Iron-Town Dessau 6.6.2010

Mittelstrecke 1,9 - 90 - 21

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Pl PlAK Name            AK   swim   T1   bike    T2   run      gesamt 
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 55  9 Tali, Carola     AK4  40:44  3:44 3:05:56 3:45 2:34:25  6:28:36 
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 11  1 Noll, Michael    SEN1 29:19  3:23 2:19:46 2:21 1:35:07  4:29:57 
 21  2 Meissner, Harry  SEN2 29:56  2:31 2:22:17 2:44 1:40:16  4:37:47 
 41  7 Yule, Stuart     SEN1 32:46  2:51 2:29:20 2:48 1:37:34  4:45:21 
160 30 Rohra, Matthias  SEN1 33:13 15:09 2:28:39 2:27 1:54:58  5:14:28 
233 44 Neundorf, Olaf   AK4  39:22  4:04 2:45:15 2:48 1:59:44  5:31:14 
352 69 Lebbing, Jochen  SEN2 39:58  3:19 2:34:30 7:44 2:42:28  6:08:02 
362 65 Möller, Carsten  AK4  38:03  3:56 2:46:29 6:55 2:39:51  6:15:16 
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Bericht Carola Tali

Nun war der Tag da für meine erste Mitteldistanz. Fragen schossen einen durch den Kopf ob man denn auch wirklich gut vorbereitet hat, bzw. genug trainiert hatte.

Nancy, Olaf und ich entschieden uns schon einen Tag vorher am Freitag anzureisen, um sämtliche Stressfaktoren wie Anfahrtsweg, Unterlagen abholen, aus dem Wege zu räumen. Wir checkten erstmal ins Hotel ein und da uns der Hunger plagte, entschlossen wir in Dessau noch die letzten Kohlenhydrate aufzutanken. Anschließend fuhren wir nach Ferropolis, um unsere Startunterlagen in Empfang zu nehmen und unser Rad einzuchecken. Dieses gestaltete sich schon als erstes Hindernis. Es hing eine Liste aus mit allen Startern, die aber nicht alphabetisch geordnet waren.

Nachdem wir unsere Unterlagen dann endlich in Empfang genommen hatten, stellten wir fest, dass der Ablauf in der Wechselzone sich dieses Jahr leicht geändert hatte. Der Wechsel fand nun nicht direkt am Rad statt, sondern in dafür vorgesehene Zelten. Bei großen Wettkämpfen ist das sicherlich Standard. Es sollten die Schwimm-, Rad und Laufsachen in verschiedenen Beuteln aufgeteilt werden und mit farbigen Aufklebern versehen werden, die dann den Startnummern zugeordnet aufgehangen wurden. Hier tauchte auch schon die nächste Schwierigkeit auf: Die Farben auf den Aufklebern stimmten nicht mit dem geschriebenen überein. So sollte z.B. der Radwechsel einen blauen Aufkleber beinhalten, der aber mit rot versehen war. Dieses sorgte bei der Wettkampfbesprechung für viel Verwirrung, die man sich letztendlich auch hätte sparen können, da man seine Tüten selbst angehangen hat. Auch die große Pasta-Party, die angekündigt wurde, fiel eher bescheiden aus. Schon nach einer Stunde gab es keine Nudeln mehr, und die Sauce hatte eher die Konsistenz von eingefärbtem Wasser. Olaf, Nancy und ich fuhren dann wieder zum Hotel zurück und ließen den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir gut erholt zum Wettkampf. Die Autos musste man ungefähr 5 km vom Wettkampfort auf einer Wiese parken, und es fuhren Shuttlebusse direkt zur Wechselzone. Ich fand es persönlich ein wenig unglücklich, dass man seine eigene Tasche nicht in der Wechselzone deponieren konnte, sondern seine ganzen Sachen auf die drei Beutel aufteilen musste. Als ich mir die Wechselzonen nochmals genauer anschaute, stellte ich auch fest, dass nicht eine einzige Toilette aufgestellt wurde. Ich reklamierte dies sofort beim Veranstalter, der mir aber nur mit Schulterzucken entgegenbrachte, na ja letztes Jahr haben es auch nur fünf Frauen genutzt. Bei über 580 Teilnehmen empfand ich dies allerdings als Zumutung.

Die Wechselzone hatte man 1 Stunde vor Start schon zu verlassen, auch hierbei hab ich keinen Sinn erkannt, da man nun gezwungen war, den Neoprenanzug die ganze Zeit mit sich herumzuschleppen.

Der Schwimmstart erfolgte in 4 Wellen, erst die Profis, die Männer, die Frauen und zum Schluss die "reiferen Herren". In der Regel orientiere ich mich beim Schwimmen meist an jemand der neben mir schwimmt um nicht ständig seine Richtung zu kontrollieren. Diesmal hätte ich es allerdings tun sollen, denn leider wich diejenige zweimal arg vom Kurs ab, welches mich am Ende kostbare Zeit kostete. Der Wechsel zum Rad erfolgte problemlos. Aufgrund der Toilettensituation trank ich während der Radfahrt definitiv zu wenig, was sich beim Laufen doch sehr rächte.

Die Laufstrecke war eine 2,5 km Wendepunktstrecke, die am See und Campingplatz vorbeilief. Das Schöne war, dass ich so wieder den einen oder anderen Sisu auf der Strecke traf. Während es bei Micha, Harry und Stuart noch sehr flüssig aussah, merkte man bei den anderen doch dass die Sonne einem ganz schön viel Kraft kostete, insbesondere mir selbst.

Letztendlich aber erreichten alle unsere Sisus die Ziellinie. Auch hier noch eine kleine Anmerkung zum Veranstalter. Als ich die Ziellinie überquerte wurde mir die Medaille nicht überreicht, sondern ich durfte sie mir aus einem Karton selbst herausnehmen.

Für mich war es das letzte Mal, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, da in meinen Augen das Preis-Leistungsverhältnis in keiner Form stimmig ist. Für eine immens hohe Startgebühr bekam man eine Plastikweste geboten, die aussah wie eine Litfasssäule von Sponsoren. Außerdem wurde an der ganzen Organisation gespart wo es nur ging. Man konnte letztendlich froh sein, dass die Versorgung auf der Strecke halbwegs vernünftig geklappt hatte.


Bericht Olli Neundorf

Es sollte ein recht kurzer Bericht werden, da ich nicht allzuviel schreiben wollte, aber nachdem ich noch eine Nacht drüber geschlafen habe, gingen mir doch einige Punkte durch den Kopf, die ich los werden wollte. Fangen wir ganz von vorne an, am 13.04.2010 kam ein Newsletter vom Veranstalter ITT Ferropolis, dass er direkt vor Ort Caravans angemietet hätte, die er den Athleten vermieten würde. Nach einer Nacht drüber schlafen und einem Gespräch mit Nancy beschlossen wir das Abenteuer Camping mal in Angriff zu nehmen und mieteten am 14.04 per mail einen Wohnwagen der uns auch sofort bestätigt wurde. Also war die Sache mit übernachten und Anreise geklärt und wir könnten dann sogar noch am Sonntag die Sisus noch anfeuern die bei der Olympischen und beim Sprint an den Start gingen.

Dass der Wettkampf sowieso nicht ganz billig wird, war schon an der sehr hohen Startgebühr zu erkennen, die im Vergleich zur Premiere bald das doppelte gekostet hat, dafür versprach uns der Veranstalter eine hochwertige Windstopperweste, eine Pasta Flatrate und die Kinderkrankheiten von der Premiere auszubessern. Ich muss zugeben ich war bis ende Mai sehr zuversichtlich und freute mich auf diesen Wettkampf, da ich an Besserung geglaubt habe und insgesamt 8 Sisus an den Start gingen, wobei Carsten und Carola ihre Mitteldistanz Premiere hatten. Leider kam es dann doch anders, und wir erhielten 5 Tage vor Abreise tel. eine Absage des angemieteten Caravans wegen irgendwelcher Organisationsproblemen, als Alternative bot man uns eine Unterbringung im Hotel an ca. 10 km entfernt. Leider wurde das Telefongespräch noch bevor ich zusagen konnte unterbrochen (Funkloch hieß es dann, wobei wir über Festnetz angerufen worden sind) und ich den Veranstalter ca. 48 h nicht mehr tel. erreichen konnte. Damit fing dann der Wettkampf auch an, neue Planungen und was ist mit dem überwiesenen Geld. Leider war auch am Montag nix über die Homepage zu erfahren und die Seite war blockiert mit Fehlermeldungen und man konnte viele Links nicht mehr anklicken, die größte Sorge Wassertemperatur wegen des schlechten Wetters der letzten Wochen war auf einmal ganz klein....erste Sorgen machten sich bei mir breit findet der Wettkampf überhaupt noch statt. Guter Dinge buchten wir noch ein Hotelzimmer in Dessau und wollten nach dem Wettkampf dann den Heimweg antreten. Dienstag erreichte ich endlich jemanden und wir einigten uns darauf, das überwiesene Geld zurück zu erstatten. Am Freitag fuhren wir dann mittags gemütlich mit zwei Kleinwagen, zwei Rädern, einen Hund und viel Gepäck nach Dessau, gut angekommen und eingecheckt gabs nochmal ein super leckeres Essen im Dessauer Kartoffelhaus und dann machten wir uns auf dem Weg nach Ferropolis, wo wir mit den Rest der Sisus verabredet waren.

Aufgebaut war alles wieder wie letztes Jahr, ein paar kleine Neuerungen gab es diesmal wo man sich wahrscheinlich sehr an die großen Vorbilder der Langdistanzen orientiert hat. Im Wettkampfbüro durfte dann sich dann erstmal jeder Athlet seine Startnummer aus dem Racebook herraus suchen weil sonst keine Unterlagen zu finden sind, ebenso die Vorlage des Startpasses, den ich zufällig dabei hatte. Dann kam endlich die hochwertige Windstopperweste mal zu Gesicht wo ich nicht wußte soll ich lachen oder weinen....von hochwertig keine Spur. Um diese Weste zu beschreiben, wenn man sie nicht selber gesehen hat, man nehme eine Rettungsweste die ja jeder Autofahrer im Fahrzeug mit führen muss, ein Reißverschluß vorne und unzählige Sponsorensticker vorne und hinten raufgedruckt. Vom Material her besteht sie nur aus dünnen Plastik (erinnert eher an Kinderschwimmflügel) und im Rückenbereich ist ein Netzteil verarbeitet, ich habe viele Athleten gesehen die sich die Weste fragwürdig angezogen haben und nur kopfschüttelnd in die Tüte zurück gesteckt haben.

Als erstes traf ich Micha und später folgten dann Carsten mit Familie, Caro und Nancy sind nochmal ins Hotel zurück da wir leider die Helme dort liegen gelassen haben und ohne Helm ist kein Bike Check möglich, als die Frauen dazu kamen, gabs erstmal ne kurze Erfrischung und ein kurzen Besuch über die Wiese mit paar Ständen die als Messe geworben wurde. Als Stuart mit ........ noch eintrafen waren wir fast komplett, Jochen war auf dem Weg und folgte seinem GPS, Matthias reiste erst Samstag an und Harry trafen wir im Zelt zur Wettkampfbesprechung.

Wir gingen zusammen zur Pastaparty die im aufgebauten Festzelt statt gefunden hat, dieses Jahr war sie im Preis mit inbegriffen, deshalb auch die sehr verdünnte Tomatensauce und wo die Nudeln schon gegen 20.00 ausgegangen sind .... und das auf einer Pastaparty. Damit gingen dann Jochen und Stuart leider leer aus nach anstehen der 30m langen Schlange. Zur Wettkampfbesprechung selber kann man nur sagen, dass die Veranstalter noch an der Tontechnik arbeiten müssten, damit man sie auch klar und deutlich versteht. Es bringt wirklich nichts das ganze so professionell wirken zu lassen und raus kommt dann nicht mal das Nivau eines Wald und Wiesen Wettkampfes. Die Idee mit den Kleiderbeuteln ist gut, aber sorgte für kurze Verwirrung weil sie falsch bedruckt waren, auch gabs Fragezeichen in den Gesichtern, warum der Helm im offenen Zustand auf dem Auflieger zu liegen hat, was spricht dagegen den Helm zu schließen über Nacht, damit er nicht runter fällt und man morgens noch auf Helmsuche gehen muss. Beim Bike Checkin wurden weder meine Bremsen noch der Zustand meines Helmes überprüft, das kenne ich auch ganz anders.

Noch bevor die Wettkampfbesprechung beendet war, verließen viele das Zelt, weil man eh kaum was verstanden hat, und die Nudeln eh schon aus waren oder man schon vorab (mich eingeschlossen) leicht angenervt war. So fuhren dann alle zu Ihren Unterkünften und man traf sich ja nächsten Morgen wieder, im Hotel angekommen gönnte ich mir noch mit Nancy ein entspannten Saunagang im Wellnessbereich des Hotels und sortierte meine Kleiderbeutel für den Samstag.

Mit sehr warmen Sonnenstrahlen wurde man dann Samstag geweckt und man hatte schon vorab ein sehr warmes und sonniges WE vorhergesagt. Nach und nach trafen dann die Sisus mit unseren Fans ein, und es wurden noch sehr schöne Fotos geschossen und viel gelacht, erstmal alles vergessen was am Vortag alles ablief.

Kurz nach zehn mussten dann alle Athleten die abgesperrte Wechselzone mit ihrem Schwimmzeug verlassen haben, warum konnten uns die Kampfrichter nicht erklären, denn Schwimmstart war erst um 11.00 angesetzt. Leider hat der Veranstalter auch diese Jahr es wieder versäumt, ein paar Dixis in der Wechselzone aufzustellen, wer mal muss ab in die Büsche oder flitzt mal schnell über die Messe vorbei an den Zuschauern zum ca. 300m entfernten Toilettenhäuschen, dabei wurde das Problem schon letztes Jahr mehrfach angesprochen. Aber wahrscheinlich wollte Dixi sich nicht zum Sponsor überreden lassen und man wollte sich die Gebühren lieber sparen für leckere Zielverpflegung und schicke Medallien.

Pünklich um elf starteten dann die erste Welle mit den Profis, 11.05 die zweite Welle Männer mit Micha, Carsten, Matthias, Stuart und meine Person bis 44 Jahre, 11.10 die Damen mit Caro und 11.15 die Staffeln und Männer ab 45 Jahre wo Harry und Jochen bei waren. Zu schwimmen war eine Strecke von 1,9km im Dreieckskurs im Uhrzeigersinn. Das Wasser hatte durch das sehr warme Wetter schon eine leichte erfrischende Wirkung im Neo, der diesmal Pflicht war. Nach knapp 40min kam ich diesmal ohne Tritt aus dem Wasser und freute mich auf den Radkurs, umgezogen wurde sich diesmal nicht am Rad sondern es wurde extra ein Umkleidezelt aufgebaut, wo man im Anschluß seine Schwimmutensilien in den Radbeutel packte die von den Helfern wieder an den Kleiderständer deponiert wurden. Der Radkurs über 90km wird in 3 Runden absolviert über komplett flache, gesperrte und sehr saubere Straßen wo man immer am Ende der Runde nach Ferropolis eine Schleife fuhr vorbei an den Zuschauern und an den Proviantständen.

Unsere mitgefahrenen Sisu Frauen feuerten uns bei jeden Einfahren so lautstark an das, dass immer eine super Motivation für die nächste Runde war. Bisher kamen alle Sisus gut aus dem Wasser und außer Matthias auch über die Radstrecke. Leider zwang der Pannenteufel Matthias noch in der Wechselzone einen lästigen Reifenwechsel, der aber in einer super Radzeit wieder rausgefahren wurde. Persönlich war ich mit meiner Radzeit sehr zufrieden und konnte mich gleich um 12min verbessern. Jochen hatte trotz Magenverstimmung noch gut aufgeholt und ich hatte in der letzten Runde noch paar Minuten gut machen können und bin dann mit Carsten und Jochen zusammen in die Wechselzone eingefahren. Mit dem Kleiderbeutel gings dann wieder ins Zelt zum letzten umziehen und auf die neue geänderte Laufstrecke, die diesmal 4 Runden beinhaltet damit Athleten und Zuschauer mehr voneinander hatten. Kaum aus der Arena raus standen wieder unsere lautstarken Ladys die akkustisch tausendmal besser zu hören waren als das Orgateam am Vorabend bei der Wettkampfbesprechung. Mit einem Grinsen und noch recht leichten Beinen ging ich in die letzte Disziplin.

Die Laufstrecke lief entlang am Gremminer See vorbei an der Campingwiese bis zum Wendepunkt, wo man diesmal auch Wasser bis zum Schluss bekam (im Vorjahr ging das Wasser ja recht früh aus). Zurück zur Arena bekam man Gels, Red Bull, Wasser und Iso gereicht, dann wieder raus an unseren Sisu Fans vorbei. Richtig einsam war es nie gewesen da man Wendepunkt neben leuchtenden Armbändchen immer die selbe Strecke zurück lief und somit immer die Athleten sah. Nachdem ich endlich mein viertes Band bekam, sammelte ich nochmal alle Reserven und versuchte mein Ziel die 5:30 zu unterbieten wahr zu machen. Unterwegs versuchte man noch den restlichen Sisus mut zu machen, Caro die mit Krämpfen schon auf die Laufstrecke ging biss auf die Zähne, Jochen kämpfte ebenfalls weiter der schon beim radeln Magenprobleme hatte. Auch Carsten der bis dahin ein super Rennen absolvierte für die erste Mitteldistanz und das bei den Witterungbedingungen.

Ins Ziel eingelaufen vorbei an den Sisu Frauen und schon gefinisheten Sisus war wieder das Glücksgefühl da einen langen Wettkampf erfolgreich beendet zu haben. Nachdem ich mich kurz auf den roten Teppich hingelegt habe vor Erschöpfung wurde mir etwas gereicht was ich erst auf den zweiten Blick als Medallie identifiziert habe, und das bei einer so hohen Startgebühr. Eigentlich ist nach dem Überqueren der Ziellinie alles schön aber bei mir fing der Ärger wieder an. Bei gefühlten 30 Grad hatte ich einen Höllendurst und den konnte man nur einem Erdinger löschen, nicht das ich das nicht gerne trinke, aber es gab nichts anderes an Zielverpflegung als Erdinger alkoholfrei und Jentschura (eine Art Müsli), kein Obst, keine Kekse oder Salzgebäck, kein Wasser, kein Tee, kein Isodrink. Es war wie letztes Jahr die schlechteste Zielverpflegung und das bei den Wucherstartgebühren, zum Vergleich ne Woche vorher beim Straussberger Teamtri gab es alle Getränke inkl. Grillwürste gratis für Athleten und Zuschauer, ein absolutes Armutszeugnis für die Veranstalter des ITT Ferropolis.

Verärgert zog ich mit zwei Bieren zu den Sisus auf die Tribüne um den Zieleinlauf der restlichen Sisus zu verfolgen. Einen herzlichen Empfang und den Glückwünschen von allen Sisus haben meinen Ärger erstmal verschwinden lassen. Aber der kam schnell wieder, es waren noch gut 200 Läufer auf der Strecke von insgesamt 452 Finishern und die ersten Helferposten bei den Getränkeständen packten zusammen, einlaufende Athleten mussten sich ihre Medallie aus dem Pappkarton selber raus kramen, ich hätte das nie geglaubt, wenn ich es nicht selber gesehn hätte und auch unsere Finisher waren betroffen die nach mir eintrafen. Wie kann man als Veranstalter so respektlos den Athleten gegenüber treten, jeder einzelne Wettkampfteilnehmer hat die selbe Startgebühr bezahlt und kann den selben Service erwarten wie die sogenannten Profis, von denen man weder vor oder nach dem Wettkampf was sah. Mir haben die Teilnehmer zum Schluss nur noch leid getan, die sich über 7 h bei dem Wetter über die sehr anspruchsvolle Distanz gewagt haben, sowas hat keiner verdient. Man hatte das Gefühl, dass man richtig allein gelassen wurde und von Helfern und Veranstaltern keinerlei Unterstützung erwarten konnte.

Die ärztliche Versorgung war fast mit unterlassener Hilfeleistung zu vergleichen, auf mein bitten Caro zu begleiten und zu untersuchen (Schwindel und Erbrechen), wurde gemütlich im Schatten sitzend erstmal mit Zigarette lachend diskutiert wer nun mal dranne ist. Als ich mit etwas lauterer Stimme (und ich kann sehr laut werden) fragte, wer nun nun bereit ist zu arbeiten kam dann doch noch ein hilfsbereiter Sanitäter aus dem Büro und versorgte dann Caro, der es dann kurz darauf auch gott sei Dank besser ging.

Dank der Mitgereisten Fans, der tollen Unterstützung der Zuschauer, der super Location und den idealen Wetterbedingungen konnte wir den Tag noch genießen und mit einem Abschlusmahl beim leckeren Italiener in Wittenberg ausklingen lassen. Nach allem wars es jetzt der zweite Wettkampf in Ferropolis und definitiv mein letzter, die Organisation, die viel zu hohe Startgebühr, den Zwang schon einen Tag vorher anzureisen (Bike check und Wettkampfbesprechung) werden mich nicht nochmal in die Stadt aus Eisen locken, so schön die Location auch war. Ich möchte mich auf diesen Weg bei allen Helfern bedanken die wirklich mit Herz dahinter standen, unseren mitgereisten Fans, die uns das Leiden so schön gemacht haben und den tapferen Sisus die wie gewohnt sich alle gegenseitig motiviert haben, dass man nur Stolz sein kann, ein Mitglied in diesem Verein zu sein.


© TriGe Sisu Berlin; 6.6.2009