Vorschau Ironman in Frankfurt und Roth am 9.7.2017

von Dirk Bettge

Für einige Sisus steuert die Saison 2017 auf ihren Höhepunkt zu: die Langdistanzrennen in Frankfurt (aktuell "Ironman Germany" und Hawaii-Qualifier) und in Roth (das Traditionsrennen schlechthin, ausgebucht auch ohne Hawaii-Slots). In Frankfurt starten Martin, Stephen und Micha Noll sicherlich mit der Hawaii-Quali im Hinterkopf, in Roth sind Dirk Hunke und Carsten Möller gemeldet, um ihr Rennen zu machen.

Die Teilnahme an der offiziellen Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii Anfang Oktober ist für Langstrecken-Triathleten so etwas wie der Ritterschlag. Für die Qualifikation muss bei einem der Qualifikations-Wettkämpfe der „Ironman“-Serie in der jeweiligen Altersklasse eine bestimmte Platzierung erreicht werden. Diese sog. „Slots“ werden vor der Saison nach erwarteter Teilnehmerzahl und Kopfstärke der Altersklassen zugeteilt.

In Frankfurt werden insgesamt 75 Slots vergeben. 2016 waren in der AK M35 9:08 h (9 Slots, 13. AK-Platz), in der M45 9:31 h (11 Slots, 18. Platz) und in der M50 9:48 h (8 Slots, 14. Platz) zu erreichen (Nicht alle AK-Platzierten beanspruchen ihren Slot, dann werden die jeweils nächstplatzierten gefragt). Dies zeigt, wie hochklassig die Konkurrenz in den Altersklassen mittlerweile geworden ist. Solche Zeiten sind nur mit einem Training auf sehr hohem Niveau realistisch. Martin, Stephen und Micha sind nachweislich hervorragend in Form (s. Spreewald-Duathlon und -Triathlon), aber die Latte liegt in allen 3 AKs enorm hoch.

Das Rennen in Roth ist der Langstrecken-Klassiker in Deutschland schlechthin und war von 1988 bis zum Jahr 2001 seinerseits „Ironman Europe“ und damit Hawaii-Qualifier. Die weitere Entwicklung war etwas undurchsichtig, jedenfalls war ab 2002 das damals neue Rennen in Frankfurt der Qualifier und Roth abgehängt. War anfangs zweifelhaft, was dies für Roth bedeuten würde, so hat sich das Rennen innerhalb der konkurrierenden „Challenge“-Serie nicht nur gehalten sondern als eines der weltweit bekanntesten etabliert. Jan Frodeno erzielte dort 2016 die aktuelle Weltbestzeit von 7:35 h. Dass dieses Jahr beide Veranstaltungen am selben Tag, nämlich dem 9.7. stattfinden, ist einfach nur unverständlich und zeugt m.E. von nicht überwundenen Grabenkämpfen im Hintergrund. Doch dies betrifft uns als Triathleten nur insofern, als dass wir 2 Rennen gleichzeitig tracken müssen, um unsere Sisus im Auge zu behalten.

Wer alles live verfolgen will, sollte am Sonntag früh aufstehen und die entsprechenden Live-Ticker, Livestreams oder Dritte Fernsehprogramme aufsuchen. Die ersten Starts erfolgen in Roth um 6:35 Uhr und in Frankfurt um 6:30 Uhr. Die Teilnehmer haben eine besonders kurze Nacht, da der Check-In vor dem Schwimmstart erledigt sein muss. Alles Weitere ergibt sich – die ersten Profi-Männer werden zwischen zwei und halb drei Uhr am Nachmittag im Ziel sein, die letzten Teilnehmer kurz vor Mitternacht.

Drücken wir unseren Sisus die Daumen – erstens, dass sie ankommen, zweitens, dass sie einen guten Wettkampf haben und drittens, dass mit etwas Glück das Ziel Hawaii vielleicht erreicht wird.


© TriGe Sisu Berlin; 7.7.2017