Ironman Europe in Frankfurt/M 9.7.2017

von Michael Noll

In diesem Jahr führte mich mein Hauptwettkampf mal wieder nach Frankfurt, wo ich zuletzt im Jahr 2011 gestartet war. Seinerzeit waren kühle 18 Grad mit Wind und Regen, dieses Mal waren Temperaturen von 30 Grad angesagt. Es sollte also wieder ein Hitzerennen anstehen, Bedingungen, die mir beim Laufen erfahrungsgemäß am Ende Schwierigkeiten bereiten. Aber in diesem Jahr bin ich ja in die nächste Altersklasse gerutscht und war sozusagen am jüngeren Ende doch guten Mutes. Aber alles vorher ist unerheblich und der Sport findet auch nicht im Konjunktiv statt.

An den beiden Tagen zuvor war das übliche Procedere mit Anmeldung, Rad-Check-in und Beutelabgabe zu erledigen. Das ist ja schon Routine beim 17. Langdistanzrennen. Am Renntag ging es zeitig mit dem Bus-Shuttle zum Start am Langener Waldsee. Wegen der hohen Temperaturen der letzten Tage war bis zuletzt ungewiss, ob ein Neo-Verbot ausgesprochen werden musste. Doch am Morgen kurz vor 6 Uhr kam die Ansage, dass die Wassertemperatur bei 24,1 Grad liegt und damit Neo erlaubt war, nur bei den Profis war es verboten. Die Erlaubnis kam mir entgegen, meine Wasserlage verbessert sich schon erheblich und ich profitiere doch deutlich, wenn mit Anzug geschwommen wird.

Die Schwimmstrecke besteht aus 2 Runden mit kurzem Landgang. Auf dem Rückweg der jeweiligen Runden war im Grunde blind schwimmen angesagt. Die tief stehende Sonne hat ganz schön geblendet, so dass eine Orientierung recht schwer war. Der Schwimmstart erfolgte übrigens als Rolling start, alle paar Sekunden wurden 8 Schwimmer auf die Strecke gelassen. Insofern war in der Tat ein Schwimmen ohne Geprügel gewährleistet. Ich kam mit einer 55-er Schwimmzeit aus dem Wasser, eine solche Zeit hatte ich bisher im Triathlon noch nicht erreicht. Insofern ging ich guten Mutes auf die Radstrecke.

Zu fahren sind 2 Runden ab Frankturt durch das nördliche Umland. Zuerst war also noch die Strecke vom Langener Waldseeüber eine gesperrte Bundesstraße nach Frankfurt zu fahren. Nach wenigen Minuten gab es schon mal den ersten Adrenalinstoß. Ich habe „flapp-flapp“-Geräusche bei den Radumdrehungen gehört. Dann habe ich gesehen, dass am Vorderrad etwas Schwarzes absteht. Ich hatte die Befüchtung, der Mantel sei beschädigt. Also musste ich abbremsen und nachsehen, es hatte sich aber zum Gück nur ein schwarzes Panzerband offensichtlich von der Straße am Reifen festgeklebt. Also weg mit dem Band und weiter. Ziel auf dem Rad war eine Zeit von etwa 4:50. Bei einer 3 km kürzeren Strecke erschien das realistisch, im letzten Jahr war ich bei einer ebenfalls um 3 km kürzeren Strecke etwas schneller. Als Orientierung sollten mir die damals geleisteten 265 Watt dienen. Insgesamt lag die Watt-Leistung in Frankfurt etwas darunter (ca. 250 W).

Letztlich dachte ich, dass das vielleicht bei der Hitze möglicherweise gut sein könnte, um beim Laufen später nicht zu viel Federn zu lassen. Zu Beginn der zweiten Radrunde gab es dann den nächsten Aufreger. Mir ist eine Flasche mit meinem Werkzeug bei einer Unebenheit aus der Halterung geflogen. Ich musste also anhalten, denn ohne Werkzeug weiterzufahren, hätte in einem evtl. späteren Pannenfall dazu geführt, dass ich nichts hätte reparieren können. Nach dem kurzen Zwangsstopp am Mainkai ging es also auf Radrunde 2. Am Ende hatte ich eine Zeit von knapp unter 5 Stunden. Das war sicher etwas unter den Möglichkeiten.

Die Laufstrecke sind 4 Runden am Main. Das ist deswegen sehr zuschauerfreundlich. Unsere „Aktiven-Frauen“ sind von einem Ufer zum anderen über eine Brücke gegangen, so dass immer gute Verbal-Unterstützung am Streckenrand war; andere Unterstützung ist ja verboten: also Getränke reichen oder was auch immer. Unsere Frauen waren so mit anfeuern beschäftigt, dass ich als Bilder nur die von vor und nach dem Rennen habe. Bei mir liefen die ersten beiden Runden so, dass eine Laufzeit von unter 3:30 möglch war. Das hätte dann eine Endzeit von knapp unter 9:30 ergeben. Nach dem Ergebnis des letzten Jahres war das auch eine Zeit, die für einen sicheren Quali-Platz für Hawaii in der AK 50 erforderlich war. Auf den beiden weiteren Runden musste ich der Hitze leider wieder Tribut zollen und bin langsamer geworden. Es hat noch für eine Laufzeit von 3:40, insgesamt 9:40 gereicht. Damit bin ich dann 12. Der Alterklasse geworden, zu wenig um einen der 8 Quali-Plätze sicher zu haben. Ich war also auf 4 Absagen im Roll down am Montag bei der Siegerehrung angewiesen.

Aufgerufen werden dabei ja immer zuerst die älteren AK. Bei der AK 55 bog sich schon das Zelt vor Lachen, weil es sage und schreibe 25 Absagen bzw. Nicht-Anwesenheiten gab. Bei 4 Quali-Plätzen kam so der 29. noch zum Zuge. In meiner AK gab es letztes Jahr 6 Absagen, aber so muss es ja nicht immer sein. Bei Aufruf der AK 50 gab es relativ zügig 3 Absagen und es keimte doch ein wenig Hoffnung auf. Letztlich blieb es aber dabei, so dass ich der erste war, der nicht zum Zuge kam. Es hat damit 1 Minute für den Platz AK 11. gefehlt. Sehr schade, aber nicht zu ändern. Das jüngere Ende in der AK50 hat sich auch als nicht so günstig heraus gestellt- in der AK45 wäre ich mit meiner Zeit als 2. Nachrücker zum Zuge gekommen. Aber wie anfangs gesagt, Sport findet nicht im Konjunktiv statt. Dafür war Sisu mit dickem Ausrufezeichen in der AK 45 vertreten: Stephen räumt mit Platz 1 den EM-Titel ab.

Es macht weiter Spaß und es bieten sich ja wieder Gelegenheiten für Teilnahmen. Die Saison wird nun nicht bis Oktober dauern, sondern bis September. Da versuche ich dann den Konjunktiv beim Ironman in Wales zu beseitigen.

An der Stelle aber Danke an unsere Trainer für ein forderndes aber nicht überforderndes Training und für die gemeinsamen schönen Trainigsstunden. Da in Wales 2500 Höhenmeter auf dem Rad anstehen, wird es nun einen Schwerpunkt auf die Willi-Runden geben. Daher schon mal Grüße an die "Vorab-Runde".

 

 Pl  Name              AK  Pl  gesamt       swim      T1    bike        T2   run
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  1  Sebastian Kienle  Pro  1  7:41:42    50:11( 23) 2:56 4:02:22(  1) 1:06 2:45:09(  3)
 47  Stephen Bode      M45  1  9:02:08  1:06:46(783) 4:48 4:40:38( 53) 1:46 3:08:13( 30)  
188  Michael Noll      M50 12  9:40:35    55:43(128) 4:44 4:56:55(296) 1:54 3:41:19(304)
249  Martin Seller     M35 39  9:50:22    56:54(157) 4:22 4:49:33(145) 2:33 3:57:02(529)
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© TriGe Sisu Berlin; 21.7.2017