OstseeMan Glücksburg 7.8.2008

von Jochen Becker

10jähriges Jubiläum des einzigartigen OstseeMan

Vorstartphase ca. 5:30 Uhr

Schon vor der ersten Disziplin konnte man beim Blick aufs Meer oder in den Himmel erahnen, was uns heute erwartet. Die großen Rettungsboote der Marine sorgten für den notwendigen Respekt vor dem offenen Meer.

Ich habe mich vor dem Wasserstart ca. 20 Minuten warmgelaufen. Dann musste ich schnell meinen Neopren anziehen, und um 6:30 Uhr durften wir uns dann bis 6:45 Uhr einschwimmen. Ich habe mich dabei sehr gut gefühlt, aber wenn heute kein Wettkampf gewesen wäre, hätte ich auf das Schwimmen heute sicher verzichten wollen. Nach dem Anspielen der Nationalhymnen aller teilnehmenden Länder und einem kurzen Wort zum Sonntag von dem Pfarrer der Stadt Glücksburg konnte es dann vor tausenden Zuschauern endlich losgehen:

Schwimmen (3,800 km)

Insbesondere das Schwimmen wurde zu einer echten Herausforderung. Es wurde von Land gestartet und die gut gepanzerten Blocker von der Flensburger Footballmannschaft Bone's sorgten dafür, dass wirklich niemand vor dem Startschuss einen Fuß ins Wasser setzte. Da das Wasser beim Schwimmstart sehr flach ist, konnte man die ersten 50 Meter ins Wasser laufen und sich dann gut mit Delphinsprüngen über die Wellen vorarbeiten. Sofort habe ich eine Gruppe gefunden, an die ich mich anschließen konnte. Es hat von Beginn an großen Spaß gemacht, die Herausforderung zu meistern. Die meterhohen Wellen waren so hoch, dass man die Bojen gar nicht mehr sehen konnte. Das machte sich natürlich besonders beim Schwimmen gegen die Wellen bemerkbar. Selbst der Streckenrekordhalter brauchte bei den schweren Bedingungen 10 Minuten länger als im Vorjahr. Ich brauchte 1:12 h für die Schwimmstrecke und war schon nach dem Schwimmen stolz, so etwas bei einer Ironmanveranstaltung erleben zu dürfen.

Radfahren (6 Runden á 30km)

Kaum aus dem Wasser, sorgte das Wetter für eine gute Stimmung, und der Himmel riss auf. Die Sonne sorgte in wenigen Minuten für eine Sommerveranstaltung auf dem Rad. Nur der Wind machte einem ausgerechnet auf den Abfahrten doch sehr zu schaffen. Zum Glück hatte ich meine hohen Felgen zu Hause lassen müssen und die Seitenwindanfälligkeit machte mir nicht so sehr zu schaffen. Das Streckenprofil ist mit der Berliner Havelchaussee zu vergleichen. Durch das regelmäßige Training konnte ich im geplanten Renntempo Runde für Runde gleichmäßig fahren und in der letzten Runde sogar noch ein paar Minuten sparen. Meine Radzeit: 5:20 h

Laufen (5 Runden á 8,44 km)

Eigentlich wie immer bin ich die erste Runde zu schnell angelaufen, was sich schon gleich in der zweiten Runde in den Beinen bemerkbar machte. An den Steilstellen der Laufstrecke konnte ich nicht mehr laufen, sondern musste die kurzen steilen Hänge walken, was sich aber als subjektiv, objektiv und taktisch klug herausstellte, da ich die Läufer, die mich dort überholten, auf der langen Gerade schnell wieder einholen konnte. Im Zeitungsbericht vom Montag stellte sich dann heraus, dass auch der Sieger dort Gehpausen einlegte, um sich etwas zu erholen. Allerdings ging ich zeitgleich in die 3. Runde als der Sieger mit 8:35:58 ins Ziel kam. Somit habe ich zur Freude sogar den Zieleinlauf noch live miterlebt. Bis ich dann nach einer Marathonzeit von 3:33 h ins Ziel kam, war es noch ein harter Kampf. Aber die Zuschauer an der Laufstrecke sorgten für eine gute Stimmung, auch wenn wirklich kurzfristig physisch gar nichts mehr ging. Den letzten Kilometer durch den Hafen von Glücksburg und den Zieleinlauf konnte ich sehr genießen.

Ich war überglücklich über das 3. Finish einer Langdistanz mit einer Zeit von 10:07:44 h. Ich belegte damit den 26. Platz in der Gesamtwertung und überraschend den 3.Platz in der AK35 mit nur knapp unter 3 Minuten vor dem 1.Platz in der AK35. Es war knapp, aber ich kann sagen: "Ich habe alles gegeben und hatte viel Spaß, gerade bei den etwas erschwerten Bedingungen!" ; "Ein Ironman ist halt mal doch nicht nur ein Sonntagsausflug!"

Fazit: "Tolles Erlebnis und eine gute Alternative zu Roth oder Hawaii!"


© TriGe Sisu Berlin; 19.8.2011