Bericht Masters-Regionalliga Ost Erfurt 26.6.2016

von Susi Bettge

Wetter: heiter bis sonnig, bis 25 °C, mäßiger Wind. Wasser 25 °C.

In Erfurt fiel am Samstag der Startschuss für unser neu formiertes Masters-Team in der Regionalliga. Zu absolvieren war eine olympische Distanz mit Windschattenverbot. Pro Team gehen fünf Athleten (ab 40 Jahrew) und/oder Athletinnen (ab 30 Jahre) an den Start, für die Liga-Wertung werden die Platzziffern der ersten vier des Teams im Ziel addiert. Die Meldeliste wies überraschend nur insgesamt acht Teams in der Masters-Regionalliga Ost aus, davon fünf aus Berlin (Sisu, TuS Neukölln, A3K, 2x Friesen). Für Sisu gingen Dirk B., Mathias, Ingo, Carl und Stuart auf die Reise.

Team Sisu vor dem Start: Ingo, Dirk B, Stuart, Mathias und Carl

Nach einem echt heißen Frühsommer-Intermezzo in Berlin an den vorangegangenen Tagen ließ die Wetterprognose, die mit Unwetterwarnungen vor Starkregen, Hagel und Gewitter nicht geizte, das Schlimmste erwarten. Bei der Ankunft ca. drei Stunden vor dem Start war es noch sonnig, aber es ballten sich auch schwarze Wolken. Zwei Stunden vor dem Start waren erste Donnerschläge zu hören und die Radstrecke erwies sich bei der Besichtigung als bereits gut genässt. Doch wie durch ein Wunder tat sich anschließend ein Wolkenloch auf, das bis zum Rennende hielt und allen Beteiligten eine erheblich höhere Sonnendosis verpasste als erwartet.

Zuerst wurde ein Jedermann-Wettkampf über die olympische Distanz ausgetragen, bei dem Jörg Zotzmann die Sisu-Flagge hochhielt. Anschließend gingen die Regionalliga-Männer an den Start, dicht gefolgt von den Masters. Den Abschluss bildete die Frauen-Regionalliga, die sich mit der Sprint-Distanz begnügte. Geschwommen wurden zwei Runden in der Talsperre Hohenfelden. Diese hatte sich auf 25,6 °C aufgeheizt und schlug damit das Ankogelbad deutlich. An Neopren war also nicht zu denken, alle die drin waren, können bestätigen, dass es echt angenehm war.

Das übersichtliche Starterfeld rannte beim Startschuss ambitioniert los und war mit den einheitlichen Badekappen schnell nicht mehr so gut zu überblicken, zumal es sich gleich mit den gerade auf die zweite Runde gegangenen Regionalliga-Männern mischte. Ingo hatte Dirk fast zwei Runden im Schlepptau, dahinter musste Stuart nach seiner ersten Schwimmrunde erleben, wie die mittlerweile etwas abgetriebene vordere Wendeboje buchstäblich vor seiner Nase weggezogen wurde und etliche Zusatzmeter kämpfen, bevor er auf die zweite Runde gehen konnte. Knapp dahinter kam Carl um die Ecke und schließlich Mathias, der schon einmal kurz durchschnaufen musste.

Zwischenzeitlich musste ein Teilnehmer vom TuS Neukölln das Rennen aufgeben, weil er an der Schwimmwende in Glas gegriffen hatte. Dies löste hektische Suchbemühungen des Orga-Teams im eigentlich dem Bootsverkehr vorbehaltenen Uferbereich aus, die eine senkrecht im Sand steckende abgebrochene Flasche und noch einiges anderes zutage förderten, bevor dann die ersten Schwimmer aus dem Wasser kamen. Hier zeigte sich schon die Leistungsstärke der Liga, ca. 20 Masters waren vor den ersten Sisus in der Wechselzone.

Dirk legte einen schnellen Wechsel hin und sprang noch vor Ingo aufs Rad, kurz darauf gefolgt von Stuart und Carl sowie Mathias, der in einigem Abstand die Verfolgung aufnahm. Die Radstrecke befand sich im in beide Richtungen fließenden Verkehr, der zumindest auf der wechselzonennahen Bundesstraße keineswegs besonders dünn war – für ein Liga-Rennen wirklich nicht optimal. Abgesehen davon war die Radstrecke sehr selektiv mit ernstzunehmenden Anstiegen und Abfahrten bis zu 8 % bei Rillen und Löchern im Asphalt. Zusätzlich gab es einige enge Ortsdurchfahrten zu meistern, bei denen aufgrund der schmalen Straßen und engen Kurvenradien Überholverbot galt.

Nach knapp 20 Kilometern war der Wendepunkt erreicht und es ging den ganzen Kurs retour. An der steilsten Stelle der Radstrecke, wo sich unsere Männer im ersten Gang und Wiegetritt hochquälten, um eine zweistellige Tachoanzeige beizubehalten, mischten sich die Frauen, die ja nur 20 Kilometer zu absolvieren hatten, darunter. Nach dem Radfahren hatten unsere Männer Plätze gut gemacht. Dirk schwang sich als erster vom Rad, dicht dahinter Ingo, Stuart und Carl, etwas später auch Mathias.

Nun ging es auf die Laufstrecke, eine nicht weniger selektive Wendepunktstrecke, die zweimal zu absolvieren war. Von den Strapazen der Radstrecke und der unerwarteten Wärme waren nicht nur die Sisus schon deutlich gezeichnet. Nach wenigen Metern asphaltierten Radwegs bog man auf einen Schotterweg entlang des Ufers ab. Vor dem hinteren Wendepunkt war eine steile Wiese bzw. Rodelbahn zu erklimmen, um den oben gelegenen wurzeligen Waldweg zu erreichen, der sich bald darauf wieder den Hügel hinabwand, wo dann die Wende und das erste von drei zu erwerbenden Gummibändern die Mühen belohnten. Nicht allen gelang es, die Wiese zweimal hinaufzulaufen, einige mussten wandern, um Puls und Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen.

Erfreulich gut platziert tauchte Dirk als erster Sisu wieder im Zielbereich auf und finishte als 11. der Masters-Regionalliga. Drei Minuten darauf erreichten Stuart als 19. und Ingo als 20. das Ziel, weitere drei Minuten später rundete Carl auf Platz 23 das Teamergebnis ab. Kaum war man wieder zu Atem gekommen, kam Mathias ins Ziel und wurde von den Kollegen freudig begrüßt. Im Resultat reichte das Ergebnis für den 5. Gesamtplatz hinter A3K Berlin, Friesen Berlin I, TuS Neukölln und Fusselschreck TFDG Limbach-Oberfrohna. Für Sisu war dies jedenfalls ein erfreulicher Start in die Regionalliga-Saison!

Trotz der sehr erfreulichen Ergebnisse und des schönen Wetters muss aber noch auf erschreckende Organisationsmängel hingewiesen werden, die im 30. Jahr der Austragung eigentlich nicht nachvollziehbar sind: Im fließenden Verkehr auf der Radstrecke kam es zu einem Unfall eines Teilnehmers mit einem Auto, der für den Radfahrer mit Oberschenkelhalsbruch in der Klinik endete, Scherben und Müll im Schwimmein- und -ausstieg, die im nur 30 cm tiefen Wasser auch vorher hätten weggesammelt werden können, spitze Steine in der Wechselzone vor dem Radaufstieg, die mit einem Stück Teppich hätten bedeckt werden können, eine recht lässige Sicherung der Wettkampfstrecke, bei der eher die Teilnehmer Kollisionen mit Unbeteiligten vermieden als umgekehrt und Laufwendeposten, denen man die notwendigen Gummibänder teilweise abringen musste. Bleibt zu hoffen, dass in Grimma, wo die Regionalliga bereits am nächsten Sonntag zu Gast ist, professioneller zu Werke gegangen wird.

Nach dem Rennen, mit Jörg (ganz links)

Masters Einzelwertung, 38 im Ziel
Pl  gesamt  Name             Verein               swim      bike        run
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 1  2:14:44 Koglin, Sven     TuS Neukölln Berlin  27:06( 2) 1:06:32( 3) 41:06( 4)
11  2:25:00 Bettge, Dirk     Sisu Berlin          30:40(19) 1:08:53(11) 45:27(15)
19  2:28:04 Yule, Stuart     Sisu Berlin          32:26(25) 1:09:42(16) 45:56(18)
20  2:28:47 Hertzsch, Ingo   Sisu Berlin          31:05(21) 1:09:10(13) 48:32(25)
23  2:31:38 Isaac, Carl      Sisu Berlin          33:03(29) 1:13:14(25) 45:21(13)
33  2:39:10 Grimmer, Mathias Sisu Berlin          35:10(35) 1:14:41(33) 49:19(29)
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Je ein Wechsel in Schwimm- und Lauf-Zeit, Radzeit netto

Mannschaftswertung
Pl Platzziffer
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 1  33 A3K Berlin
 2  40 Friesen Berlin I
 3  58 TuS Neukoelln Berlin
 4  67 Fusselschreck TDFG Limbach Oberfrohna
 5  73 Sisu Berlin
 6  74 WBG Union Team Gera
 7  90 Friesen Berlin II
 8 106 SV Handwerk Leipzig
 9 151 Leipziger Triathlon eV
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© TriGe Sisu Berlin; 28.6.2016