RTF Fläminrunde 10.10.2015

von Dirk Bettge

Unter Radfahrern

Jetzt will ich doch noch ein paar Worte zur Flämingrunde vor einer Woche verlieren. Diese ist eine von 2 RTFs, die im Oktober die RTF-Saison abschließen (Anmerkung für diejenigen, die sowas noch nicht gemacht haben: RTF heißt "Radtourenfahrt" und ist eine Radsportveranstaltung ohne Renncharakter, also ohne Zeitnahme auf ausgeschilderten Strecken. Ab dem Startfenster fährt man eine der vorgesehenen Strecken, sei es allein oder in Gruppen, die sich bilden. Für Verpflegung unterwegs in Form von Kontrollpunkten ist gesorgt. Die Fahrer der Radsportvereine lassen dort außerdem ihre Teilnahmen quittieren). Da Susi noch mit Schnupfen laborierte, konnte ich Sonja für die 152 km auf unserem Renntandem gewinnen.

Startort war wie immer der Sportplatz in Saarmund. Wir meldeten uns an (faire 10 Euro für nicht-Radsportler) und futterten noch einen Kuchen. Um kurz vor 10 gingen bereits die ersten auf die Strecke, so dass wir uns dann auch auf den Weg machten, um zu sehen, was sich vielleicht gruppiert. Nach flotten 2 Kilometern hatten wir uns mit einigen anderen zu einer mittelgroßen Gruppe zusammengefunden, die bei Rückenwind mit gut 35 Sachen 'gen Westen rollte. Fühlte sich in der Ebene erstmal locker an, aber bergauf mussten wir schon ziemlich Druck machen, da waren also halbwegs gute Radsportler dabei. Bei knapp 30 Kilometern kamen wir zum ersten Kontrollpunkt, verpflegten uns und brachen bald solo wieder auf. Ein paar eingeholte und ein paar von hinten bildeten eine neue Gruppe, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Bei km 60 gab's erste Verwirrung: Pfeile zeigten nach links, aber die Kenner waren sich sicher, dass die lange Runde geradeaus ging. Jemand hatte gehört, dass einer der Veranstalter kurz zuvor verunfallt war und dass deshalb die lange Runde "optional" sei, also ohne Pfeile.

Zum Glück hatten wir eine augedruckte Streckenkarte, aber noch besser war, dass 2 Mitfahrer die GPS-Route an Bord hatten. Nicht so gut war, dass mit "optional" auch der eingeplante Verpflegungspunkt ausfiel. Im Vertrauen darauf hatten wir nur eine Wasserflasche an Bord. Mit dem Riegel eines Mitstreiters kamen wir gut über den Hagelberg (mit gut 200 Metern Brandenburgs höchster Punkt), aber der Weg bis zum dritten Kontrollpunkt bei km 102 wurde uns echt schwer. Immerhin, die Gruppe rollte gleichmäßig flott und hielt zusammen. Am dritten Punkt in Linthe hauten wir erstmal in die dargebotenen Stullen rein. Dann ging's gemeinsam auf die Reststrecke. Die schön scheinende Sonne konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der stark aufkommende Südostwind uns das Leben echt schwer machte. Die Gruppe teilte sich schließlich und wir fuhren im Vorderteil mit.

Der letzte Kontrollpunkt liegt nur knapp 20 Kilometer vor dem Ziel am bekannten Zauchwitzer Kreisel. Nach der Pause fühlten wir uns wieder frischer und fuhren die letzten Kilometer mit zunehmendem Druck von vorne runter. Beim Einbiegen zum Saarmunder Sportplatz waren wir ordentlich froh, im Ziel zu sein. Mag ja sein, dass das kein Wettkampf war, aber es hat sich so angefühlt. Wir waren am Ende völlig platt und froh, dass noch der Sonntag übrig war vom Wochenende. Trotzdem wieder eine schöne Veranstaltung – über ein paar Sisus hätten wir uns sehr gefreut!

Veranstalter-Website


© TriGe Sisu Berlin; 18.10.2015