Bericht Kusee-Triathlon Augsburg 24.7.2016

von Denise Kottwitz

Vermutlich geht es den meisten von uns so: entweder nimmt man Urlaub um an einem bestimmten Sportereignis teilzunehmen oder zu mindestens schaut man mal ob sich nicht gerade zufällig eine nette Veranstaltung am Urlaubsort befindet. Da wir nach unserem Alpenurlaub noch Freunde im Unterallgäu besuchen wollten stieß ich auf folgenden Triathlon in Augsburg: Night-and-Day Champion am Kuhsee. Samstagnacht sind 5 Kilometer zu laufen und am Sonntag findet ein Sprinttriathlon mit 500 Meter schwimmen, dann 17 km Rad auf einer Schotterstrecke, daher waren eher Mountainbikes empfohlen und 5 km Laufen. Das Format dieses Wettkampfes spricht mich sofort an, um aber auch noch was von den Freunden zu haben nehme ich letztendlich nur am Triathlon teil. Bei den Freunden leihe ich mir auch noch ein Rad, dass hatte ich nämlich nicht im Urlaubsgepäck.

Bei herrlichstem Sommerwetter erreichte ich etwas später als geplant den Kuhsee (Anfahrtsbeschreibung war etwas verwirrend auf der Website), aber sehr schnell erhalte ich meine Startnummer, einen Chip für den Fuß und ein T-Shirt. Die Wechselzone liegt unter Bäumen, ich entdecke meinem Platz nicht: "da hinter dem Busch" heißt es - hoffentlich finde ich das Rad nach dem Schwimmen. Schnell etwas warmgelaufen, und schon geht es ans Wasser: knapp 400 Hundert Starter, davon 95 Frauen - eine beeindruckende Quote. Ich habe etwas Angst, da man leider recht weit ins Wasser laufen kann... und obwohl ich mich soweit außen wie möglich einordne wird meine Befürchtung bestätigt. Die ersten hundert Meter werden eher ein Laufwettkampf bei dem man als kleinerer Mensch eher das Nachsehen hat. Aber ich schlage mich durch. Dann schwimme ich wie es geht, die Bojen kann ich nicht sehen, hoffe dass die Leute um mich herum in die richtige Richtung schwimmen. Wieder dem Ufer entgegen geht es besser, dann ist die Strecke auch schon geschafft.

Beim Ausstieg ruft man mir ein "dritte Frau" entgegen, also alles gut. Rauf auf das ein wenig zu große und schwere geliehene Rad, auf einem Schotterweg geht es am Ufer des Lechs entlang. Mich überholen wie immer recht viele Herren und eine geringe Anzahl an Frauen. Dann werden es immer mehr Gruppen und mir wird bewusst, dass von Windschattenverbot nicht die Rede war. Ich versuche mich anzuschließen, bis zur Wende aber nur mit mäßigem Erfolg. Schaffe einfach nicht das Tempo aufzubauen. Nach der Wende erreiche ich dann doch eine Gruppe, will was trinken und verliere das Gleichgewicht als ich die Flasche zurückpacken will - muss abbremsen um einen Sturz zu verhindern. Nachteil eines geborgten Rades. Alles gut gegangen, und ich schaffe mich auch gleich wieder an einen Herren dranzuhängen. Windschattenfahren auf einer Schotterpiste ist allerdings recht schmerzhaft: ständig fliegen einem kleine Steinchen ins Gesicht, zum Glück hält meine Radbrille gehalten.

Ich freue mich aufs Laufen, es geht auf den begrünten Damm des Lechs - am Beginn stehen hunderte Fans die einen bejubeln wie bei einer Großveranstaltung. Das Laufen geht schwer - sei es auf Grund des Wanderurlaubs in den Knochen, des erschwerten Radfahrens oder der Untergrund - ich habe das Gefühl die ganze Kraft verschwindet im Boden und nicht im Antrieb. Letztendlich überholen mich zwei Frauen, ich wiederum zwei - also alles neutral - nur auf der Ziellinie sprintet noch ein Mädel an mir vorbei. Gesamtplatz neun, Altersklasse (in diesem Wettkampf als 10 Jahreslevel) dritte.

Im Anschluss gibt es noch einen Staffelwettbewerb, ein Kindereinzel- und Kinderstaffelwettkampf. Das Wetter ist schön, Verpflegung für Teilnehmer gibt es den ganzen Nachmittag und so bleibe ich bis zur Siegerehrung, die erst nach allen Wettkämpfen stattfindet. Eigentlich lockt mich vor allem die Tombola, die unter den abgegebenen Startnummern durchgeführt wird: es gibt zwei Fahrräder zu gewinnen (eigentlich jeweils einen 800 Euro Gutschein für ein Radgeschäft). Bei knapp 1.500 Gesamtteilnehmern sind die Gewinnchancen extrem hoch, zumal Gewinne nur an anwesende ausgegeben werden (das waren dann noch maximal 500). Trotz hoher Chancen gewinne ich bei der Tombola nicht, auch nicht einen der vielen anderen Preise. Aber ich darf wenigstens auf Treppchen.

Fazit: Sicherlich kein Wettkampf für den eine eigene Anreise lohnt, aber vielleicht mit dem Rad im Sommerurlaub in der Nähe ist, sollte mal über einen Zwischenstopp nachdenken. Mehr Infos gibt es hier - auch mit einem netten Video.


© TriGe Sisu Berlin; 30.7.2016