Challenge Kanchanaburi 21.10.2018

von André Weyers

Am Donnerstagmorgen bin ich mit dem Auto in Chiang Rai gestartet und nach 13 Stunden im 850 Kilometer entfernten Kanchanaburi angekommen. Das Wetter spielt ja zurzeit auf der ganzen Welt verrückt, und so musste auch ich mich auf ein 30 Grad heißes und für diese Region Ende Oktober völlig unüblich regenreiches Wochenende einstellen. Normal ist die Regenzeit zu Ende.

Im letzten Jahr war ich in dieser Region schon einmal mit dem Tourenbike unterwegs, wusste also schon von dieser sehr bergigen Radstrecke, und bei dem Gedanken – Aquaplaning – wurde mir ganz schwummerig. Das Rennen fand nicht direkt in Kanchanaburi statt, sondern im 50 km entfernten Nationalpark, dort hatte ich ein Guesthouse fürs Wochenende angemietet. Freitag ab zum Guesthouse: Relaxen, Schwimmen, Massage – und viel Regen!

Am Samstag war dann Unterlagen abholen, Bike Check In, Testschwimmen auf der offiziellen Schwimmstrecke und Wettkampfbesprechung angesagt. Dort wurde verkündet, dass die Radstrecke geändert wird, wir nur 56 Kilometer fahren – also nicht die steilen Berge, da die Aquaplaninggefahr doch zu groß ist. Diese Information brachte allgemeine Zustimmung und Erleichterung. Die Radstrecke hatte nun insgesamt nur 650 Hm, aber das ist für einen Flachlandtiroler wie mich immer noch eine ganze Menge.

Sonntagmorgen 3:30 Uhr weckte mich der Wecker, also aufstehen und los mit dem Shuttle zum Startbereich. Das Guesthouse war nur 4 km vom Startbereich entfernt. Es hatte die ganze Nacht stark geregnet. Alle Teilnehmer und Zuschauer wurden, wie am Flughafen, noch einmal kontrolliert, weil Prinzessin Bajrakitiyabha Mahidol, eine Enkelin des vor einem Jahr verstorbenen Königs von Thailand, im Volksmund "Prinzessin Pa" genannt, beim Sprinttriathlon teilnahm. Sie hatte ein eigenes Zelt mit Wohnmobil und vielen Leibwächtern direkt an der Wechselzone.

Punkt 6 Uhr Platzregen – aber pünktlich zum Start um 6:30 Uhr hörte es dann doch auf zu regnen. Das Wasser war sehr warm und fuehlte sich toll an. Aus vorherigen Rennen weiß ich, dass es Sinn macht, im vorderen Feld zu starten, da die meisten Thais nicht so gut schwimmen können. Ich bin also in der vorderen Gruppe gestartet, und es hat gut funktioniert. Mit meiner Schwimmzeit, 41 Minuten, war ich zufrieden.

Beim Radfahren waren die ersten Kilometer steil bergab und eine knifflige Angelegenheit. In den Kurven wurden die Steinwände mit Stroh gepolstert, also in die Bremsen und Vorsicht. Den Rest der Strecke war etwas hügeliger als unsere Berliner Havelchaussee. Und zum Schluss dann nochmal einen knackigen Berg über 3 km mit ca. 350 Hm. Mit einem Schnitt von 29,8 km/h war ich nicht ganz zufrieden. Mit meiner Schaltung hatte ich Probleme, wahrscheinlich hat das Rad über Nacht in der Wechselzone doch zu viel Wasser abbekommen.

Nun gut, danach also rein in die Laufschuhe und ab ging es – naja doch erstmal etwas langsamer, denn nach dem ersten Kilometer ging es bergauf. Die meisten Teilnehmer gingen den Berg rauf, ich bin ihn langsam laufend hoch. Insgesamt waren 3 Runden á 7 km zu absolvieren.

Für ein paar Momente kam sogar die Sonne heraus, und ich habe mich wie in der Waschküche gefuehlt. Mein anvisiertes Lauftempo von 5:00 musste ich aufgrund der 270 Hm korrigieren. Aber ich bin noch knapp unter 6 Minuten pro Kilometer geblieben. Dieses Event hat mir 'ne Menge Spaß gemacht, es war anspruchsvoll, gut organisiert, und die Stimmung und das Drumherum war einfach super schön.

Thailand ist wirklich eine Reise wert, und es finden immer mehr Triathlonveranstaltungen statt. Die nächste Veranstaltung ist für mich im Januar in meiner Wahlheimat Chiang Rai, dort habe ich mich bei der olympischen Distanz angemeldet. Im Februar findet der 70.3 Ironman in Bangsaen ca. 80 km von Bangkok statt.

Name         Category  m/w  AK  Swim  Bike    Run      total
Andre Weyers M45-49     51   8  41:22 1:53:02 2:05:55  4:44:27.0


© TriGe Sisu Berlin; 2.11.2018