Hallenmarathon Senftenberg 29.1.2017

von Denise Kottwitz

Beim Hallenmarathon in Senftenberg kann man am letzten Januarwochenende auf einer 250 Meter Bahn an Wettkämpfen beliebiger Länge teilnehmen: von 1.000 Meter bis 100 Kilometer ist alles geboten. Ich finde es verlockend, mitten im Winter mal in kurzen Sachen laufen und entscheide mich für den 5 Kilometer Wettkampf.

Als ich an der Halle ankomme, sind gerade die letzten Leute des 50 Kilometer Laufes unterwegs. Unvorstellbar – 200 Runden, fünf bis sechs Stunden immer im Kreis. Die Halle ist lichtdurchflutet dank des sonnigen Tages und mit Musik und lauter Moderation gibt es reichlich Unterhaltung. Kurz eingelaufen und schon geht es an den Start. Ich habe keine konkreten Ziele: will einfach mal schauen was rauskommt. Trotz der etwa 70 Teilnehmer gelingt der Start ganz gut. Die Kurven sind allerding sehr steil gebaut und schwer zum Laufen. Zum Glück ist im unteren Teil ein schmaler Grat auf der Ebene, den man nutzen kann, wenn man nicht gerade überholen muss.

Die erste Runde laufe ich exakt eine Minute, etwas zu schnell. Ab der zweiten Runde finde ich ein für mich gutes Tempo, schaffe es aber nicht mehr die Zeit im Auge zu haben. Runden zählen braucht man nicht selbst, nach Überquerung der Ziellinie wird an einem großen Monitor die noch zu laufenden Runden gezeigt.

Nach etwa sechs Runden höre ich, dass ich die Führung des Frauenfeldes habe. Die Konkurrenz hängt jedoch direkt an meinen Fersen. Ich freue mich über ein gutes Laufgefühl und bin erstaunt wie kurzweilig so eine 250 Meter Runde ist. Schwupp ist die Hälfte rum, dann 15 Runden. 1000 Meter vor dem Ziel zieht die Konkurrentin mit einem wahnsinnigen Tempo vorbei. Ich habe keinen Ehrgeiz, dort mitzuziehen, will lieber meinen Lauf gleichmäßig zu Ende bringen. Das gelingt mir gut, die Uhr bleibt bei 22:18 min stehen. Damit bin ich sehr zufrieden – vor allem in Anbetracht des erfahrenen Laufgefühls. Die Analyse der Rundenzeiten zeigt auch eine Gleichmäßigkeit von etwa 66 bis 68 Sekunden pro Runde. Die langsamste Runde war die vorletzte: das war das einzige Mal, wo ich mit mehreren Läufern ins Gerangel kam und zum Überholen bis auf die Außenbahn musste.

Leider verpasse ich die Siegerehrung, da diese früher als angekündigt stattfindet und ich gerade unter der Dusche bin. Dort unterhalte ich mich aber nett mit zwei 50 Kilometer Läuferinnen – eine sagt, der Spreewaldmarathon sei von der Strecke auch nicht abwechslungsreicher. Wenn sie meint...

Auf jeden Fall ist so ein Hallenlauf eine nette Abwechslung im Winter. Die meisten Teilnehmer gehen auf mehrere Strecken an den Start. So lief der Österreicher Dietmar Korntner in diesem Jahr auf allen angebotenen Strecken – insgesamt 240 Kilometer und fast 1.000 Runden!


© TriGe Sisu Berlin; 5.2.2017