B(rocken) 14.7.2018

von Antje Uckert

Über verschiedene Rennrad-Foren bin ich schon vor einiger Zeit auf die Strecke Berlin-Brocken aufmerksam geworden. Solche Strecke fährt man aber eher nicht alleine. Die Veranstaltung B(rocken) von Hallzig Express e.V. aus Leipzig fand ich passen für mich. Hierbei handelt es sich um eine Benefiz-Sternfahrt zu Gunsten verschiedener Kinderhospize. Jeder Teilnehmer spendet 10 Cent oder mehr pro gefahrenem Kilometer. Damit da auch ordentlich was zusammen kommt, startete die Sternfahrt dieses Jahr aus 4 Orten (Potsdam, Hannover, Leipzig und Neheim NRW).

Treffpunkt war 4:45 Uhr am Hbf Potsdam und Abfahrt sollte um 5 Uhr sein. Alle hatten die Möglichkeit, Wechselsachen etc. in eines der beiden Begleitfahrzeug abzugeben. Als um 5 Uhr mehr als 50 Radfahrer da standen, war es schon ein sehr beindruckendes Bild (letztes Jahr sind 12 aus Berlin gestartet). Gegen 5:15 Uhr sind wir in einer Gruppe Richtung Beelitz gestartet. Das hat sogar ganz gut funktioniert, zum Glück gab es noch keinen Verkehr. Über Bad Belzig ging es nach Wiesenburg zur ersten Pause nach 65 km. Wir hatten einen super Support durch die beiden Begleitfahrzeuge, ein kleines Buffet mit Brötchen, Kaffee und kalten Getränken wartete auf uns.

Da der Leistungsunterschied in der Gruppe doch größer war, wurden nach der ersten Pause zwei Gruppen gebildet. Bis hierhin sind wir einen 32-er Schnitt gefahren, avisiert war ein 28-er Schnitt bis zum Harzrand. Ich bin in der "langsameren" Gruppe weiter gefahren, da ich ja noch Kraft für den Brocken sparen musste. 13 Leute bildeten eine sehr harmonische Gruppe, sodass die nächsten 65 km wie im Fluge vergingen.

Kurzfristige Streckenänderungen wegen Baustellen bescherten uns eine abwechslungsreiche Fahrt durch viele typische brandenburgische Dörfer mit feinstem Kopfsteinpflaster und Plattenwegen. Das Material hat bei allen gehalten, und es gab keine Pannen. Die 2. Pause war in Schönebeck, und wieder erwartete uns der Verpflegungstrupp. Der nächste Teilabschnitt ging zum Harzrand. Bei der Abfahrt hatte sich die langsame Gruppe mehr als verdoppelt. Über viele Dörfer mit welligen bis hügligen Abschnitten ging es am Concordiasee vorbei, durch Quedlinburg und weiter nach Neinstedt.

Die Vergrößerung der Gruppe hat leider den Rhythmus zerstört, sodass wir unterwegs 5 Leute verloren. Sie wurden vom 2. Begleitfahrzeug gezogen, da der Gegenwind jetzt doch nicht nur spürbar war, sondern schon sehr viel Kraft kostete. Mit 190 km auf dem Tacho ging jetzt jetzt in den Harz, am Anfang noch in Gruppen, aber spätestens hinter Blankenburg musste jeder in seinem Rhythmus fahren.

In Elend trafen wir auf die anderen Gruppen aus Leipzig, Hannover und Neheim. Hier war der letzte Verpflegungspunkt. Jetzt waren es nur noch 13 km bis zum Gipfel, nur noch... Nach einer kurzen Stärkung und Cola in den Flaschen ging es auf das letzte Stück. Die Beine waren schon sehr schwer. Aber ich war überrascht, wie "flach" der Weg nach oben führte, da hatte ich wohl noch zu viel Alpenpässe im Kopf und habe wohl steile Rampen erwartet.

Um 17 Uhr stand ich dann oben, bereit für das große Gruppenfoto der Berliner. Unsere Sachen aus dem Begleitfahrzeugen konnten wir in der Jugendherberge Wernigerode abholen, wo auch noch ein Grillbuffet auf uns wartete. Viele haben hier übernachtet. Ich habe mich aber entschieden, noch abends mit der Bahn nach Hause zu fahren. Auch die Zugfahrt war nicht langweilig, da ich ja nicht die einzige war.

Am Ende standen 280 km und 2100 Hm auf der Uhr. Insgesamt waren 180 Teilnehmer gemeldet, und es wurden über 6000 € erradelt. Ich finde die Idee super, und wenn es in den Terminkalender passt, bin ich nächstes Jahr wieder dabei. Eine wirklich rundum sehr liebevoll organisierte Sternfahrt!

 


© TriGe Sisu Berlin; 19.7.2018