Bericht Berlin-Marathon 28.9.2008

von D. Bettge

Bei idealem Marathonwetter wurden dieses Jahr Spitzenzeiten gelaufen. Es herrschten angenehme bis zu 18 Grad bei geringem Wind und Sonnenschein. Irina Mikitenko verbesserte den deutschen Rekord und legte dabei die viertbeste je gelaufene Zeit hin. Haile Gebrselassie verbesserte seinen vor einem Jahr hier gelaufenen Weltrekord nochmals um fast eine halbe Minute.

4 SISUs finishten (lt. Ergebnisliste) ebenfalls die lange Strecke, während Sonja wieder beim Minimarathon eine gute Zeit hinlegte. Die Mini-Marathonis starteten wie schon im Vorjahr am Samstag mit mittlerweile ca. 11.000 Teilnehmern, während die Langläufer wie immer am Sonntag dran waren.

Marathon-Impressionen, Fotos am Rathaus Friedenau bei km 25.

Marathon-Impressionen, Fotos: Teschner.

Saisonabschluss

von Michael Noll

Den diesjährigen Saisonabschluss bildete für mich mal wieder der Berlin-Marathon. Nachdem die Triathlon-Saison auch läuferisch für mich gut gelaufen war, habe ich mir vorgenommen den Marathon unter 3 Stunden zu versuchen. Wie ich feststellen sollte gibt es immer Lerneffekte.

Insbesondere ist es sinnvoll, die Unterlagen zur Starnummernabholung vorher zu lesen, auch wenn man in Berlin schon über 10 Mal gelaufen ist. Aus Macht der Gewohnheit bin ich donnerstags vor dem Lauf zum Messegelände und stand dann an den Einlasspforten zur Innotrans- Bahnmesse. Als ich dann erst gelesen hatte, dass die Abholung in einem alten Werk in Siemensstadt ist, habe ich mich also dorthin auf den Weg gemacht, um meine Startnummer für das sonntägliche "Unter 3 Stunden-Vorhaben" abzuholen. Damit war dann alles klar, um an den Start zu gehen.

Mit dem Riesen-Teilnehmerfeld ist die Veranstaltung aus meiner Sicht am Limit dessen, was die Straßenbreite hergibt. Die Blocks waren vor dem Start so voll, dass ich 10 Minuten vor dem Startschuss nicht mehr in meinen Block kam und mit zig anderen am Einlass meines Blockes stand. Nach dem Startschuss konnten wir uns zwar irgendwann auf die Straße schieben, aber zwischenzeitlich waren dann schon Läufer aus dem nächsten Block an der Startlinie. Das ist zu Zeiten der Chip-Zeitmessung zum Glück nicht weiter tragisch. Aber meine Idee, mit dem 3 Stunden-Pacemaker zu laufen, konnte ich abhaken, weil diese Truppe vor mir über der Startlinie war und ich dann auch an den 3:30-Leuten erst wieder vorbei musste. Glücklicherweise sind die Berliner Straßen aber so breit, dass sich nach 3 bis 4 km alles ganz gut sortiert hatte und ich meine geplanten 4:10-er km-Zeiten laufen konnte. Beim nächsten Mal werde ich mich allerdings früher Richtung Startblock bewegen, um nicht im größten Gedränge zu stehen.

Das schöne Wetter hat dazu beigetragen, dass am Streckenrand wieder große Zuschauermassen standen. Ich hatte den Eindruck, so viele wie nie. Es gab keine leeren Passagen. Insofern wurden die Läufer gut angefeuert. Für mich lief das Rennen dann auch (erst mal) planmäßig. Die 3:30 und 3:15-Truppe hatte ich im Verlauf der ersten Hälfte überholen können und war dann in einem Bereich mit meinem Tempo angelangt. Die Durchgangszeit bei der Hälfte mit knapp unter 1:29 hatte mich noch optimistisch gestimmt. Am Breitenbachplatz gab es bei km 27 auch noch entscheidende Sisu-Unterstützung vom Streckenrand, kurz danach auch am Wilden Eber. Nach dem Rennen habe ich aber erfahren, dass ich am Breitenbachplatz nicht mehr so locker ausgesehen haben soll. Meinen eigenen Optimismus musste ich in der Tat ab km 30 aufgeben, das Tempo für 3 Stunden konnte ich nicht mehr halten. Jedenfalls konnte dann mein Ziel für die letzten 12 km nur noch sein vielleicht noch eine persönlich Bestzeit aufzustellen, wozu ich eine gute 3:09-er Zeit gebraucht hätte. Dazu waren aber dann auch die letzen km zu schwer, so dass ich zu sehr an Tempo eingebüßt habe. In der Leipziger Staße hat auch die 3. Sisu-Anfeuerung an der Strecke leider nicht gereicht, die entscheidenden Körner für die Bestzeit loszueisen. Beim Überqueren der Ziellinie war ich froh, dass die Qual ein Ende hatte und ich wenigstens meine "Startblock-D-Zeit" für unter 3:15 noch erreicht habe.

Für die Vorbereitung auf einen Unter-3-Stunden-Marathon waren die Triathlons im August bei mir wohl nicht so ganz hilfreich. Das Üben an etwas mehr Tempohärte am Ende bei langen Läufen hätte vielleicht mehr gebracht. Aber schließlich betreiben wir ja Triathlon und da sind die Saisonhöhepunkte vorher. Abgesehen davon wäre auch im vorherigen Urlaub hilfreich gewesen, keine Muscheln auf der Fischplatte zu essen. Das hat auch eine mehrtätgige Pause verursacht. Letzlich war es aber wieder schön teilgenommen zu haben und bringt wieder Motivation für die neue Saison. Jetzt ist erst mal Pause.

Der Abschluss nach dem Lauf war dann übrigens wie nach jedem halben und ganzen Marathon beim Griechen. Es wird dort also wieder am ersten Sonntag im April lecker.

 PLATZ    (AK) NAME                AK   BRUTTO   NETTO
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    1      (1) Gebrselassie, Haile M35  2:03:59  2:03:59
    1      (1) Mikitenko, Irina    W35  2:19:19  2:19:19
               ...
 2794    (690) Noll, Michael       M40  3:16:10  3:12:56
 9594   (1762) Woosmann, Rainer    M45  3:51:43  3:43:10
12336   (2285) Neundorf, Olaf      M35  3:53:44  3:52:16
 1666    (273) Pfannkuchen, Anja   WH   4:00:31  3:57:47
			   
Minimarathon 4,2 km
(---)          Bettge, Sonja       WSA    17:56    17:51


© TriGe Sisu Berlin; 28.9.2008, 8.10.2008