Britzer Gartenlauf 28.2.2016

von Denise Kottwitz

Sonntagmorgen, 8.00 Uhr – total platt. Was habe ich gestern gemacht? Ach ja, fünf Uhr aufgestanden, in den Grunewald geradelt, Fahrradständer getragen, Kuchen geschnippelt, vier Stunden mit kalten Füßen im Wald fleißigen Athleten den Weg gewiesen, wieder nach Haus geradelt, einkaufen, Mittagsschlaf, kleines Läufchen, was gegessen, Wohnung geputzt, Gästebett für einen Übernachtungsgast vorbereitet, gekocht, auf einer Party gewesen – und in gut zwei Stunden soll ich an der Startlinie des Britzer Garten stehen. Na toll, Denise. Wieder mal eine Wettkampfvorbereitung die ihresgleichen sucht! Immerhin gibt es für hinterher genug Ausreden, wenn es nicht gut "läuft".

Zum Start fahre ich mit dem Rad. Der Britzer Garten zählt zu meinen bevorzugten Trainingsterrains, so kenne ich auch alle Eingänge – allerdings von innen, und fahre zum Start erst mal den falschen an. Aber ich finde rechtzeitig den Sangerhauser Weg, bekomme schnell meine Startnummer und kann mich auf dem Weg zum Start noch etwas einlaufen. Ich schaue mich um, kann aber keinen Bekannten entdecken. Aber unserem Trainer Hartmut laufe ich in die Arme, der mir viel Spaß wünscht.

So geht es bei strahlendem Sonnenschein auf die 10 Kilometer-Strecke. Erst eine kleine Runde, dann folgen zwei große Runden. Nach dem ersten Kilometer entdecke ich in einiger Entfernung Michael vor mir. Anfangs halte ich sein Tempo auch für mich gut, und laufe ihm ein paar Meter hinterher. Dann wollen die Beine noch mehr und ich schließe auf. Michael fragt, ob ich das Feld von hinten aufrolle. So hatte ich das noch gar nicht gesehen. Mit einem "lauf zu" schickt er mich davon. Eigentlich traue ich mich gar nicht schneller als den 4:45 Schnitt zu laufen, den wir gerade drauf haben. Bestimmt breche ich in drei Kilometern ein, und dann zieht Michael lachend an mir vorbei.

Aber die erste Runde bewältige ich dann trotz höherem Tempo problemlos. Hartmut lobt mich, wie es sich für einen guten Trainer gehört, und ruft mir eine 23:30 auf 5 Kilometer zu. Erstaunlicherweise kann ich das Tempo auch auf der zweiten Runde halten, ja werde sogar noch etwas schneller. Von mir selbst überrascht, ruft mir Hartmut kurz vor dem Ziel ein "unter 46 Minuten, schaffst Du locker" zu. Mit einem Zielsprint schaffe ich das nicht ganz, da in der Auswertung nur Bruttozeiten angegeben werden. Das ist mir auch etwas egal, da die Zeit sowieso weit unter meinen Erwartungen liegt.

Michael kommt kurz nach mir ins Ziel. Wir laufen gemeinsam eine Runde um den großen See aus und teilen unsere Erlebnisse und Träume, die heutigen Zeiten im Sommer in einem olympischen Triathlon zu realisieren. Anne, als dritter Teilnehmer der Sisus treffe ich leider nicht. Wir telefonieren später am Tag, und auch sie ist sehr zufrieden, da sie leider ihr Training in den letzten Monaten nicht nach Wunsch durchführen konnte.

Was soll ich sagen: für einen Lauf in der Großstadt eine kleine nette Veranstaltung. Außerdem sieht die Welt am Mittag manchmal ganz anders aus, als man es beim Aufwachen erahnt hätte.

 Pl  Name                      Verein         AK  Pl  Zeit
-----------------------------------------------------------
  1  Lukasiewicz, Agnes        TuS Neukölln   W35  1  38:49
 16  Kottwitz, Denise          Sisu Berlin    W35  4  46:02
 45  Martinsohn, Anne-Christin Sisu Berlin    W35  8  51:22
-----------------------------------------------------------
  1  Matysik, Nico             StG Neukölln   MHK  1  31:57
171  Vonderbank, Michael       Sisu Berlin    M65  2  47:22
-----------------------------------------------------------


© TriGe Sisu Berlin; 5.3.2016