Mitteldistanz in Erlangen 7.8.2011

von Peter Weber

Wie ich schon im Vorjahr berichtete ist dies ein Triathlon der unter die Haut geht. Ich hatte mir im letzten Jahr vorgenommen, nochmals in Erlangen zu starten – egal welche Distanz. Anfang des Jahres entschloss ich mich, in Erlangen meine erste Mitteldistanz zu laufen. Mein Trainingspensum lässt zu wünschen übrig, zumal ich mich im Winter verletzungsbedingt kaum sportlich betätigte. Umso größer waren meine Befürchtungen mich bei diesem Wettkampf ernsthaft zu verletzen. In der Woche zuvor stand ganz groß Angst auf meiner Stirn!

Samstag 06.Aug.2011: Startnummernausgabe, wie im letzten Jahr gab es 10 Euro für das Abholen der Startunterlagen am Tag vor dem Start und 10 Euro für das Vorlegen des Startpasses zurück. Somit kam ich auf eine Gesamtsumme von 75 Euro und das finde ich ist wirklich fair. Die zwar lange, aber gut geordnete Wechselzone wurde im strömenden Regen vorbereitet.

Startschuss für die 2. Welle war 9:15 Uhr, den 22 Grad warmen Main-Donau-Kanal 1 km stromabwärts und wieder zurück. Die Wasserqualität war so lala, Orientieren am Vordermann nicht leicht. Das Kanalschwimmen hat jedoch den Vorteil für Schwimmer wie mich, die, wenn sie keine Orientierung haben, nur im Kreis schwimmen würden, also immer schön am Rand lang ;-) 40 min? ganz passabel dachte ich.

Radstrecke: Nach ca. 3 km hörte der Regen auf. Wie im Vorjahr, ich wusste von den beiden Anstiegen um Kilometer 20, die nun auch noch bei 60 sind, bei denen zuvor jeweils Iso und Wasser in Flaschen gereicht wurde. Die Strecke verlief durchs Erlangener Hinterland – super schöne Strecke, mit nicht wirklich vielen Höhenmetern und fast durchgehend recht glattem Belag. Selbst in den kleinsten Dörfern standen Zuschauer am Straßenrand und feuerten an. In der zweiten Runde überkam mich ein Gefühl, welches ich schon letztes Jahr kurz vor dem Ziel verspürte – schön, es macht Spaß, man bin ich glücklich, Kribbeln in der Nase, Pipi in den Augen. Mein Tacho zeigte ein 32,5er Schnitt, gut so.

Die Laufstrecke, die ist in Stadionnähe umsäumt mit Zuschauern, ist weitestgehend im Wald und hat 4 Getränkestellen pro 10 km-Runde. Die Sonne zeigte sich und auch meine ersten Blasen die ich mir aufgrund falscher Strümpfe gelaufen habe. Die Denkerei im Kopf: Puls, genug getrunken, Zeiten, mögliche Zielzeit lenkte mich von diesem Gefühl ab, welches immer häufiger kam – schön, es macht Spaß, man bin ich glücklich, Kribbeln in der Nase, Pippi in den Augen? Meine Oberschenkel fingen an zu brennen, und ich musste einige Meter gehen. Mein ursprüngliches Ziel unter 6 Stunden zu bleiben hab ich höher gesetzt auf 5:30 h. Immer wieder kam dieses Gefühl... Die Gehpause nahm ich mir vor dem Anstieg an der Brücke, die über den Kanal verlief, noch 1,5 km...

Kurz vor dem Ziel wieder dieses Gefühl, ich konnte es nicht mehr zurückhalten – schön, es macht Spaß, Mann bin ich glücklich, Kribbeln in der Nase, Pipi in den Augen!!! Im Ziel die Erlösung, mir liefen die Tränen, so etwas macht süchtig.

361 Weber, Peter Sisu Berlin 1972  40:51(299) 2:33:27(267) 3:14:18(290) 2:07:19(395) 5:21:37


© TriGe Sisu Berlin; 28.8.2011