Bericht Müritz-Tiathlon Waren – 25.7.2009

Strecke: offiziell 2-80-20

Text: Susi Bettge; Bilder: Sonja Bettge

Projekt Mitteldistanz

Nach meiner verpatzten ersten Mitteldistanz am 20.6. beim Spreewald-Triathlon (Raddefekt bei km 5, den ich wegen kaputter Pumpe nicht beheben konnte) stand diesmal FINISHEN ganz oben auf meiner Prioritäten-Liste. Denn die Saison beenden ohne eine Mitteldistanz bewältigt zu haben, wäre nach meiner Trainingsvorbereitung einfach eine Enttäuschung gewesen.

Im Vorfeld hatte ich zwei Hauptfeinde ausgemacht:

1. Das Zeitlimit: Der Müritz-Sportclub gesteht uns Hobby-Mitteldistanzlern maximal eine Stunde Schwimmen (wohl kein Problem), 3:50 h Schwimmen plus Radfahren (Hilfe, hoffentlich kein Wind und nicht mehr als ein Defekt) und insgesamt 6 h Wettkampfzeit zu, nach jeder Disziplin werden die aussichtslosen Kandidat/innen aus dem Rennen genommen – da wollte ich auf keinen Fall dazugehören.

2. Das Wetter: Die Vorhersage kündigte Gewitter ab dem Vormittag, kräftigen Wind mit bis zu 40 km/h (siehe Hauptfeind Nr. 1) und Temperaturen von 13°C-19°C an. Das schien ungemütlich zu werden...

Um dem Nebenfeind "Stau auf der Autobahn" ein Schnippchen zu schlagen, starteten wir schon morgens vor 8 Uhr im regendurchnässten Berlin und kamen glatt durch. Rechtzeitig zum Start der Jedermann-Distanz um 10 Uhr waren wir vor Ort und konnten uns ein erstes Bild von Lokalität und Ablauf machen, bevor es um 12 Uhr ernst wurde und 235 Mitteldistanzler sich gleichzeitig mit dem ersten heftigen Regenschauer in die Müritz warfen. Windstärke 3-4 sorgte für spürbaren Wellengang, aber alles lief gut, und nach nicht einmal 40 Minuten konnte ich die erste Disziplin abhaken.

Im Wechselgarten gelangte ich zu der neuen Erkenntnis, dass man die Radbrille am besten auch in eine Tüte steckt, denn nach dem Regenschauer hatte ich erst mal alle vier Scheiben meiner Brille mit eingeclipten geschliffenen Gläsern zu trocknen, um wieder für Durchblick zu sorgen. Da machte es schon fast nichts mehr, dass die Radschuhe und Socken auch komplett nass waren und auf meinen auf dem Vorbau aufgeklebten Riegeln ca. 10 Schwebfliegen saßen, die mich auf die Radstrecke begleiten wollten.

Die Radstrecke verlief innerhalb von Waren etwas abenteuerlich, aber dann auf ruhigen Landstraßen gut fahrbar auf leicht welligem Kurs. Der spärliche Baumbestand ließ dem zumeist seitlichen frischen Wind guten Zugriff auf die Radfahrer/innen und ermöglichte jederzeit eine gute räumliche und zeitliche Abschätzung bis zum nächsten heftigen Regenschauer. Dank an den rücksichtsvollen Autofahrer, der im stärksten Platzregen des Tages, der mit wahren Sturmböen daherkam und die Sicht auf ca. 20 m beschränkte, fünf Minuten hinter mir herfuhr, während ich mitten auf der Straße versuchte nicht über den Straßenrand geweht zu werden. Er nahm mir die Angst, von nachfolgenden Autos schlichtweg übersehen zu werden.

Nach gut 20 km kam die Radwende, von dort ging es denselben Weg zurück bis kurz vor Waren, und dann die gleiche Runde noch einmal. Die Teilnehmerzahl sorgte dafür, dass man nie alleine war. Leider wurde ich auf der Radstrecke erst mal ganz schön durchgereicht. Die überholenden Männer teilte ich mit einigem Galgenhumor ein in "Pannenflicker" (mindestens 3), "Buschpinkler" (auch mindestens 3) und "Grottenschwimmer" (erstaunlich viele). Am Ende konnte ich aber sogar noch einen Triathleten mit Carbon-Zeitfahrmaschine, Aero-Helm und Kompressions-Kniestrümpfen versägen.

Beim zweiten Wechsel fühlten sich die Beine schon etwas steif an. Ich kam aber gut auf die Laufstrecke und genoss Sonjas Bananen-Service. Die zweimal zu durchlaufende 5 km lange Wendepunktstrecke war absolut eben, weitgehend windfrei und leicht zu bewältigen. Auch hier begegnete man noch vielen anderen Teilnehmer/innen, obwohl einige Männer schon im Ziel waren, als ich mich auf die letzten 20 km machte. Im Start-Ziel-Bereich, aber auch am Hafen wurden wir von zahlreichen Zuschauer/innen angefeuert. Zwar waren die zweiten 10 km nicht mehr so flott wie die ersten 10 km, aber insgesamt hatte ich mir das Rennen gut eingeteilt und kam ohne große Probleme ins Ziel. Entgegen meinen Befürchtungen war das Zeitlimit überhaupt keine Bedrohung, zumal die Strecken recht kurz ausfielen. Nach 5:09:04 kam ich glücklich und überwältigt im Ziel an – Schmerzen und Erschöpfung sowie der nächste Platzregen kamen erst etwas später.

Von den Sisus waren auch Dirk Bettge, Florian Ebers und Michael Bayer am Start und zogen ihr Rennen durch. Dirk bestätigte seine gute Schwimmform und bewies, dass er mit den Jahren einfach ein kompletter Triathlet geworden ist. Insgesamt wurde er 44. von 217 Teilnehmer/innen im Ziel. Florian erreichte mit ebenfalls starker Schwimmleistung den 118. Platz. Michael blieb mit dem abschließenden Lauf unter seinen Möglichkeiten, aber ihm gelang eine gute Radzeit und insgesamt der 138. Platz. Susi konnte zwar nur eine Frau, dafür aber 19 Männer hinter sich lassen und wurde 197.

Von den Helfer/innen auf der Laufstrecke mit einem freundlichen "Tschüss, bis zum nächsten Jahr" verabschiedet, war das ein gelungener Tag.

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Pl   m  w  Name,Vorname      Verein           AK  Pl  gesamt   swim       bike         run
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  1   1    Berg, Thoralf     TSV Cottbus      M35  1  3:36:55  27:41( 18) 1:56:26(  3) 1:12:48(  1)
 44  42    Bettge, Dirk      Sisu Berlin      M40  7  4:14:32  28:59( 31) 2:15:00( 54) 1:30:33( 58)
118 112    Ebers, Florian    Sisu Berlin      M35 23  4:37:49  29:58( 47) ---          ---
138 129    Bayer, Michael    Sisu Berlin      M30 19  4:42:48  36:50(169) 2:19:22( 88) 1:46:36(163)
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 26     1  Pohlmann, Ruth    TriAs Flensburg  W30  1  4:04:37  26:37(  9) 2:13:25( 40) 1:24:35( 29)
197    23  Bettge, Susi      Sisu Berlin      W40  5  5:09:04  38:31(189) 2:39:40(195) 1:50:53(181)
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Ergebnisliste als pdf


© TriGe Sisu Berlin; 26.7.2008