Wasserstadt-Triathlon Hannover-Limmer 3.6.2018

von Heiko Pietsch

Auf der Suche nach einer bezahlbaren Veranstaltung für meinen ersten Start über die volle Distanz bin ich der Empfehlung von Moritz gefolgt und habe für den Wasserstadt Triathlon Hannover-Limmer gemeldet.

Schwimmen: im Lindener Stichkanal mussten 2 Runden absolviert werden. Mit rund 70 Startern auf der Langdistanz war ein entspannter Schwimmstart möglich. Das Wasser war klar und ruhig. Es gab stellenweise Wasserpflanzen, welche aber kaum das Vorankommen beeinträchtigten. Durch den engen Kanal und eine darüber verlaufende Brücke bekommt man auch als Aktiver etwas von den (wenigen) Zuschauern an der Schwimmstrecke mit.

Ein Fußballfeld wurde als Wechselzone genutzt – der Transferweg betrug 380 m und der Boden dorthin war vollständig mit Matten bedeckt. T1 war in der Schwimmzeit enthalten.

Radfahren Es waren 6 Runden zu je 30 km zu absolvieren. Der Kurs wurde vorbildlich an jeder Kreuzung durch Polizei oder Helfer gesichert, zudem war eine Fahrbahnseite vollständig für die Sportler gesperrt. Die Strecke hat mit 740 m in etwa halb so viele Höhenmeter wie die Challenge Roth. Die Qualität der Straßen war einwandfrei; an manchen Stellen gab es leichten Seitenwind. Insgesamt war es ein schneller Kurs, jedoch bestand kaum die Möglichkeit die Aeroposition zu verlassen, um die Stützmuskulatur zu lockern. In einem kurzen Anstieg wurden Verpflegung und Wasser angereicht. Zudem befand sich am Ende jeder Runde ein weiterer Verpflegungsposten. Damit gab es in Limmer mehr Verpflegungsgelegenheiten als in Roth. Sogar ein mobiler Bike-Service, welcher die Wettkampfstrecke mit Ersatzlaufrädern ausgerüstet abfuhr, wurde angeboten.

Durch die geringe Anzahl an Startern bestand keinerlei Windschattenproblematik. In der 4. und 5. Runde kamen noch Starter der Mitteldistanz und des 30 km Einzelzeitfahrens (Wasserstadt Bike) auf die Strecke hinzu. Es wurde fair gefahren. Gegen Ende des Radsplits sank die Konzentration. Zwei Fahrfehler in scharfen Kurven konnte ich rechtzeitig durch geschickte Bremsmanöver ausgleichen.

Laufen: Die Strecke führte 4 Runden über meist schattige Asphalt- oder Kieswege. Es war ein flaches Profil (100 Hm gemessen), allerdings waren kurze, steile Anstiege über eine Brücke und am Ende jeder Runde zu bewältigen. Man passierte dabei 16 Verpflegungsstellen.

Als 1. Mann mit Radbegleitung voraus und durch die Zurufe der Zuschauer war ich natürlich motiviert, einen schnellen Marathon zu laufen. Bis Kilometer 15 lief das auch ganz gut. Das Tempo konnte ich nicht halten, jedoch widerstand ich der Versuchung, anzuhalten oder Gehpausen einzulegen. Letztendlich wurde ich bei Kilometer 28 in einem bitteren Moment gestellt und kam mit einem Rückstand von 8 Minuten als Zweitplatzierter ins Ziel. Die offizielle Endzeit betrug 09:11:18 h und in den Einzeldisziplinen jeweils 01:10:18 (7.) - 04:46:08 (1.) - 03:14:51 (4.).

In der Finisher-Oase wurden leider nur Getränke, Melonen und Salzcracker, vorportioniert á 10 Gramm, angeboten. Glücklicherweise hatte Annika vorgesorgt. Auf einer Langdistanz schafft man es nur schwer alleine ins Ziel, daher gilt der Dank meiner Frau für Verständnis und Unterstützung.

Fazit zur Veranstaltung: Sehr empfehlenswert! Der Wasserstadt Triathlon (Langdistanz) war eine kleine, fast familiäre Veranstaltung ohne großes Logo und Kettenzugehörigkeit. Streckenführung und Helfereinsatz waren hervorragend organisiert und durchgeführt. Der Veranstalter hatte es verstanden, durch geschickte Planung unterschiedlicher Wettkämpfe (Sprint-, Volks-, Mittel- und Langdistanz, Quadrathlon, Einzelzeitfahren und die jeweiligen Staffeln dazu) die notwendige Infrastruktur für eine gut funktionierende Langdistanz aufzubauen. Vielleicht ließe sich ein ähnliches Konzept auch auf Berliner Triathlonveranstaltungen übertragen, zumal der Berlin XL-Wettkampf in diesem Jahr leider keine Langdistanz mehr anbietet.

Hier sind noch ein paar Links:

 


© TriGe Sisu Berlin; 10.6.2018