Ironman 70.3 Gdynia 7.8.2016

von Jörg Zotzmann

Wetter: heiter, frischer Wind mit kräftigen Böen, 16 bis 20 °C

Der Start ins Wochenende war denkbar schlecht: Sieben Stunden Autofahrt über Polens Landstraßen bei Dauerregen am Freitag. Am Samstag war es immer noch kühl und bedeckt, aber nur noch ein paar vereinzelte Tröpfchen fielen. Am Sonntag dann kam die Sonne raus und es wurde langsam wärmer – bis auf den Wind super Wettkampfwetter. Mit Piotr, Mariusz, Radek und mir waren vier Sisus am Start.

Die Expo war direkt an der Wechselzone, ich habe dann schnell die Startunterlagen abgeholt und beim Sprint-Triathlon zugesehen. Die Wettkampfbesprechung fand am Abend im kleinen Zieleinlaufstadion am Strand neben dem Schwimmstart (ca. 300 m von der Wechselzone entfernt) statt, einmal auf Polnisch, einmal auf Englisch. Nichts Neues hier, auch in Polen ist Windschattenfahren verboten. Die Ostsee hatte 20 °C – Neoprenanzug war Pflicht (Sicherheitsmaßnahme beim Schwimmen auf's offene Meer). Laut dem Sprecher waren neben den knapp 2000 Polen noch ca. 350 internationale Starter gemeldet.

Im Nachzielbereich gab es dann noch eine Pastaparty mit drei verschiedenen Nudelgerichten, ziemlich lecker. Die Wechselzone war fußläufig vom Hotel aus erreichbar, so ging das Fahrrad-Einchecken recht schnell. Die Fahrräder selbst durften mit großen Planen abgedeckt werden, die den Startunterlagen beigelegt waren. Das war ganz nützlich, weil es dann über Nacht nochmal kräftig geregnet hatte.

Wechselzone

Am Wettkampfmorgen war zwischen 6:30 und 7:30 nochmal das Betreten der Wechselzone erlaubt (Luft checken, Plane abnehmen, Getränke deponieren etc.). Gestartet wurde in mehreren Wellen nach Altersgruppen, Mariusz, Piotr und ich waren in der letzten Welle.

Schwimmstart

Geschwommen wurde 1 km auf offene Meer, dann 200 m parallel zum Strand, dann wieder 400 m Richtung Strand und dann den Rest Richtung Hafen zum Wasserausstieg, der über eine breite Alutreppe führte. Die Ostsee war ganz angenehm, die Sicht ist aber auch nicht besser als in den Berliner Seen. Ich konnte zwar keine Wellen auf dem Wasser sehen, aber bei dem Stück, das parallel zum Strand zu schwimmen war habe ich mich wie eine Boje gefühlt, die von den Wellen auf und nieder bewegt wird, ein ganz komisches Gefühl des Kontrollverlustes.

Wasserausstieg; Erster Wechselbeutel und Wechselzelt

Die Wechselzone war recht groß und die Wege lang. Die Radstrecke fing erst mal mit 500 m Kopfsteinpflaster an, wurde dann aber vom Belag her gut bis sehr gut. Es ging erst 5 km aus der Stadt raus, dann 10 km bergan in die "Kaschubische Schweiz" und dann 60 km über kleinere und größere Wellen. Nach der Hälfte der Strecke hatte ich einen Schnitt von knapp 28 km/h und dachte schon, ich muss 3 Stunden fahren, aber dann ging es am Schluss lange wieder bergab und in die Stadt, das hat richtig Spaß gemacht und den Schnitt gehoben. Dennoch war die Strecke recht anspruchsvoll mit knapp 800 Höhenmetern und den allgegenwärtigen Windböen. Kampfrichtermotorräder habe ich nur zweimal gesehen, hin und wieder hat mich eine Radgruppe überholt.

Radstart; zweiter Wechselbeutel und Laufstart

Die Laufstrecke bestand aus drei Runden, jeweils erst durch die Stadt entlang der Flaniermeile mit vielen Zuschauern, dann die Strandpromenade entlang mit weniger Zuschauern. Pro Runde gab es drei Verpflegungsstellen. Der Zieleinlauf war wenig spektakulär, das Zieleinlaufstadion war einfach zu schnell durchlaufen und der Moderator hat natürlich hauptsächlich Polnisch geredet, wovon ich kein Wort verstanden habe. Der Nachzielbereich war wie erwartet gut ausgerüstet, nur statt Duschen gab es mit Wasser gefüllte aufblasbare Planschbecken.

Finisherfoto ohne Piotr
Finisherfoto ohne Piotr

Mit den Ergebnissen sind wir vier alle zufrieden gewesen. Wir haben dann noch an der Strandpromenade bei bestem Wetter gespeist und die Räder geholt. Ich habe mich dann alsbald auf den langen Heimweg gemacht, diesmal ohne Regen und eine knappe Stunde kürzer wegen geringeren Verkehrsaufkommens. Bis auf die Fahrt hat der Ironman 70.3 viel Spaß gemacht, ich wünschte, ich hätte von Gdynia und den nahegelegenen Orten mehr gesehen, es scheint eine schöne Stadt in einer schönen Gegend zu sein.

Mitteldistanz 1,9-90-21 km, 194 Frauen und 1749 Männer im Ziel

 Pl   Name                  AK    Pl  swim   W1   bike    W2   run     gesamt
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   1  Ivan Tutukin          MPro   1  24:20 1:32 2:16:09 1:38 1:11:43  3:55:22
 320  Radoslaw Tomaszewski  M35   92  33:48 2:51 2:44:31 3:42 1:38:03  5:02:55
 450  Mariusz Wilus         M50   10  40:10 3:16 2:43:03 3:52 1:41:04  5:11:25
 481  Jörg Zotzmann         M45   34  36:57 3:14 2:46:53 2:37 1:43:30  5:13:11
1220  Piotr Papierz         M50   45  45:46 3:40 2:58:20 4:43 2:03:10  5:55:39
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Hier sind Links zu den Ergebnissen.


© TriGe Sisu Berlin; 19.8.2016