Triathlon Senftenberg 26.7.2015

Sprint über 0,75 - 22 - 5 km; Wetter: 17-21 °C, Sonne-Wolken-Mix, sehr windig

von Susi Bettge; Fotos: Dirk

Der Koschenberg-Triathlon heißt jetzt Senftenberg-Triathlon, an den vertrauten Strecken hat sich aber nichts geändert: eine 750 m-Runde im Senftenberger See vor dem Badestrand, 4 Runden á 5,5 km über den Koschenberg (40 Hm) und eine vermessene Wendepunkt-Laufstrecke auf der freundlich besonnten, asphaltierten Uferpromenade.

Nach der stürmischen Nacht sah es beim morgendlichen Aufbruch trotz der zivilen Startzeit von 11 Uhr noch recht düster aus, und das Thermometer zeigte gerade mal 15 °C. Aber die Wetterprognosen schlossen Regen übereinstimmend aus und behielten diesmal Recht. Alles andere hätte uns auch überrascht, hat es doch bei diesem Wettkampf, seit wir ihn kennen, noch nie geregnet. Die auf der Wettkampfhomepage veröffentlichte Wassertemperatur schloss auch den Neo sicher aus, auch nach der kühlen Nacht wurden noch 24 °C gemessen. Kühl war es eigentlich nur nach dem Einschwimmen bei dichter Wolkendecke und markantem Wind im nassen Einteiler.

Dann erfolgte auch schon ein unspektakulärer Start, und 84 Triathleten der ersten Startwelle (mit Startpass) rannten in den sehr sauberen, nur vom Rostschlamm leicht rötlich gefärbten See. Der zeigte sich heute nicht nur von den Temperaturen her von seiner Hawaii-Seite, es war auch ordentlich wellig. Die erste der zwei nicht übermäßig großen Bojen kam erst ca. 5 Züge vorher erstmalig in mein Sichtfeld, auf dem Weg dorthin hatte ich mich auch schon mal etwa 20 Meter neben dem gesamten Restfeld gefunden und musste erst mal wieder um Anschluss kämpfen. Deshalb hielt ich mich die nächsten 200 m erst mal bei den "Wechselschwimmern", die immer wieder zwischen Kraul und Brust pendelten und denen ich daher eine gewisse Orientierung im kabbeligen Wasser zutraute. Auch der Schwimmausstieg, der wie in den Vorjahren nach meiner Auffassung nicht unübersehbar genug markiert war, kam nur unwillig in Sicht. Beim Schwimmausstieg wurde meine Freude darüber, dass ich nicht seekrank geworden war, leider gleich wieder dadurch getrübt, dass ich auf einen der größeren Steine trat und die anschließende Treppe erst mal vorsichtig raufhumpelte.

Aber es ist ja Wettkampf, also rein in die Wechselzone, Rad geschnappt und auf den Weg hinauf zum Radaufstieg auf einem kurzen Kopfsteinpflasterstück. Nach 200 m ist der Kreisverkehr erreicht, von dem aus es rauf auf den Koschenberg geht und den man also fünfmal sieht, bevor es wieder zur Wechselzone geht. Die Radstrecke liegt glücklicherweise größtenteils im Wald und ist nicht so windanfällig. Erst geht es rauf, dann nach einer kleinen Kuhle noch mal rauf, in Wellen runter und am Ende flach durch den Ort zum Kreisverkehr – auf die nächste Runde. Nach und nach überrundeten mich die schnelleren Teilnehmer, darunter auch Dirk auf meiner dritten Radrunde. Auf der vierten Radrunde musste ich mich dann ein wenig selbst treten, damit ich die Höhenmeter auch noch halbwegs dynamisch erklimme und ordentlich über die Kuppe trete.

Für die Laufstrecke wählte ich diesmal die sockenlose Variante, eine echte Premiere! Durch die beim Wechsel eingesparte Zeit erwischte ich an der Laufstart-Zeitnahme gerade noch den Gesamtsieger Maik Petzold bei seinem Zieleinlauf. Das motivierte mich mir gleich nach meinem Finish von ihm und seinem ebenfalls gestarteten Vater ein Autogramm abzuholen. Schließlich ist man nicht jeden Tag in der gleichen Startwelle unterwegs wie ein Olympiateilnehmer!

Autogrammstunde bei den Petzolds

Aber vorher waren noch die 5 flachen Laufkilometer zu absolvieren, von denen mir jeder sorgfältig vermessene und markierte halbe Kilometer eher wie ein ganzer vorkam. Auch hier war der Wind nicht so störend wie erwartet. Allerdings hatte die zunehmend herauskommende Sonne die Strandgäste auf die Promenade gespült, so dass man sich den Laufweg teilweise "freirufen" musste. Die ersten Läufer und Läuferinnen, die mir entgegenkamen, legten ein imposantes Tempo an den Tag. Ich orientierte mich an Sonjas Rat: "du musst die ganze Zeit keuchen" und tat mein Mögliches. Dirk kam mir gut im Rennen liegend schon bald entgegen. Nach der 2,5 km-Wende sah ich, dass tatsächlich auch noch einige Teilnehmer/innen hinter mir waren, darunter eine Frau, die schneller unterwegs war als ich. Also weiter so schnell es geht. Schließlich kam das Ziel in Sicht, wo jede und jeder freundlich begrüßt und namentlich angesagt wurde.

Dirk hat mit schneller Radfahrt und ordentlichem Lauf seine Altersklassenkonkurrenz diesmal hauchdünn abgehängt und mit dem 15. Gesamtplatz die AK gewonnen. Ich konnte die AK gegen wieder nur zwei Konkurrentinnen ebenfalls für mich entscheiden. Die Siegerehrung haben wir nicht mehr abgewartet, weil wegen der Austragung der Brandenburgischen Sprintmeisterschaft erfahrungsgemäß nur die Gesamtsieger/innen und die Brandenburgischen AK-Meister/innen geehrt werden und wir ja noch das große Tour de France-Finale in Paris live am Fernseher miterleben wollten. So warteten wir Kuchen mampfend und Flüssigkeit nachfüllend nur noch die Zieleinläufe der nach uns gestarteten Jedermann-Welle ab und machten uns auf den Heimweg.

Zum Wettkampf ist zu sagen, dass es ein übersichtlicher, sehr gut organisierter und betreuter Wettkampf in freundlich-entspannter Atmosphäre ist, bei dem aber in der Meisterschafts-Startwelle durchaus Leistung abgeliefert wird. Sehr zu empfehlen!

Ergebnisse

Sprint 0,75 - 22 - 5 km
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Plg Name,Vorname           Verein             Ak     gesamt   swim      bike      swim+bike run
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Offene LM Brb; 66 Maenner und 16 Frauen im Ziel

  1 Albrecht, Louise  Neptun 08 Finsterwalde  W20 1  1:14:01  11:56(10) 42:44(40) 54:40(29) 19:21(14)
  9 Bettge, Susi           Sisu Berlin        W45 1  1:29:17  16:52(64) 47:50(69) 64:42(64) 24:35(69) 
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  1 Petzold, Maik   Bautzener LV Rot-Weiß 90  M35 1  1:04:42  10:32( 1) 37:01( 5) 47:33( 2) 17:09( 3)
 15 Bettge, Dirk           Sisu Berlin        M45 1  1:12:58  13:18(30) 38:49(11) 52:07(11) 20:51(34)
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Ergebnisse offene Brb-Meisterschaft
Gesamtliste


© TriGe Sisu Berlin; 26.7.2015