Britzer Gartenlauf 2.3.2014

von Michael Vonderbank

Strecke: 10 km; Wetter: 9 °C, sonnig

Kaiserwetter am 25. Geburtstag des Britzer Gartenlaufs. Jörg, Sascha und ich hatten uns leider nicht verabredet und so traf ich nur Jörg vorher und hinterher mehr zufällig. Dafür ging mein Lehrerherz weit auf, als ich zwei meiner ehemaligen Schülerinnen begegnete, die ihre 13 und 14 Jahre alten Töchter begleiteten.

Zu Beginn der Veranstaltung liefen die unter 10jährigen über 1 km und die unter 16-jährigen über 3 km mit beeindruckenden Siegerzeiten (3:51 min bzw. 11:24 min). Für uns 508 Teilnehmer im Hauptlauf gab der dreifache Berliner Marathonsieger Ingo Sensburg pünktlich um 10:20 Uhr den Startschuss ab.

Schon vor der ersten Kurve konnte ich viel zu deutlich sehen, dass die besten jetzt schon 200 m Vorsprung hatten (mindestens). Die drei späteren zeitgleichen Sieger liefen dann auch eine 32er Zeit. Mit meiner Schulterverletzung fehlte ich nicht nur beim Schwimmtraining, sondern habe mich zusätzlich beim Laufen und Radfahren hängen lassen. Und nach einem frustrierenden Last-Minute-Tempotraining am Mittwoch hatte ich nur vage Hoffnungen auf eine Zeit unter 50 Minuten. Aber erstmal loslaufen und das Tempo finden. Nach 2 km war ich hinter Armin (sein Name stand groß und deutlich auf seinem roten Trikot) und hing mich an ihn dran. Später gesellte sich noch ein 60jähriger zu uns. Armin war bald hinter uns und wir beiden Senioren passten nicht nur vom Tempo her gut zusammen, sondern machten während der ersten der beiden Runden zwischendurch Smalltalk, während wir uns stetig weiter nach vorne schoben.

Die 5 km-Zeit von 23 Minuten machte mir ein bisschen Angst vor der zweiten Runde, aber der Abstand zu den vor uns laufenden wurde weiterhin geringer und von hinten kam auch niemand. Jetzt wäre ich gerne etwas langsamer gelaufen. Mit diesen defätistischen Gedanken kamen 8 km- und 9 km-Marke und es ging wider Erwarten immer noch. Dann nur noch das letzte Hügelchen hinauf und runter ins Ziel. Mein Begleiter setzte zum Endspurt an und entpuppte sich als ein wirklich netter Mensch: er wartete, als ich nicht hinterher kam. Mit 46:04 min kamen wir Seite an Seite ins Ziel. Für uns beide eine Zeit, mit der wir vor dem Start nicht gerechnet hatten. Beim abschließenden Teetrinken traf ich wieder Jörg (47:02 min), der mir erzählte, dass ich ihn überholt hatte. Gesehen habe ich ihn nicht – ein Grund mehr, dass wir die am Freitag bei der Mitgliedervollversammlung besprochenen Laufshirts anschaffen. Sascha wurde 18. in 36:25 min und gewann seine Altersklasse. Ich war heute immerhin der zweitschnellste Sisu, für den Gewinn der AK muss ich wohl doch noch ernsthafter trainieren, ich wurde Fünfter. Andererseits: Ute – meine Frau – fragt mich jedes Mal, wie viele 70jährige mich überholt hätten. Dieses Mal war es keiner – diese Blamage blieb mir erspart. Alle Ergebnisse: Website der Neuköllner Sportfreunde Leichtathletik. Die drei Bilder im Bericht sind mit anderen vielen schöne Fotos hier anzusehen.


© TriGe Sisu Berlin; 26.1.2014