Bericht Hærvejsløbet 25.6.2016

von Sven Scherner

An dieser Stelle möchte ich Werbung für eine Radveranstaltung machen, die in unseren Kreisen noch nicht so bekannt ist und aufgrund der besonders guten Atmosphäre viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Es ist eine Art RTF (wie der Spreewaldradmarathon) mit der sportlichen Note einer Zeitmessung. Der dänische Veranstalter bietet die Rennraddistanzen 270, 160, 50 km und mit dem MTB die Distanzen 155, 100, 55 km an. Die grobe Himmelsrichtung heißt immer Norden und das Ziel ist im dänischen Viborg. Unterwegs gibt es aller 25 bis ca. 35 km die Möglichkeit eine Verpflegungsstation anzusteuern. Wir haben uns für die 270 km und damit für den Start in Flensburg entscheiden. Von hier aus standen an diesem Tag ca. 1.750 Starter an der Strecke.

Insgesamt nehmen an dieser Veranstaltung ca. 4.500 Radfahrer teil. Davon sind lediglich ca. 100 Teilnehmer nicht aus Dänemark. Gestartet wird in Startblöcken zu je ca. 30 Radlern, die sich nach der angegebenen Durchschnittszeit ermittelt. So hieß es für uns um 7.42 Uhr im Hafen von Flensburg "der du gar" (deutsch: los geht's). Vor uns lag der sogenannte "Ochsenweg". Der Name stammt wohl aus der Zeit als die Ochsen auf diesem Weg durch Dänemark in Richtung Norden getrieben worden sind. Und hinter uns lagen die dunklen Wolken … Wetter wie ich es aus vielen Radrennen in Skandinavien kenne. Die Ausschilderung war nicht zu übersehen und meistens wurde auf Seitenstraßen bzw. asphaltierten Radwanderwegen gefahren. Musste mal eine größere Straßenkreuzung überquert werden, so standen immer Helfer bzw. Polizisten an der Straße, die die wenigen Autos stoppten.

Begleitet wird das Rennen auch durch Motorradfahrer, die gerne vor einem die Straße freifahren. In unserer Radgruppe war das Team mit dem dänischen Namen "Romgummi" (das kann auch der Sponsor gewesen sein), die aus ca. 15 Fahrern bestand. Wir fühlten uns in unserer Radgruppe puddelwohl, so dass wir den ersten Verpflegungspunkt nicht ansteuerten und erst am zweiten Punkt die angebotenen Köstlichkeiten genießen dürften. Dieser Stopp war in einem Eisstadion bei Vojens (die Eisbahn war jetzt nicht vorhanden). Auf dem Gabentisch waren u.a. leckere dänische Kekse, Möhren, Gurken mit Salz, Joghurt, Brötchen, Kuchen und irgendwas gepökeltes Fischiges.

Bis zum Verpflegungspunkt bei km 120 Vejen war das Wetter trocken. Doch dann folgten die letzten 150 km im Dauerregen. Insgesamt sind auf der Strecke gute 2.100 HM zu absolvieren, welche sich eher auf dem zweiten Streckenabschnitt verteilen. Die Zeitnahme liegt gute 3 km vor dem Ziel in Viborg auf einer breiten Straße, so dass ausreichend Platz für den Zielsprint ist. Dann rollt man gemütlich in die City von Viborg, wo unsere Familie uns freudig begrüßte. Doch plötzlich wurden wir von einem Radguide aufgehalten. An dieser Stelle werden mehrere Radler gesammelt über einen roten Teppich kreuz und quer vorbei an jubelnden Zuschauern durch die Altstadt begleitet. Ein sehr schöner Abschluss des Rennens.

Zu erwähnen ist noch, dass die insgesamt sehr gute Organisation einen Rücktransport mit Bussen zu den jeweiligen Startorten anbietet. Fazit: ein Radrennen, dass gemütlich angegangen werden kann oder bei dem man sich sportlich messen kann und das für einen vergleichsweisen günstigen Preis von ca. 100,- Euro zu haben ist

Mehr Infos unter hærvejsløbet.dk


© TriGe Sisu Berlin; 7.7.2016