Ironman Wales 9.9.2012

von Stephen Bode

Wales sollte also meine erste Langdistanz werden. Die Anreise erfolgte am Freitag über Bristol und von dort mit dem Mietwagen nach Tenby. 3 Stunden musste man einplanen, und so waren wir erst um 23 Uhr im Hotel (dank Easyjet´s 2 Stunden Verspätung).

Am Samstag wurde es dadurch ein wenig hektisch. Startunterlagen abholen, Rad aufbauen, noch eine schnelle Runde einfahren und dann den ganzen Krempel bis 14 Uhr eingecheckt haben. Die erste Wettkampfbesprechung und die Pastaparty hatte ich so auch schon verpasst, aber am Samstagabend gab es ja noch eine zweite Besprechung. Nur gut, das ich vor dem Einchecken noch mit einigen Athleten gesprochen habe, denn so erfuhr ich, das man am Rennmorgen zwar an sein Rad, aber nicht mehr an seine Bags dürfte. Also noch schnell den Gelgürtel in den Laufsack gesteckt und alles abgegeben.

Sonntag dann 4 Uhr aufstehen und um 5 waren wir dann bei den Rädern. Das Wetter war noch OK bei 17 Grad und Wolken. 6:15 schloss dann die Transition und wir wurden alle in einer großen Prozession zum Strand geführt. Das Ganze ist ein recht langer Weg von 1,5 km, die man nach dem Schwimmen auch zurücklaufen muss. Dafür gibt es hier extra eine vierte Tüte mit einem zweiten Paar Laufschuhe, die man am Strand deponiert.

Sonntag 7 Uhr Schwimmstart in einer sehr malerischen kleinen Bucht. Klares Wasser (17 Grad) und wenig Welle. Erst wurde noch die Walisische Hymne gesungen und los ging es zu einem Dreieckskurs mit kurzem Landgang. Nach dem anfänglichen Hauen und Stechen kam ich recht schnell in meinen Rhythmus und die erste Runde hatte ich in 31 Minuten hinter mir. Auf der zweiten habe ich dann ein wenig nachgelassen, aber mit meinen knapp 1:04 h war ich sehr zufrieden. So nun schnell die Schuhe an und zum Rad laufen. Mache hatten auch schon ihren Neo´sausgezogen, aber da weis ich nicht so richtig warum, da sie die nun in der Hand mitschleppen mussten. Ich fühlte mich bei 16 Grad eigentlich ganz wohl mit Anzug zum Rad zu laufen.

Wechsel auf das Rad war ohne Probleme und ich ging als 80er in meiner AK auf die Strecke. Das Wetter war zwar noch trocken aber der Wind hatte schon deutlich zugenommen. Zu Glück hatte ich auch die neue Sisu Weste im Beutel und die war eine gute Wahl. Die Strecke ist wirklich recht anspruchsvoll. Ziemlich wellig, am Anfang sehr windanfällig und vor allen Dingen nahezu uneinsehbar. Die engen englischen Strassen, mit den vielen Hecken verhinderten sehr oft höheres Tempo ohne Stürze zu riskieren. Ich konnte trotzdem gut aufholen und habe einige hinter mir lassen können. Auf dem zweiten Abschnitt kamen dann noch 3 unangenehme Rampen mit 16 Prozent Steigung, die man leider zweimal fahren musste (bei km 100 und km 160). Mit meiner kleinsten Übersetzung von 39/23 fand ich das schon sehr grenzwertig und alles in allem wäre man bei den Bedingungen mit einem Rennrad vielleicht besser bedient gewesen. Besonders die 808er Felgen bei den Windböen waren nicht so optimal.

Am Ende stieg ich dann als 17er AK vom Rad und los ging es mit dem Laufen. Es hatte schon auf den letzten 40 Radkilometern zu regnen angefangen und der Sprühregen setzte sich bis zum Ende des Laufes fort. So war es zumindest kein Problem mit der Kühlung. Wie ich zu meinem Schrecken feststellen musste war die Laufstrecke leider alles andere als eben. Die ersten 3,5 km geht es stetig bergauf, dann Wende und das ganze wieder runter. Der Rest war dann direkt in Tenby im zickzag hin und her, aber durch die vielen Zuschauer und die super Unterstützung sehr kurzweilig.

Nach 4 Runden durfte ich dann zum Ziel abbiegen und unter großem Jubel einlaufen. Die Endzeit stand bei 10:04:50 h und war damit deutlich besser als die von mir eingeplanten 10:30. Ich endete als AK 12ter und gesamt 71er. Einziger Wehrmutstropfen war, das im Vorjahr noch ein Kona Platz mit 10:28 h vergeben wurde.

Alles in allem muss ich sagen, das der Ironman Wales ein tolle Veranstaltung ist, die bestimmt zu den schwierigeren Wettbewerben zählt, aber von großer Unterstützung der Einheimischen und sehr schöner Landschaft getragen wird.


© TriGe Sisu Berlin; 21.9.2012