Krausnicker Bergelauf 26.2.2017

von Denise Kottwitz

Vom Krausnicker Bergelauf, der in diesem Jahr schon zum 20. Mal ausgetragen wurde, hatte ich bis vor sechs Wochen noch nie gehört. Ein Artikel in einer Niederlausitzer Lokalzeitung stellte den Lauf vor und so wurde ich neugierig. Krausnick ist ein kleines Dorf am Rande des Spreewalds, nahe dem Tropical Island. Zum Laufen werden Strecken von 2, 6, 13 und 21 Kilometern angeboten. Letztere Strecke soll für mich ein abwechslungsreicher Trainingslauf werden. Eigentlich – ich hätte das Wort "Berglauf" kritischer wahrnehmen sollen!

Gestartet wird an der alten Schule, Parkplatz und Anreise sind von der Hauptstraße ausgeschildert. Vor dem Start wird noch verkündet, dass für die Sieger auf der jeweiligen Strecke zwei Freitickets für das Tropical Island gibt. Sehr verlockend. Ich bleibe dennoch bei meinem Vorhaben ein Trainingstempo zu laufen.

Nach dem Start des Kinderlaufes über 2 Kilometer machen sich rund 200 Starter entlang der Dorfstraße auf die Strecke. So gibt es am Beginn kein Gerangel, doch schon nach wenigen Metern geht es in den Wald. Der Weg ist ziemlich sandig und teilweise auch noch matschig. Sehr kräfteraubend auf den ersten Metern. Dann geht es wie auf einer Berg- und Talbahn kleine Hügel rauf und nieder. Es macht Spaß, auch wenn es ziemlich anstrengend ist.

Die Uhr habe ich im Blick, um mich von der Atmosphäre nicht mitreißen zu lassen und beim Trainingstempo zu bleiben. Kann man aber vergessen: Profil und Untergrund lassen mich Geschwindigkeiten zwischen 4:50 und 7:20 laufen. Also doch nach Gefühl rennen. Nach der Versorgungsstation bei Kilometer fünf geht es lange bergab. Bergläufe habe ich nun gerade nicht trainiert, und das einfach rollen lassen wird ganz schön mühsam. So freut es mich, als die Strecke etwas flacher wird. Es geht am Ufer von drei wunderschönen Seen entlang (Pichersee, Mittelsee und Schwanensee). Auch profiliert und an einigen Stellen sehr windanfällig - aber wirklich traumhaft. Man weiß oft gar nicht, was für schöne Flecken Erde es gibt, und dann noch direkt vor der Haustür.

Aus dem Schwärmen werde ich jedoch gerissen, als die Strecke plötzlich bergan geht. Aber wie steil - ich fühle mich an den Brockenlauf erinnert. Laufend überstehe ich das Stück, es wird etwas flacher, bis es in einer 90 Grad Kurve eine steile Rampe (anders kann man diesen Anstieg nicht bezeichnen) hinaufgeht. Oben steht der Aussichtsturm des 144 Meter hohen Wehlabergs. Ich habe den Ehrgeiz hinaufzulaufen, auch wenn eine Läuferin neben mir sagt, man solle doch lieber gehen und Kräfte sparen. Ich ziehe den Anstieg dennoch im Laufschritt (oder Tippelschritt) durch. Oben geht es ja gleich wieder runter. Die besagte Läuferin überholt mich mit ihren gesparten Kräften, dreht aber dann Richtung Ziel der 13 Kilometerstrecke ab.

Für mich geht es in die zweite, aber modifizierte Runde. Erst der lange Abstieg, dann an den tollen Seen vorbei, dann aber nicht mehr bergan auf den Gipfel, sondern um den Gipfel herum. Breite Wege, Untergrund gut, aber nach 15 Kilometern macht sich die schwierige Strecke doch bemerkbar. So wird aus dem geplanten Trainingslauf doch ein Wettkampf, oder zumindest ein Kampf gegen mich selbst.

Neben der allgemeinen Müdigkeit kommt bei Kilometer 17 auch noch ein Krampf im linken Bein dazu. Zum Glück geht es ab dort nur noch bergab, und so komme ich noch einigermaßen voran. Völlig platt komme ich nach 2:03 Minuten ins Ziel, die Strecke war dann auch noch 600 Meter länger als ausgeschrieben.

Fazit: Ein grandioser Lauf zum Kennenlernen seiner Heimat. Die Krausnicker Berge sind ein echtes Naturjuwel vor den Toren Berlins. An einem goldenen Herbsttag bestimmt unübertrefflich, sicher auch in Wanderschuhen oder auf dem Mountainbike.


© TriGe Sisu Berlin; 2.3.2017