Bericht Ironman 70.3 Mallorca 14.5.2011

von Carola Tali

Donnerstag 12.5.2011

12 Uhr Ankunft in Mallorca. Wir hatten gehofft, wie wir es ja bisher auch eigentlich gewöhnt waren, dass uns der Shuttle sofort zum Hotel bringt, aber nix da. Geschlagene 2 Stunden verbrachten wir auf dem Flughafen. Anschließend fing dann noch die Diskussion um die Radkoffer an. Bereitwillig packte der Busfahrer sie dann aber doch ein, und es ging in Richtung Alcudia. Carsten und Kai kamen auch noch kurz vorbei, um uns zu begrüßen. Leider war es inzwischen auch schon 16 Uhr, so dass es mit einer zusätzlichen Schwimmeinheit knapp wurde. Angekommen im Hotel bauten wir flink die Räder zusammen und fuhren zum Hafen, um die Startunterlagen abzuholen. Für mich war es die erste Ironman-Veranstaltung und umso beeindruckter war ich von der Organisation. Die Helfer waren schon damit beschäftigt, das Ziel aufzubauen, Musik dröhnte über den ganzen Hafen und so langsam machte sich die Aufregung bemerkbar. Nachdem wir unsere Unterlagen hatten, fuhren wir zurück ins Hotel und ließen den Abend ausklingen.

Freitag 13.5.2011

Ich hatte Glück, dass das Meer völlig ruhig war. Somit war es für mich ein guter Einstieg, mich mit dem Salzwasser vertraut zu machen. Ich muss zugeben, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt, als es tatsächlich war, aber ich hatte wie gesagt auch Glück, dass es völlig windstill und ruhig war. Am Mittag trafen wir Carsten, Kai und Stephen zur Wettkampfbesprechung und zur Besichtigung der Wechselzone. Die Wechselzone zog sich über knapp 500 m hin, und ich glaube, ich war eine der wenigen, die noch ein "schlichtes" Rennrad besaßen. Der Weg vom Schwimmausstieg zur Wechselzone zog sich auch noch mal über 400 m. Die "Pasta-Party" sowie die Besprechung fanden direkt am Strand statt. Für Angehörige wurde ein Betrag von 15 Euro verlangt, den aber das Preis-Leistungsverhältnis nicht rechtfertigt. Es gab drei Sorten Nudeln, Tiramisu, Cola und Wasser.

Die Räder mussten am Freitag bis 18 Uhr eingecheckt worden sein, ansonsten gab es keine Möglichkeit zu starten. Wenn ich allerdings bedenke, wie viele noch am Morgen ihre Räder in die Wechselzone schoben, dann nahm man es damit doch nicht ganz so ernst.

Um bloß nichts dem Zufall zu überlassen, brachten wir unsere Räder am Spätnachmittag in die Wechselzone. Anschließend ging es an dem Abend früh ins Bett, denn die Wechselzone war am nächsten Morgen ab 7:45 Uhr geschlossen.

Samstag 14.5.2011 RACEDAY

Ich wachte alle Stunde in der Nacht auf, da ich Angst hatte zu verschlafen. Um 5 Uhr klingelte dann der Wecker. Unser Hotel bot für die Athleten Frühstück und einen Shuttle zum Event an. Die Fahrt zum Event war recht abenteuerlich, denn die Fahrerin hatte weder Ahnung, wo die Wechselzone war, noch wo sie uns am besten absetzen könnte, durch Zufall hielt sie dann aber doch direkt an der Wechselzone. Da wir relativ früh dran waren, konnten wir in Ruhe das Rad aufpumpen und startfertig machen. Anschließend ging es schon runter zum Strand.

Um 8:10 Uhr ging es dann für mich und alle anderen Damen los. Ich muss sagen, trotz 350 Starterinnen schwammen alle sehr gesittet und so verging das Schwimmen relativ schnell. Was natürlich nicht so schön war, dass man vom Schwimmausstieg bis zur Wechselzone ca. 400 m auf einem Filzteppichboden zurücklegen musste. Erst dort wurde die Zeit gemessen. Ich hatte noch zusätzlich das Pech, dass ich mir dadurch eine große Blase unterhalb der Fußsohle holte, die ich aber erst später bemerkte. Danach ging es auf die für meine Verhältnisse sehr profilierte Radstrecke, die dennoch Spaß machte. Wir hatten auch Glück gehabt, dass wir bis auf unsere übliche Schilfstrecke nach Alcudia überwiegend vom Wind verschont blieben. Das Radfahren verging für mich sehr schnell, vielleicht auch weil ich im Hinblick auf die Laufstrecke eher moderat gefahren bin.

Als ich dann vom Rad stieg und zum Wechselzelt lief, machte sich nun deutlicher meine Blase unterhalb des Fußes bemerkbar, aber ich hoffte dass es vielleicht nicht ganz so schlimm werden würde und lief erstmal los. Die ersten 3 km ging das auch halbwegs gut, aber dann wurde es immer schlimmer. Sanitäter habe ich soweit auch erstmal nicht auf der Strecke gesehen, also dachte ich mir läufst du weiter. Irgendwann war es aber nur noch eine Tortur. Uwe und Carsten holten mich dann auch kurz danach ein. Uwe dachte, ich würde vielleicht aufgeben und blieb die nächsten Kilometer bei mir. Jedoch aufgeben war für mich gar keine Option! Die letzen Kilometer biss ich dann noch mal alle Zähne zusammen und schloss wieder zu Carsten auf. Letztendlich war ich froh, nicht abgebrochen zu haben, aber richtig freuen konnte ich mich am Ende halt nicht.

Fazit: An der Organisation und Strecke gibt es nichts auszusetzen und ist in meinen Augen ein sehr anspruchsvoller Wettkampf. Das einzige was es zu bemängeln gibt, ist die Zielverpflegung, die mit Bananen und Bisquitkuchen sehr mager ausfiel.


© TriGe Sisu Berlin; 28.6.2011