City Triathlon London 25.07.2010

von Carola Tali

Freitag 23.07.2010

Ich dachte bei einem Flug "nur" nach London kann man mit Easyjet nichts falsch machen... OH DOCH! Ordungsgemäß checkte ich rechtzeitig ein und auch das der Flug "erstmal" eine Stunde Verspätung haben sollte, brachte mich nicht aus der Ruhe. Als ich durch die Sicherheitszone ging und nach meinem Gate suchte, stellte ich fest, dass mein Flug grundlos gestrichen wurde. Ein freundlicher Mitarbeiter von Easyjet wies uns nun darauf hin, unser Gepäck aus dem nächsten Gebäude abzuholen. Dort angekommen wartete ich geschlagene zwei Stunden, um im Anschluss festzustellen, dass sämtliche Flüge bis zum 25.07.2010 von Easyjet ausgebucht sind. Ich war schon im Begriff mich abholen zu lassen, als Olaf mir telefonisch noch einen Flug von Lufthansa durchgab. Also buchte ich kurzerhand um auf Lufthansa und eilte nach Tegel. Mitten in der Nacht erreichte ich nun doch noch mein Hotel in London.

Das Zimmer war so klein, dass gerade mal ein Koffer reinpasste. Als wäre das Drama nicht perfekt, stellte ich fest, dass ich meinen Kofferschlüssel verloren hatte und auch mein Reiseladegerät vergaß, um mein Handy aufzuladen.

Was nun? Kein Wettkampf nach dieser ganzen Aufregung? Niemals. Mit einer Pinzette glückte es mir dann doch noch, meinen Koffer zu öffnen. Bis in die Nacht baute ich mein Fahrrad zusammen, bis ich erschöpft ins Bett fiel.

24.07.2010

Auch wenn das Zimmer meines Hotels dem einer Puppenstube glich, war es jedoch topp gelegen. So brauchte ich nur durch den Hyde Park, der übrigens wunderschön ist, spazieren und war direkt am Veranstaltungsort. Aufgrund dessen, dass dort die Weltmeisterschaften abgehalten wurden, war alles sehr professionell aufgezogen. Die Messe glich doch sehr der unseren und bot alles was das Herz begehrt, und so hatte ich die Möglichkeit, das eine oder andere Schnäppchen zu schlagen. Am Nachmittag schaute ich mir die Frauenelite an, was ich sehr beeindruckend fand. Danach wurde es langsam Zeit, mein Zimmer aufzusuchen und alles für den nächsten Tag vorzubereiten. In meinem Hotel erfuhr ich dann, dass ich nach Check Out am morgigen Tag nicht mal meinen Koffer dort hinterlegen konnte. Also durfte ich noch eine Nacht verlängern. So langsam gestaltete sich dieses Vorhaben als ziemlich teurer Wettkampf. Also konnte es nur noch besser werden.

25.07.2010 RACE DAY

Um fünf Uhr morgens wachte ich das erste Mal auf und traute meinen Ohren kaum. Es schüttete. Only in England scheint es wohl einen Tag sonnig zu sein und am nächsten Tag kühl und regnerisch. Ich betete und hoffte, dass sich das Wetter bis um 11:30 Uhr noch mal besserte. Ich sollte wohl doch noch ein wenig Glück haben. Um 8 Uhr hörte es zwar auf zu regnen, aber windig und kühl blieb es, und dann und wann fielen ein paar Tropfen. Aber all dies sollte mich nicht mehr stören. Ich wollte doch einfach nur starten.

Der Schwimmstart verlief in bestimmt dreißig Startwellen im 10 Minutentakt. Wir wurden zum Startblock geführt, und dort ging es dann direkt ins Wasser. Zum Einschwimmen blieb so gut wie keine Zeit, denn man musste sich für die Wettkampfrichter ersichtlich mit einer Hand am Startblock festhalten. Löste man die Hand vorher, gab es Zeitstrafen. Der Schwimmstart lief eigentlich unproblematisch, und doch konnte es wieder der eine oder andere nicht lassen, mich an meinem Bein in die Tiefe zu ziehen. Nach ca 100 m beschlug meine Brille und mit jedem Armschlag holte man irgendwelche Schlingpflanzen aus dem Wasser. Für den Rest des Schwimmweges hatte ich halt nur eingeschränkte Sicht, aber die großen Bojen waren ja zu erkennen.

Nachdem ich aus dem Wasser kam machte ich mich auf den gefühlten 2 km-Weg zur Wechselzone (aber 700 Meter waren es bestimmt). Der Radkurs war sehr kurvenreich, und der Asphalt auch streckenweise sehr rau. So richtig in Gang kam ich erst in der vorletzten Runde, wo eigentlich alles wieder zu spät war. Diesmal motivierter ging ich auf die Laufstrecke und genoss die mit Zuschauern reich gespickte Strecke. Der Zieleinlauf auf blauem Teppich entschuldigte am Ende alle Strapazen. Um meine Zeiten kümmerte ich mich am Ende gar nicht, denn ich musste zusehen, mein Rad noch zu verpacken, um den Weg nach Hause anzutreten. Irgendwie hatte ich ein Déjavu, denn es standen keine Taxis zur Verfügung. Also machte ich mich mit meinem schweren Gepäck auf den Weg zur U-Bahn. Relativ schnell erreichte ich meinen Shuttle zum Flughafen, um wieder völlig entnervt festzustellen, dass der Flug Verspätung hat. Geschlagene drei Stunden später kam ich dann in Berlin an.

Fazit: wenn London oder Ausland dann buche niemals Easyjet. Der Wettkampf an sich ist aber in jedem Fall zu empfehlen.


© TriGe Sisu Berlin; 3.8.2010