OstseeMan Glücksburg 4.8.2012

von Jochen Becker

Wie schon im letzten Jahr stand auch in diesem Jahr wieder der Ostseeman Glücksburg als Hauptwettkampf in meinem Wettkampfkalender. Auch dieses Jahr war ich schon 8 Tage vor dem Wettkampftermin vor Ort um mich mit dem Streckenprofil vertraut zu machen. Das Wasser ist ja hier nur eher selten wirklich flach. Die 6 Radrunden sind wellig und anspruchsvoll. Die 5 Laufrunden haben mehrere knackige Anstiege. Die äußeren Bedindungen in diesem Jahr waren gut für Bestzeiten: 22 °C sonnig und leichter Südwind.

Am Abend zuvor stieg in mir so langsam die Spannung und ich konnte es diesmal kaum erwarten schlafen zu gehen. Die Nacht war dann auch schon wieder um 4 Uhr vorbei und es stand erstmal ein kleines Frühstück auf dem Speiseplan.

Um 5:15 machte ich mich dann so langsam auf den Weg zur Wechselzone, als ich bemerkte, dass ich doch mal wieder etwas vergessen hatte (Ein-Laufschuhe) und so musste ich noch mal zurückfahren. So ging dann auch schon wieder die Hektik los. Anfahrt – Stau! – Parkplatz finden – Parkplatzeinweisung – 2 km Laufweg mit Gepäck quer durch den Wald ...

Tipp: Die Stimmung dort am Strand ist einzigartig. Allein das ist ein Besuch des Ostseeman wert!

Um 6:15 kam ich dann endlich in die Wechselzone und viel Zeit durfte ich dort nicht verbringen um mich richtig aufzuwärmen. So lief ich mich ein paar Minuten ein, bevor ich hektisch, aber gut vorbereitet um 6:40 Uhr in den Neo schlüpfe und feststellte, dass ich noch keine Startnummer auf dem Arm hatte. Also schnell nochmal raus aus dem Neo, Startnummer beschriften und wieder rein - Sprint zum Schwimmstart und rein in die Fluten.

Um kurz vor 7 habe ich mich dann eingereiht und die Spannung stieg an ... 10, 9, 8, ... Start!

Ich kam gleich gut weg und konnte mir ein paar Schwimmer aussuchen, den ich gut folgen konnte. Die erste Runde ging ich verhalten an um meinen Schwimmrhythmus zu finden. Das gelang mir auch sehr gut und ich konnte dann in der zweiten Runde noch viele Plätze gutmachen. So kam ich hochzufrieden und unbeschadet (wg. Kampfschwimmer und Feuerquallen) nach 1:02 h aus der See.

Der Wechsel ging schnell und ich schwang mich auf mein Rad. Die erste Runde (30 km-Runde) ging ich ruhig an und blieb leicht unter meiner angepeilten Durchschnittsgeschwindigkeit. Das Zeitfahren hatte ich vorher im Detail gut geplant und daran hielt ich mich auch ernährungstechnisch bis zum letzten Kilometer. Ich verzichtete in diesem Jahr auf die Aeroflasche vorne am Lenker und brachte dort stattdessen meine Verpflegung (immerhin 5 Riegel und 10 Gels an). Für jede Runde also durchschnittlich 1 Riegel und 2 Gels. So musste ich immer nur in jeder Runde meine Trinkflasche wechseln, das war praktisch!

Ich kam mit einer Radzeit von 5:04 h in die Wechselzone. Das war okay! ... und ich wusste, heute fällt die 10 Stunden-Marke. Das Gefühl ist gut, wenn man weiß, dass man gut laufen kann.

Die erste Runde ging ich verhalten an. Die Uhr zeigte Geschwindigkeiten zwischen 12 und 13,5 km/h an. Am Ende der Runde kam dann der 1.Mann mit dem Führungsrad an mir vorbei - mit einer Runde Vorsprung. Als ich merkte, dass der ja gar nicht so schnell läuft, heftete ich mich einfach mal in seinen Windschatten. Schönes Gefühl, wenn man bei den Besten hier locker mitlaufen kann und auch die Stimmung ist dort wirklich gut. Da ich aber auch überall meine Fans stehen hatte, staunte der Führende nicht schlecht, wer mich hier oben so alles kennt. *lach* Ich folgte ihm ca. noch 12 km, bis ich leider mal eine kurze Zwangspause einlegen musste. Bis Kilometer 25 lief es für mich verhältnismäßig gut, so dass ich sogar noch unter 9:30 h ins Ziel kommen konnte. Dann kam doch langsam ein körperlicher Einbruch und ich musste Tempo rausnehmen. In der letzten Runde war es wieder mal ein Kampf mit ca. 200 m langen Gehpausen am Berg und so weit laufen wie mich meine Beine noch tragen. Die letzten 2 km nahm ich mir vor durchzulaufen und ich freute mich riesig auf den roten Teppich ... Ich sah das Ziel und die Zeit vor mir und ich vor Freude schreiend kam ich ins Ziel. Es war einer meiner emotionalsten Zieleinläufe. Lange habe ich dafür trainiert unter 10 h zu finishen. Meine Laufzeit betrug 3:28 h.

Super, ich freue mich auf Roth im nächsten Jahr!

Anmerkung: In diesem Jahr waren seht viele Berliner dort am Start. Ich war leider der einzige Sisu. Wirklich schöner anspruchsvoller Wettkampf mit Tradition! Gerade für Neulangdistanzler eine gute Gelegenheit mal seine Form auf anspruchsvollem Profil im landschaftlich schönen Angeln zu testen.

Pl  AK  Pl  Name                 Verein            swim  bike    run      gesamt
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 1  M25  1  Nitschke, Christian  Team TBB/TC FIKO  54:51 4:38:38 3:07:12  8:43:33
21  M35  5  Becker, Jochen       Sisu Berlin       62:49 5:05:29 3:28:14  9:39:52


© TriGe Sisu Berlin; 15.8.2012