, aber Radfahren geht tatsächlich wieder. Jedenfalls hatte ich auf der langen Gegenwindgeraden am Flugfeld Domenic erwischt, und nach der ersten Wende schien es, als wenn Ingo nicht näher kommt. Dann mit Rückenwind den Hügel runter mit knapp 60 Sachen Richtung Osten und bis zur Kurve die 50 halten – dafür hat sich schon alles gelohnt!

Der 40er Schnitt ließ sich am Ende nicht ganz erreichen (was ich auch nicht wirklich erwartet hatte). Die schnellsten Elitefahrer waren mit knapp 48 km/h unterwegs, ein echter Klassenunterschied, auch dies wenig überraschend. Mehr überraschend war, dass Sonja als schnellste der Jederfrauen nicht nur fast an uns dran war, sondern Ingo und mich sogar knapp distanziert hat, ein familieninternes Novum. Bei den Elitefrauen wäre sie damit zweite geworden. Ingo verlor nur wenig und auch Domenic ist (ohne Zeitfahrmaschine) gut gefahren. Das hat definitiv Spaß gemacht und Lust auf mehr. Vielen Dank an die Ausrichter für die sehr gute Organisation!

Zeitfahren 18,8 km, ca. 80 Höhenmeter
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 Pl Name                  Verein                 Zeit     km/h
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Elite
  1 Amelie Kolweyh        BRC Zugvogel           27:11,3  41,7
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  1 Richard Banusch       LKT Team Brandenburg   23:33,4  47,9
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Jedermannwertung, 5 Frauen und 25 Männer
  1 Sonja Bettge          Sisu Berlin            28:31,9  39,5
  2 Heike Peter           Schöneberger RV Iduna  31:23,9  35,9
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  1 Rolf Berger           Team Diagnose Berlin   25:21,9  44,4
  9 Dirk Bettge           Sisu Berlin            28:33,2  39,5
 13 Ingo Hertzsch         Sisu Berlin            28:58,2  38,5
 19 Domenic Achterberg    Sisu Berlin            31:04,6  36,3
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Veranstalter-Website

 


© TriGe Sisu Berlin; 4.5.2019