Mercedes-Benz Halbmarathon 1.9.2013

von Benjamin Hein

Wetter: 15 °C, leicht windig

Nach einjähriger Sportszwangspause haben Kerstin und ich im Juni diesen Jahres beschlossen, wieder ins Training einzusteigen. Für mich war klar, dass ich mich dieses Jahr aufs Laufen konzentrieren werde, um nicht halbherzig an einem Triathlon teilzunehmen. Der olympische Gedanke ist zwar nett, aber nicht besonders befriedigend. So stand mal wieder eine Teilnahme am Mercedes-Benz-Halbmarathon auf dem Programm. Beim Reinickendorfer Halbmarathon sind zwei 10-km-Laufrunden zu absolvieren, die u.a. am Tegeler Hafen und am Borsig-Tor entlang führen. Die Strecke ist leicht profiliert, abwechslungsreich und macht Spaß zu laufen. Nach einem etwas hektischen Start am Morgen haben Kerstin und ich uns dann um 8 Uhr die Startnummern abgeholt, kurz eingelaufen und schon ging es Punkt 9 Uhr auf die Strecke. Nach einem Jahr Sportabstinenz war ich mir ein wenig unsicher, mit welchem Tempo ich die Strecke angehen sollte. Auch Kerstin war sich unsicher, denn sie hatte zudem die letzten zwei Wochen einen "Kurzurlaub" in Solnechnogorsk nahe Moskau eingelegt und sich überdies noch einen Infekt eingefangen, was ihr insgesamt drei trainingsfreie Wochen beschert hatte.

Nach dem Startschuss ließ ich mich wie immer treiben, und wie immer ging ich das Rennen mit einem für mich zu hohen Tempo an. Was soll's, dann baut man sich eben ein Puffer für spätere Kilometer auf. Die Beine fühlten sich jedenfalls frisch an. Ich rannte etwas langsamer weiter und mit gutem Gefühl am ersten Verpflegungsstand vorbei. Nach dem ersten Verpflegungstand geht es die Holzhauser Straße wieder ein kurzes Stück zurück und dann rechts dem Nordgraben entlang, bevor man in eine kleine Wohnsiedlung nebst Gartenkolonie einbiegt. Diese Ecke ist schön zu laufen und findet mit der Fußgängerbrücke an der Leuneberger Zeile einen würdigen Abschluss. Die Fußgängerbrücke hat einen schneckenartigen Auf- bzw. Abgang. Ist die erste "Schnecke" erklommen muss anschließend eine etwa 30 m leichte Steigung gelaufen werden. Ideal für eine kleine Tempoverschärfung, um den einen oder andere Läufer einzusammeln. Besonders auf der zweiten Runde ist die Fußgängerbrücke ein echter "Genuss".

Die Streckenführung hat allerdings einen Wehrmutstropfen: die Berliner Straße. Die Berliner Straße schließt sich kurz nach der Fußgängerbrücke an. Einsam und verloren läuft man morgens die breite und endloslang wirkende Straße entlang. Dieses Jahr hat der Wind dort ordentlich geblasen und auf der zweiten Runde sollte das Stück sogar in harte Arbeit ausarten. Von der Berliner Straße biegt man dann links nach Alt-Tegel ab, wo einige Zuschauer stehen und auch gut angefeuert wird. Eine Ecke die Spaß zum Laufen macht. Dort ist auch mein Verpflegungsstand an dem ich mir gerne ein Wasser schnappe, und mich wie immer beim Trinken verschlucke. Das muss unbedingt besser werden. Von hier geht es runter zum Tegler Hafen, dem ansprechendsten Abschnitt des Laufs. Am Tegler See wäre es auch dieses Jahr fantastisch gewesen, wenn da nicht der Wind gewesen wäre. Das Stück am Tegeler Hafen entlang bis zum Borsig-Tor ist jedenfalls gut belebt, und am Rand stehen einige Zuschauer. Persönlich bevorzuge ich eher größere Laufveranstaltungen, denn Stimmung an der Strecke ist immer gut – alleine Laufen kann man schließlich jeden Tag. Auch am Borsigturm ist schon eher was los und da macht es schon fast nichts mehr aus, dass es wieder zurück auf die Berliner Straße geht, um die erste Runde abzuschließen. Nach der ersten Runde hatte ich 38:40 min auf der Uhr und war recht zufrieden, hatte ich mir doch genug Polster aufgebaut, sodass ich mit einer für mich guten Endzeit rechnen durfte.

Die zweite Runde war wie zu erwarten – und auch dem zu hohen Angangstempo geschuldet – ein Kampf, und ich wurde langsamer und erwartungsgemäß von einigen Läufern überholt. Ab Kilometer 20 gelang es mir noch einmal, das Tempo zu forcieren, um den Halbmarathon dann mit 1:24 h zu finishen. Kerstin ist mit 2:02 h ins Ziel gelaufen und war ebenfalls zufrieden mit ihrem Ergebnis. Nach der langen Trainingspause waren die Endzeiten für uns positiv überraschend und wir waren beide mit dem Ergebnis recht glücklich. Das Schwimmen wird dann im Herbst wieder ernster betrieben, und im Winter bleibt noch genug Zeit, um das eine oder andere Mal auf die Rolle zu steigen. Frank Deutschmann, der am Vortag noch eine Kurzdistanz gefinisht hat, ist für seinen alten Laufverein SCB Berlin gestartet. Da für Frank bei dem Halbmarathon der olympische Gedanke im Vordergrund stand, sollte es für ihn nur ein netter Trainingslauf werden. Frank ist in seiner Altersklasse dennoch auf dem Podium gelandet. Trotz Kurzdistanz in den Beinen hat Frank den Halbmarathon mit respektablen 1:32 h gefinisht. Chapeau! Es scheint so, als ob Frank ein AK-Platz auf dem Podium gepachtet hat.

Halbmarathon Frauen
1.    1145  1.    W30   DOMASCHK Dawn     1981              1:20:40
166.  483   24.   W30   KLOßEK Kerstin    1981  Sisu Berlin 2:02:12

Halbmarathon Männer
1.    124   1.    MHK   BUBEL Niels 1987  Die Laufpartner   1:07:50
58.   56    7.    M35   HEIN Benjamin     1978  Sisu Berlin 1:24:19
174.  171   6.    M55   DEUTSCHMANN Frank 1954  SCB Berlin  1:32:04

10-km-Lauf Männer
1.    2498  1.    M35   KOPF Michael      1976  Leidig24 Tri  32:32
6.    2104  2.    M35   GINGOLD Lukas     1978  Sisu Berlin   37:14


© TriGe Sisu Berlin; 29.9.2013