Einzelzeitfahren beim Lausitzer Seenland 100 12.7.2014

von Denise Kottwitz

Das Lausitzer Seenland 100 ist ein Multisportwochenende im Süden Brandenburgs, mit Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Skaten - für letzteres wird eine 100 km Strecke angeboten, daher wohl die Zahl im Titel der Veranstaltung, die dieses Jahr in ihre neunte Auflage am 12. und 13.07. ging.

Beim Stöbern der angebotenen Wettbewerbe hätte ich vor allem Lust auf einen Lauf gehabt, auch die angebotenen RTFs wiesen verlockende Strecken auf. Ich entscheide mich aber für das 20 km Einzelzeitfahren, um etwas Schwung in mein Radtraining zu bringen.

Gestartet wurde in 30 Sekunden Abständen nach Eingang der Anmeldung. Ein paar Tage vor Wettkampfbeginn war die Startliste zugängig, so dass man nicht unnötig zeitig anreise musste. So kam ich etwa eine Stunde vor meiner Startzeit in Großräschen an. Ich konnte einen Parkplatz auf dem Bürgersteig ergattern (zum Glück kamen keine eifrigen Ordnungshüter vorbei), und sah das Zieltor am Horizont. Also spazierte ich dorthin, um meine Startunterlagen abzuholen. Ich merke sofort: hier passe ich nicht so ganz hin. Die anderen Teilnehmer haben am Parkplatz ihre Rolle aufgebaut und kurbeln eifrig. Ich besitze so ein Ding gar nicht.

Die Startunterlagen gibt es dann abseits in einer Turnhalle, wo zusätzlich zur Startgebühr nochmals 20 Euro Pfand für den Transponder zu hinterlegen sind. Ich frage nach, wo ich denn den Transponder zurückgeben könnte: "na hier", ist die knappe Antwort. Ich verzichte auf weitere Fragen, und schaue mir alles weitere bei den Startern ab: Nummer auf den Rücken, Transponder ans Bein, der Startnummer nach anstellen…

So hohle ich mein Rad, rolle etwas auf der Straße(!) ein und begebe mich zum Start. Ich erfreue mich wie problemlos der Start abgeht - alle Starter sind zur vorgegebenen Zeit da. Dann bin ich dran. Der Helfer murmelt irgendwas, ich schaue ihn fragend an, er wiederholt: "Soll ich halten?" Ich bejahe, dann aber schnell… schnell einklicken geht immer schief, aber zwei Sekunden vor Start sitze ich festangeschnallt drauf. Der Start gelingt problemlos, nach etwa 100 Metern ist in einem Kreisverkehr rechts abzubiegen, dann gehört die Fahrradstraße nur den Teilnehmern.

Der Untergrund ist super (sollte er auch, denn auch die Inline Wettbewerbe finden auf dieser Strecke statt). Es geht leicht auf und ab, und ist recht kurvig: so kurvig, dass man voranfahrende kaum sieht, aber dennoch gerade genug, um nicht abbremsen zu müssen - zumindest bei meinem Tempo. Lediglich eine einzige steile Rechtskurve unterbricht die Tour, die aber gut durch Helfer abgesichert ist. Die Wende ist auf einem breiten Platz, so dass auch diese problemlos zu bewältigen ist.

Ich werde natürlich eingeholt, sogar mehrfach. Ich fühle mich zwar nicht kaputt, aber mehr geben geht nicht. Auch nicht, als das "noch 1000 Meter" Schild auftaucht - mein Körper und Geist wollen wahrscheinlich noch laufen. So erreiche ich das Ziel relativ entspannt, was irgendwie Unbehagen in mir auslöst, doch nicht alles gegeben zu haben.

Ich erhalte eine nette Medaille. Da das Rennen noch weiter im Gange ist, kann ich nicht noch mal auf die Strecke, um noch ein paar Fotos zu machen - denn der Großteil der Strecke geht am Ufer des Großräschener Sees entlang. So begebe ich mich nochmals in die Turnhalle, um den Transponder abzugeben und zu duschen. Danach ist das Radfahren vorbei, ein Mannschaftsinlineskatewettbewerb steht auf dem Programm und die Atmosphäre am Veranstaltungsort ändert sich dramatisch, irgendwie wirkt alles lebhafter. Da aber nichts von der angekündigten Siegerehrung stattfindet, mache ich mich auf den Weg nach Hause.

Mein Fazit: Radstrecke ist super, Organisation auch - aber Begeisterung machte sich bei mir nicht wirklich breit, mag aber an der Art des Wettbewerbes liegen. Im nächsten Jahr zum 10.Jubiläum wird über eine Multistaffel mit Skatern, Schwimmern und Mountainbikern nachgedacht, sollte man vielleicht im Auge behalten.


© TriGe Sisu Berlin; 24.7.2014