KondiusMan 6.5.2018

von Dirk Bettge

Nach dem Spreewald-Du am Samstag stand am Sonntag gleich der nächste Großkampftag an: KondiusMan beim TuS Neukölln an der Lipschitzallee. Für Sisu gingen Sonja, Jochen und Lukas beim Hauptwettkampf, dem Powersprint, an den Start. Susi war als Wettkampfrichterin vor Ort, Domenic als Videograph und ich als Fotograph. Also wieder früh aufstehen, aber das Wetter sollte wieder grandios werden, das macht doch gleich alles viel leichter.

Hier ist übrigens Domenics Wettkampfvideo.

Prolog

Das geänderte Format sah dieses Jahr für den Powersprint 3 Abschnitte vor: einen Prolog (600 Meter Laufen + 900 m Rad), die kleine Jagd (200 Meter Schwimmen und 1,3 km Lauf) und dann die große Jagd (Supersprint 300 m Schwimmen + 9 km Rad mit Windschattenfreigabe + 2 km Lauf), jeweils mit Pause dazwischen, wobei in der folgenden Runde Jagdstarts mit den notierten Rückständen ausgeführt werden sollten.

Punkt 9 Uhr machten sich die Powersprinter in 15-Sekunden-Abständen auf den Weg – Vollgas mit Wechsel in der Mitte. Die meisten verzichteten auf einen Schuhwechsel nach dem Lauf, viele schraubten sogar Pedale um. Jochen und Lukas gingen unter den Männern auf die Strecke, Sonja als erste der direkt folgenden Frauen, leider nur 6 an der Zahl: 3x TuS (Sonjas Teamkolleginnen aus der Bundeliga), Sonja für Sisu, eine junge Dame aus Stettin und eine AK-Athletin.

Mit langjähriger Mittelstreckenerfahrung aus der Schulzeit und einem guten Wechsel konnte Sonja den Prolog der Frauen knapp gewinnen und würde in der kleinen Jagd das Frauenfeld anführen. Jochen und Lukas lagen zeitlich ähnlich, damit aber im Männerfeld weiter hinten, wobei Jochen natürlich auf die Titelverteidigung bei den Masters schielte.

Kleine Jagd

Als Highlight des Tages durfte Sonja die zwischenzeitliche die rote "1" für den Jagdstart der Frauen entgegennehmen. Doch zuerst gingen die Männer mit äußerst knappen Abständen auf die Jagd. Dies überforderte die Starter offenbar etwas, jedenfalls war bald nicht mehr klar, welches "Los!" zu wem gehören sollte. War aber vielleicht nicht ganz so wichtig, es war eh alles eng beisammen. Die Frauen gingen mit etwas Abstand ins Rennen. Auch hier gab es wieder Probleme mit den gemessenen Abständen, auch hier erschien es nicht so wild, aber es ging es um hart erarbeitete Sekunden. Die 4 aus dem TuS-Ligateam schwammen jedenfalls zueinander auf und gingen nach dem Rausrennen aus dem Bad gemeinsam auf die Laufstrecke.

Sonja fand die Ungenauigkeiten allerdings gar nicht vernachlässigbar und war ernsthaft angefressen, weil sie schon wusste, dass sie dieses Jahr nur eine Chance haben würde, wenn sie Startabstände in Vorsprünge ummünzen könnte. So kam es denn nicht ganz unerwartet, dass sie beim Laufen eine halbe Minute Rückstand auf die Spitze hinnehmen musste, da ist die Vorjahresform noch nicht erreicht. Das würde schwer bis unmöglich werden, die sich davor abzeichnende Gruppe bei der großen Jagd auf dem Rad wieder einzuholen.

Große Jagd Männer

Zum Abschluss gingen alle mit ihren nunmehr kumulierten Rückständen auf die große Jagd. 300 Meter im Becken, 10 Runden auf der Lipschitzallee und 3x über den Sportplatz.

Lukas als guter Schwimmer ging ein Stück vor Jochen auf die Radstrecke, wo dieser allerdings deutlich aufholte. Schließlich fuhr Lukas noch eine Runde zuviel, so dass er zurückfiel. Jochen konnte aber seinen Titel bei den Masters verteidigen und stand mal wieder ganz oben auf dem Treppchen. Lukas hat Courage gezeigt, viel gelernt und wird hoffentlich wiederkommen.

 

31 im Ziel
Pl  Name            Verein               Prol  klJ   P+klJ  swim  t1   bike  t2   run  gesamt
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 1  Maurice Witt    Friesen/Weltraumj.   3:39  6:47  10:27  3:49 0:25 14:12 0:27 6:31  35:52
25  Jochen Becker   Sisu Berlin          4:14  8:23  12:34  5:08 0:32 15:37 0:48 7:20  42:02
27  Lukas Jarius    Sisu Berlin          4:00  8:00  12:01  3:53 0:43 17:37 0:42 7:42  42:41
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Große Jagd Frauen

Das kleine sechsköpfige Frauenfeld bekam hier ein eigenes Rennen. Die 3 Teamkolleginnen vom TuS schwammen mit 30 Sekunden Vorsprung schnell zusammen, konnten sich aber nicht auf effizientes Wasserschattenschwimmen einigen. Sonja versuchte auf der Nebenbahn, den Abstand zu begrenzen und konnte unerwartet sogar ein paar Sekunden aufholen.

Beim Wechsel konnte Sonja nochmal ein paar Sekunden gutmachen, aber es reichte schließlich nicht, um an die 3er-Gruppe heranzukommen. Die fuhr in Sichtweite mit 20 Sekunden Vorsprung, kam zwar nicht weg, aber Sonja kam trotz beeindruckender Rundensprinterei nicht ausreichend näher. Die 3 vorne liefen das schließlich untereinander aus, Nachwuchsstarterin Emma Thiele hatte dieses Jahr die besten Laufbeine und gewann den Powersprint 2018. Glückwunsch und alles Gute für die kommende Bundesliga-Saison! Da werden die 4 wieder zusammenarbeiten...

6 im Ziel
Pl  Name            Verein          Prol  klJ   P+klJ  swim  t1   bike  t2   run  gesamt
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 1  Emma Thiele     TuS Neukoelln   4:12  7:42  11:55  4:26 0:25 16:04 0:28 7:11  40:32
 4  Sonja Bettge    Sisu Berlin     4:04  8:14  12:19  4:23 0:24 16:07 0:32 8:04  41:52
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Jedermann-Triathlon

Wie immer gab es auch einen Jedermann-Triathlon, der identisch ist mit dem Schlusslauf des Powersprints, also ein Supersprint. Ausgeschrieben war ein Rennen nach den Regeln des klassischen Windschattenverbots (im Gegensatz zum Powersprint). Aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen starteten die Elitekader aus Neubrandenburg und Potsdam in dieser Welle und machten aus dem Jedermann-Tri ungefragt und regelwidrig ein Liga-ähnliches Windschattenrennen, inklusive brüllenden Trainern am Streckenrand.

Dies konnte/wollte von den Veranstaltern und Wettkampfrichtern offenbar nicht unterbunden werden und machte den Jedermann-Charakter ziemlich zunichte. Bei Windschattenfreigabe hätten Frauen auch nicht bei Männern mitfahren dürfen, aber was soll's. Ein Start der schnellen Leute beim Powersprint hätte der Sache jedenfalls besser gedient und die Starterfelder dort aufgewertet.

Schüler und Jugend

In vielen weiteren Wellen starteten noch die Schüler- und Jugendklassen in ihre Rennen. Angefangen wurde bei den Schüler/innen D, das sind die 6- und 7-jährigen. Das ist immer wieder interessant zu sehen – der Eifer ist enorm, sie fliegen förmlich über die kurzen Strecken, und die Kraft geht sozusagen noch in alle Richtungen... Immer wieder ein Höhepunkt für uns Zuschauer!

 

Was bleibt?

Es ist großartig, dass es diesen Wettkampf gibt! Die Mischung aus kurzen, schnellen Wettkämpfen mit einem Kriteriums-artigen Radsplit ist für Athleten und Zuschauer extrem kurzweilig. Allein die Organisation dieses komplexen Geflechts ist mutig und verdient Respekt. Viele Helfer, teils langjährig dabei, machen einen ganzen langen Tag lang ihren Job und sorgen dafür, dass alle Bereiche laufen. Dass die Perfektion nicht ganz erreicht wird, darf dahinter zurückstehen. Alle unter Adrenalin im Wettkampf erlebten Aufreger werden nach ein paar Tagen wieder abgeklungen sein. Details werden beim nächsten Mal angepasst. Macht weiter!

Veranstalter-Website


© TriGe Sisu Berlin; 8.5.2018