Paarlauf ABC 6.12.2016

von Denise Kottwitz

Paarlauf mit Musik

Wie üblich im Dezember ist es dunkel und kalt, aber an diesem Nikolaustag ist es wenigstens trocken. Statt der Teilnahme am Lauftraining wollen Jörg und ich unser Glück einmal beim Paarlauf des ABC versuchen. Beide sind wir völlig unerfahren was diese Art von Wettkampf betrifft, aber optimistisch das das Lauftraining bei Hartmut dafür eine ausreichende Grundlage bietet - obwohl wir auf Grund unseres Marathonlaufs in den letzten Wochen etwas seltener anwesend waren.

Gelaufen wird auf dem Sportplatz des ABC (Athletik und Ballspiel Club Zentrum Berlin), nahe der Jannowitzbrücke. Als wir dort ankommen, sind schon Läufer unterwegs, da es mehrere Läufe an diesem Abend gibt. Mit bunten Lichtern und Musik erinnert die Veranstaltung an eine Eisdisko. Wir holen unsere Unterlagen und machen uns mit den Gegebenheiten vertraut. Die Stadionrunde misst hier 243 Meter. Die Wechselzone findet sich nicht an der Zeitnahme, sondern auf der gegenüberliegenden Geraden. Wir lernen bei den Vorläufern: Wechsel erfolgt durch abschlagen, in der letzten Minute (durch einen Schuss verdeutlicht) darf nicht mehr gewechselt werden und am Schluss (Doppelschuss) bleibt man stehen, wo man ist, um die weiteren Meter zu registrieren.

Vor unserem Start gibt es noch eine Tanzeinlage und ein kleines Feuerwerk. Wir sind aber zu nervös dafür. Dann geht es auch bald los. Jörg macht den Startläufer, also eine reichliche Runde. Schon hier zieht sich das Läuferfeld enorm in die Länge, so dass es trotz der kleinen Runde nicht so voll ist. Unser Wechsel klappt gut, und los heißt es auch für mich. Bin sofort froh, dass wir keine 400 Meter Runden haben. Völlig außer Atem übergebe ich an Jörg – und so geht es Runde für Runde weiter.

Nach etwa 15 Minuten brennt mir die Lunge. Ich muss etwas rausnehmen, aber sonst geht es gut. Wenn ich nach einem Wechsel wieder zu Atem gekommen bin, halte ich nach Jörg Ausschau – der sich immer dann kurz vor der letzten Kurve befindet. So dass ich gleich wieder in Wechselstellung gehen muss. Als sich wir uns der 30 Minuten Marke nähern, frage ich mich warum wir denn für den Einstieg nicht die kürzere Variante gewählt haben. Für einige Läufer ist es hier geschafft. Wir müssen noch mal so viel bewältigen.

Jörg ruft mir ab und zu ein paar Meter-Zahlen entgegen, für mehr Kommunikation reichen die kurzen Wechsel nicht. Nur auf ganz wenigen Runden habe ich Mitläufer die ein ähnliches Tempo laufen, sonst muss ich mich allein motivieren. Bin überrascht, dass es gut klappt. Bei etwa 40 Minuten sind überraschend viele Frauen um mich rum, wo ich den meisten davon laufen kann. Das motiviert enorm für die weiteren Runden. Natürlich gibt es auch ein paar Läufer, die an einem vorbei fliegen, ja fast aus der engen Kurve getragen werden.

Die Uhr nähert sich dem Ende, ich sehe irgendetwas von 58 auf der Uhr, und weise beim Wechsel Jörg an, an den Beginn der Wechselzone zu gehen. Ich will auf jeden Fall noch mal wechseln. Bin daher auch entsprechend schnell unterwegs, und schicke Jörg noch mal auf die Runde. Der Schuss fällt jedoch kurz vor dem nächsten möglichen Wechsel, so dass der Arme sich in der letzten Minute noch eine ganze Runde mehr quälen muss und sogar noch 38 Meter mehr rausholt. Der Schlussschuss ist befreiend!

Rundenzeiten

Insgesamt laufen Jörg und ich 16076 Meter, 66 Runden. Jörg hat als Start und Schlussläufer 2 Runden mehr beigetragen und sicher einiges mehr an Zeit rausgeholt. Man erhält in der Auswertung die Rundenzeiten, diese sind aber nur eine grobe Orientierung, da der Wechsel 60 Meter nach der Zeitnahme erfolgte. Mit unserer Leistung erreichen wir Platz 5 in der Teamwertung, eine große Portion Stolz und einen fiesen Muskelkater.


© TriGe Sisu Berlin; 30.12.2016