Ironman 70.3 Las Vegas 11.9.2011

von Sascha Kaschewski

In meinem zweiten Ironman 70.3 Wettkampf hatte ich es geschafft: Die Quali für die IM 70.3 WM in Las Vegas. Zum ersten Mal wurde die WM, nach 5 Jahren in Clearwater, Florida, in der Wüste von Nevada ausgetragen. Hier sollte eine würdige Strecke für die WM entstehen, nach der wohl anspruchslosen Strecke in Florida.

Nach einigen Tagen in Las Vegas begann am 09.09. für mich das WM-Wochenende mit der Anmeldung in Henderson (Vorort von Las Vegas). Ich kann nicht verheimlichen, aber es hatte schon was, nun endlich dabei zu sein. Die Anmeldung verlief wie immer problemlos, nur ein Bogen, der unterschrieben werden musste, überforderte meinen Verstand. Eine zweite Person musste darauf unterschreiben, dass ich verstanden habe, dass ich meinen Helm auf eigene Gefahr nutze (WAS?). Ein netter Kanadier half mir hier, so wie auch ich, gleich auf seinem Zettel seine Kenntnis bestätigte.

Neben dem üblichen Einkaufen im Souvenier-Zelt, stand an dem Tag noch das Begrüßungsbuffet in einem 5 Sterne Hotel auf dem Plan. Das Zimmer für 175 Euro die Nacht hatte ich ausgelassen, aber das Buffet war aller Ehren wert.

Am 11.09. war es dann so weit. In der 12ten Startgruppe war ich dann dran mit dem Start im Lake Las Vegas, einem künstlichem See in der Wüste, an dem auch das imposante 5-Sterne Hotel lag. Bei 28 Grad Wassertemperatur durfte mein Neo leider den Koffer nicht verlassen. Hier begann auch ein erster Kritikpunkt. Nach dem Verlassen der Wechselzone 1 musste man gleich in die Reihe zum Schwimmen. Nun stand und saß ich in der Schlange für gut 80 Minuten. Der Start erfolgte aus dem Wasser heraus, in dem man 10 min früher schon herumstrampelte durfte. Den Kanonenschuss als Startsignal konnte man nicht überhören. Nach ca. 100 Meter entschloss sich meine Schwimmbrille den Nebel einzuführen, aber stur wie ich nun mal bin, schwamm ich weiter. Nach einiger Zeit konnte ich nur noch mit dem rechten Auge durch ein kleines loch am Rande der Brille die Strecke sehen. Glücklicher Weise konnte ich mich an einer Brücke, die man unterqueren musste, orientieren, da ich die Bojen bei dem "Nebel" nicht mehr erkennen konnte. Gerade bin ich wohl nicht richtig geschwommen, aber nach gut 42 min (eine passable Zeit für mich ohne Neo) erreichte ich den Ausstieg. Nun kam eine ca. 400 m lange wellige Laufstrecke zur Wechselzone 1.

Nachdem ich mein Mietrad, ein Cannondale Synapse Rennrad, in Empfang genommen hatte, ging es laufend mit dem Rad einen kleinen Hügel hinauf, bis man endlich auf das Fahrrad steigen konnte. Noch schnell die einzigen ca. 200 ebenen Meter der Radstrecke absolviert, bevor die Hügel begannen. Die gesamte Radstrecke besteht aus keinem ebenen Meter. Es geht entweder hoch oder runter. Zwar sind die Anstiege nicht lang, dafür aber regelmäßig. Dies hatten sie auf der Wettkampfbesprechung auch schon angekündigt. Mein gemietetes Rad fuhr sich ganz gut, nur die Kompaktkurbel brachte mich bei den Abfahrten das ein oder andere Mal zur Verzweiflung. Ich wollte gerne schneller fahren, aber ich konnte nicht schneller treten. Zu guter letzt geht die Radstrecke insgesamt mehr hoch und ist mit etwa 1500 Höhenmeter recht ambitioniert. Die letzten 10 km geht es leicht bergauf, so dass die Beine beim Laufen auch wissen, was sie getan haben. Knapp 3 Stunden habe ich für den Wüstenritt gebraucht.

Die Wechselzone 2 befindet sich ca. 20 km von der Wechselzone 1 entfernt in Henderson. Hier beginnt eine Laufstrecke, die die Radstrecke meines Erachtens noch übertrifft. Sie ist ebenfalls nicht flach, sondern geht entweder hoch oder runter. Man läuft hier zum Wendepunkt ca. 1,5 km hoch, dann die gleiche Strecke wieder runter, an der Wechselzone vorbei und dann wieder 1,5 km hoch zum nächsten Wendepunkt. Vom Höhenprofil kann man sich ein "V" vorstellen, mit der Wechselzone und dem Ziel an der tiefsten Stelle. Nicht umsonst sind so die meisten Laufzeiten so um 1:40 auf den 21 km. Ich war noch schlechter.

Nach etwas weniger als 5:35 Stunden war ich dann auch mal im Ziel. Leider war ich die Woche vor dem Wettkampf erkältet, was sich speziell auf der Laufstrecke bemerkbar gemacht hat. Kurz vor meiner Erkältung hatte ich in Las Vegas noch einen 5 km Lauf als zweiter beenden können in guten 17:35 min auf einer hügligen Strecke. Ich war also eigentlich ganz gut drauf. Aber ich muss auch sagen, dass ich das Wetter unterschätzt habe. Bei Temperaturen am Wettkampftag knapp unter 40 Grad und ohne Schatten, habe ich wohl zu wenig getrunken. Da man in der Wüste, wegen der geringen Luftfeuchtigkeit, kaum schwitzt, merkt man den Flüssigkeitsverlust nicht. Insgesamt bin ich glücklich, dass ich den Wettkampf erleben durfte, aber die miserable Zeit muss ich in der Zukunft mal verändern. So will ich nicht in die Bücher eingehen. Ich komme wieder!

Bis zu meiner Rückkehr hoffe ich, dass der größte Schwachpunkt des Wochenendes, neben meiner Endzeit, behoben werden kann. Da der ganze Wettkampf keine Rundstrecke ist, musste ich, wie viele andere auch, nach dem Ziel wieder zur Wechselzone 1, wo mein Auto stand. Irgendwie hatte der Veranstalter nicht damit gerechnet, dass die Teilnehmer zu ihren Autos zurück wollten. Sie hatten ganze 2 Reisebusse (19 Sitzer) für den Rücktransport organisiert. Neben der Tatsache, dass die Busse sehr klein sind, hatten die "dussligen" Triathlonteilnehmer auch noch Fahrräder dabei. Dies führte dazu, dass im Bus jeweils ein Sitz für einen Teilnehmer und daneben das Fahrrad gebraucht wurden. Ich habe gut 1,5 Stunden gebracht um in den Bus zu kommen. Durch den Zeitverzug und da mein Hotel nicht am Start, sondern ca. 30 min entfernt in Las Vegas war, schaffte ich es zeitlich nicht mehr zur Abschlussveranstaltung. Dieser Part war definitiv nicht weltmeisterschaftlich!


© TriGe Sisu Berlin; 12.10.2011