Leipziger Triathlon 23.7.2017

von Martin Seller

Jedes Jahr aufs Neue zieht es uns am vorletzten Juliwochenende in die Heimat zum Leipziger Triathlon. Dort, wo ich schon als 14-jähriger "Stift" gestartet bin. Der Wettkampf ist in der deutschen Triathlonszene sehr bekannt, starteten dort auch schon Norman Stadler, Andreas Raelert und Seriensieger Lothar Leder. Die Leistungsdichte ist also eine ganz andere, als man hier in Berlin/Brandenburg gewöhnt ist.

In diesem Jahr war die Berliner Beteiligung wieder recht hoch. Neben Dani starteten noch Ingo, Dirk L., Matthias S. von Sisu und Danny H. und Thomas L. vom Tri-Team. Zudem wurde es ein Großfamilienausflug unsererseits, denn neben Dani waren noch ihr Bruder, mein Bruder und meine Schwägerin mit am Start.

Meine Erwartungshaltung war nicht besonders hoch, auch wenn ich mich 2 Wochen nach Frankfurt doch wieder sehr frisch fühlte. Der Spaß stand also im Vordergrund. Nach der obligatorischen Vorabrunde (Willy- und Teufelsbergrunden) u.a. mit Stephen, Micha und Harry am Samstagvormittag sind wir mittags bei Sonnenschein bzw. leichter Bewölkung nach Leipzig gefahren.

Angekommen brannte die Sonne recht intensiv, während in Berlin wohl wieder Weltuntergang herrschte. Also schon mal alles richtig gemacht. Sonntag 11 Uhr war Start. Geschwommen werden 1.550 m (eher 1.600 m) im Kulkwitzer See (einer der Top 5 der saubersten Seen in Europa). Die Streckenlänge begründet sich dadurch, dass der Veranstalter selbst Inhaber eines Triathlonshops ist und am Vortag Neoprenanzüge verkauft. Und durch die zusätzlichen 50 m gelten die Temperaturgrenzen für Mitteldistanzen (was für ein Fuchs ;-) ).

Das Wasser ist so klar, dass man bis zum Grund schauen kann, als würde man in Leitungswasser schwimmen. Vor dem Start wurde ich noch vom Sprecher ausgerufen, weil mein Bruder unbedingt ein Familienfoto machen wollte... Ok, dann machen wir das eben auch noch schnell.

Gestartet wurde vom Wasser aus. Ich sortierte mich "selbstbewusst" in der ersten Reihe ein, umgeben von einigen Triathlonprofis (Per Bittner, Christian Otto, Martin Schulz – Paralympics Goldmedaillengewinner von Rio). Das Gedränge vor dem Start war schon recht hoch, sodass ich mir etwas unsicher war, ob meine Platzwahl die Richtige war. Dann fiel aber schon der Startschuss und ich kraulte "um mein Leben", um nicht von hinten überschwommen zu werden.

Das klappte bis zur ersten Boje auch ganz gut, allerdings merkte ich dann schon deutlich, dass mir die Puste ausging. Ich ließ also einfach den einen oder anderen Mitbewerber vorbeiziehen, um mich im Wasserschatten etwas ausruhen zu können. Nach ca. der Hälfte der Strecke hatte sich die Spitzengruppe deutlich nach vorn abgesetzt, und ich führte gefühlt "eine Verfolgergruppe" an. Zumindest gab es kein Gerangel und ich konnte das Schwimmen wirklich genießen. Als 19. kam ich aus dem Wasser und ab ging's auf's Rad.

Die Radstrecke ist eine 10km-Runde, die 4mal zu fahren ist. Mit An- und Abfahrt zu der Runde sind es 42,5 km. Entsprechend füllt sich die Strecke Runde für Runde, da dann auch die langsameren Schwimmer auf die Radstrecke kamen. Also spätestens aber der 2. Runde ist Vorsicht beim Überholen geboten. Leider gab es dadurch auch 2 schwerere Unfälle, die mit Krankenwagen abtransportiert wurden. Bei der hohen Familienbeteiligung war ich froh, dass ich die Verletzten nicht kannte.

Nach 10 km auf dem Rad kam Danny an mir vorbeigeflogen. Ich habe kurz gezuckt, hatte aber keine Chance sein Tempo mitzugehen. Er fuhr und lief wieder mal wie von einem anderen Stern. In meiner letzten Radrunde bin ich dann Dani begegnet, der es auch gut ging, sie aber aufgrund der gesehenen Stürze und des doch starken böigen Windes lieber etwas vorsichtiger fuhr.

Ansonsten passte die Leistung auf dem Rad bei mir. Knapp 40er Schnitt, Wattwerte in Ordnung, keine großartige Müdigkeit in den Beinen zu spüren. Dann schneller Wechsel und ab auf die Laufstrecke. Es sind 2 Runden á 5 km mit wechselnden Untergrund und einem leichten Anstieg zu laufen. Am Ende ist die Strecke aber wesentlich kürzer als angegeben. Ich wäre sonst niemals 37 min auf 10 km gelaufen.

Egal, die Beine fühlten sich sehr gut an, ich konnte auch noch ein paar Leute einsammeln und am Ende als 19. gesamt und 3. AK ins Ziel kommen. Danny wurde starker 8. Ingo musste Thomas vom Tri-Team beim Laufen ziehen lassen und kam eine Minute nach ihm ins Ziel. Dani hatte einen super Lauf und konnte 4. in ihrer AK und gesamt 31. werden.

Fazit: wir kommen alle wieder ;-)

 

Hier sind die Ergebnislisten

 


© TriGe Sisu Berlin; 30.7.2017