32. LVB Triathlon Leipzig 26.7.2015

von Michael Vonderbank; Fotos: Daniela Mesus

Olympische Distanz und Sprint; Wetter: 17-22 °C, anfangs bedeckt, später sonnig, sehr windig

Warum schreibe ich überhaupt diesen Bericht? Nach ihrem Radunfall konnte Daniela nicht antreten, und so kam ich überraschend zu einem Startplatz. Danke noch einmal und weiterhin gute Besserung! Martin, Jörg und Baptiste und ich traten auf der Olympischen Distanz an und Matthias beim Sprint.

Der Leipziger Triathlon rühmt sich selbt, der älteste und traditionsreichste Olympische Triathlon in Deutschland zu sein. Was unterscheidet ihn von anderen? Einiges: die Helfer tragen keine T-Shirts, sondern bunte Hemden. Der Sprecher, ein sächsisches Triathlonurgestein, ist ein Phänomen – zwischen 8 und 17 Uhr war er ohne Ermüdungserscheinungen "auf Sendung", kannte enorm viele Teilnehmer, interviewte sie vor dem Einchecken oder nach dem Zieleinlauf und konnte überall, im Wechselgarten, im Zielbereich und auf den letzten Metern der Laufstrecke gut verstanden werden. Dazwischen ersparte er uns mit seinen Informationen die obligatorische Wettkampfbesprechung und besorgte Teilnehmern ein anderes Hinterrad, weil Scheiben verboten waren. Auf der Rad- und der Laufstrecke feuerten viele Zuschauer uns Teilnehmer an und schafften eine besondere Atmosphäre, die auch im Zielbereich noch zu spüren war. Die Zeitmessung mit dem Chip am Fuß geschah über Bodenkontakte und musste nicht aktiv erledigt werden.

Als wir uns gegen 9:30 Uhr eincheckten, ging Daniela erst einmal los, um warme Jacken zu holen, es war kühl und sehr windig. Beim Vorbereiten wurde ein Teilnehmer meiner Altersklasse AK 65 interviewt, der als ehemaliger Europameister über 400 m flach die Stadionrunde immer noch 62 Sekunden schafft. Martin zog symbolisch seinen Hut. Der Sturm vom Tag zuvor hat das Wasser kräftig umgeschichtet, so dass es nicht das befürchte Neoverbot gab. Pünktlich um 11 Uhr startete die erste Welle mit Martin, Baptiste und mir, fünf Minuten später die zweite mit Jörg. Der Kulkwitzer See ist wunderschön klar mit einer Sichtweite, von der man bei uns nur träumen kann (auch ein Grund, der für diesen Triathlon spricht), wenn auch sehr kabbelig. Nur eine Runde, die wir vier problemlos meisterten, aber länger als erwartet brauchten, weil die Strecke 1550 m (offiziell) oder sogar 1640 m (Jörgs GPS-Messung) lang war.

Zum Wechseln gelangt man, ohne sich sandige Füße zu holen, ein weiterer Pluspunkt. Die vier Radrunden, jede 10,5 km lang, beginnen mit zahlreichen unfallträchtigen Kurven, bevor man auf die halbseitig gesperrte Bundesstraße kommt, vier Kilometer auf offenem Feld mit kräftigem Gegenwind, dann wieder schneller nach Leipzig zurück. Weil ich immer noch nicht schnell Rad fahre, wurde ich auf den ersten Kilometern permanent überholt, da muss ich dringend den Winter besser nutzen. Martin überrundete mich anfangs meiner vierten Runde, Jörg überholte mich wenig später, beide mit aufmunternden Rufen. Erstaunlich fand ich, dass meine Rundenzeiten ungefähr gleich blieben, was entweder an meiner Kondition (oder am nachlassenden Wind) lag. Kurz vor dem Wechsel konnte ich Martin am Ende seiner ersten Laufrunde anfeuern. Dann zum Laufen, in diesem Jahr meine andere schwache Disziplin – mit der Hypothek von über einer Stunde am Werbellinsee.

Schwer atmend und keuchend einen Schritt vor den anderen setzend ging es auf dem ersten Kilometer gleich eine Rampe hoch und siehe da, anschließend fand ich meinen Laufrhythmus und kam besser in Schwung. Am Ende immer noch nicht zufriedenstellend, aber ich hatte die 50 Minuten-Marke im Blick. Kurz vor Ende der ersten Runde feuerte mich Baptiste an, während er locker an mir vorbei ins Ziel zog. 25 Minuten später warteten dort Daniela, Martin und Jörg mit einem Bier in der Hand und gratulierten mir zur Saisonbestzeit von unter 2:50 h und dem zweiten Platz in der Altersklasse. Martin steckt in der Vorbereitung für den Ironman auf Mallorca und Jörg philosophierte nach den Trainingsfahrten und den 180 km in Roth darüber, wie schnell die vier Radrunden vorbei waren, Mathias kam ebenfalls ohne Probleme ins Ziel und vervollständigte damit die zufriedenen Sisu-Gesichter. Ein schöner Wettkampf, den ich mir auch fürs nächste Jahr vornehme und den ich wärmstens empfehlen kann.

Hier sind Links zu den Ergebnissen und einem Artikel der Leipziger Volkszeitung.


© TriGe Sisu Berlin; 8.8.2015