Leipziger Triathlon 22.7.2018

von Jörg Zotzmann, Fotos: R. Tomaszewski

Olympische und Sprint-Distanz, Wetter: bedeckt, kaum Wind, 25 bis 27 °C

Der Triathlonsport hat mich wieder! Ob ihm das zum Vorteil gereicht, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall gibt es für mich Grund zur Freude, habe ich doch gerade meinen ersten post-Unfall-Triathlon gefinisht. Ich kann es also noch – oder schon wieder. Und es hat Spaß gemacht (zumindest im Nachhinein betrachtet, wenn die Schmerzen vergessen sind)! Ich habe während meiner Zeit im Krankenhaus und danach viel Anteilnahme und Unterstützung durch die Sisus erfahren und möchte deshalb diesen Bericht auch dafür nutzen, den interessierten Leser wissen zu lassen, wie es mir geht. Die Motivation, die ich im Verein bekam und bekomme, hat einen wesentlichen Anteil daran, dass ich schon wieder auf dem Fitnesslevel bin, um Wettkämpfe zu bestreiten.

Für meinen ersten Wettkampf dieses Jahr habe ich mir bei meinem Lieblingstriathlon in Leipzig die Sprintdistanz ausgesucht. Die einzelnen Distanzen sind inzwischen kein Problem mehr für mich. Jedoch hat mein Rücken arge Probleme mit den Haltungswechseln, vom gestreckten Schwimmen zum gebeugten Radfahren und zurück zum aufrechten Laufen. Ich wollte diesen Triathlon also hauptsächlich als Wechseltraining nutzen. Mit Antje und Christian auf der Olympischen Distanz waren wir drei Sisus am Start in Leipzig.

Bei einer Wassertemperatur von knapp unter 22 °C war Neopren erlaubt. Weil sich die Luft kurz vor dem Start allerdings schon stark erwärmt hatte, musste man mit dem Neo schnell ins Wasser. Und los ging's im glasklaren Wasser des Kulkwitzer Sees. Das Schwimmen im Neo fühlte sich schon ganz gut an. Ich hatte keinerlei Schmerzen, wusste aber schon vom Training, dass ich nicht gerade schnell unterwegs sein würde. Mir fehlt es noch an Kraftausdauer und Rumpfmuskulatur. Auch die linke Schulter ist noch nicht hunbdertprozentig beweglich, und der linke Arm geht noch nicht vollständig zu strecken. Mit 13 min für 550 m war ich dann einigermaßen zufrieden. Der Ausstieg aus dem Wasser fühlte sich schon etwas wackelig an, aber ich konnte den leichten Anstieg zur Wechselzone recht zügig überwinden. Die fiesen Schmerzen, die mich beim Schwimmtraining monatelang beim Ausstieg aus dem Schwimmbecken gequält hatten, sind aber nicht aufgetreten. Die nächste Herausforderung war das Ausziehen des Neos, aber auch hier ging das Bücken besser als erwartet.

Auf dem Rad fühlte ich mich erwartungsgemäß wohl. Da Radfahren sehr rückenschonend ist, bin ich schon viel gefahren, gut trainiert und bereits wieder so fit wie vor dem Unfall. Ich konnte den Schnitt über 36 km/h halten und einige Plätze gut machen. Der Knackpunkt war nun aber der Wechsel vom Rad zum Lauf. Insbesondere nach längerem Sitzen (ob im Büro, im Auto oder auf dem Rad) habe ich Probleme, mich aufzurichten und laufe immer noch leicht gebeugt. Ich habe in der Wechselzone noch 20 Sekunden lang Streckungsübungen gemacht und bin dann losgerannt. Nun hatte ich aber permanente Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, aber die kenne ich ja schon. So lange die Schmerzen während des Laufens nicht schlimmer werden und nach dem Lauf wieder abklingen, ist alles vertretbar. Dennoch war ich froh, dass es nur 5 km waren. Ich wurde von einigen Athleten überholt und habe mich immer darüber geärgert. Natürlich ging es bei mir um nichts, aber absolut kalt gelassen hat es mich eben nicht. Von den Beinen her war ich kräftig genug, um viel schneller zu laufen, nur der steife Rücken hat das nicht zugelassen. Also habe ich wieder ein paar Plätze verloren.

Am Ende bin ich mit einer Zeit von 1:18 h eingelaufen, was viel besser war als erwartet und sehr zufriedenstellend. Das gibt mir viel Mut und Motivation für die Zukunft. In drei Wochen werde ich einen Schritt weiter gehen und eine olympische Distanz probieren.

Der erste Triathlon war ein voller Erfolg, und selbst ich muss zugeben, dass ich doch relativ schnell den Berg hinauf gekommen bin. Das harte Training hat sich bezahlt gemacht. Es gibt aber eben auch noch eine Reihe von Baustellen: Die Beweglichkeit in Schulter und Rücken muss gesteigert werden. Das Schwimmtraining und Stabi-Übungen müssen nach der Saison intensiviert werden. Die Rückenschmerzen beim Laufen werden mich noch viele Monate begleiten, wer weiß ob sie überhaupt vollständig verschwinden. Dann gibt es noch eine Reihe von Einschränkungen, die mich beim Sport kaum behindern wie sensorische Probleme. Aber ich bin ja Berufsoptimist und werde weiter trainieren.

Antje und Christian waren sehr schnell auf der olympischen Distanz unterwegs und sind beide unter die ersten 10 ihrer Altersklassen gekommen. Gratulation!

 

Hier sind die Ergebnislisten

 


© TriGe Sisu Berlin; 29.7.2018