Bericht Masters-Regionalliga Ost Havelberg 16.7.2016

von Dirk Bettge

Kurzstrecke 1,5 - 43 - 10 km, Radstrecke ca. 120 Hm, Windschattenverbot
Wetter: heiter bis wolkig, bis 23 °C, mäßiger Wind. Wasser 19 °C.

Während die Profis um Jan Frodeno und Daniela Ryf dem Ziel und vielleicht neuen Weltbestzeiten entgegen rennen, schreibe ich den Bericht zu unserem dritten Regionalliga-Rennen gestern in Havelberg... Bilder sind bearbeitet ... so – Frodo ist im Ziel bei 7:35, unglaublich!!! Unsere Staffeln und Einzelstarter werden noch ein wenig länger brauchen.

Doch zurück zur Regionalliga: Wir hatten zwar keine Weltbestzeiten im Blick, wollten uns aber doch ordentlich platzieren. Havelberg liegt nordwestlich von Berlin knapp hinter der brandenburgischen Landesgrenze, also bereits in Sachsen-Anhalt. Aber direkt an der Havel, die ihr Wasser über Berlin bis in die Elbe führt. Die alte Hansestadt liegt wunderschön auf einer Insel in der Havel. Der Triathlon findet im und um den Hafen statt an der sog. Spülinsel direkt daneben. Geschwommen wurde eine einzige lange Runde rund um die Spülinsel mit Ausstieg direkt in die Wechselzone. Sahen die Laufwege auf dem Papier recht kompliziert aus, so erwies sich in der Realität alles als durchdacht, gut markiert und idiotensicher.

Mathias war wieder genesen, so dass diesmal Carl in die Reserve ging. Die Havel war kühl, so dass ganz eindeutig auf Neoerlaubnis entschieden wurde. Am Wasserstart wurden um 15 Uhr erst die jüngeren Männer ins Rennen geschickt, wir dann 10 Minuten später. Das Starterfeld sah irgendwie sehr klein aus, wir dachten schon, da hätten welche den Start verpasst. Aber es war tatsächlich so, dass nur 6 von 9 Teams in voller Besetzung am Start waren, 2 in Unterbesetzung und eins gar nicht, so dass nur 32 Masters das Rennen aufnahmen. Das versprach immerhin ein schönes Schwimmen zu werden im Neo, ohne Gedrängel und mit schönen langen Geraden um gut gesetzte große Bojen – gut für Leute wie mich. Tatsächlich stieg Jochen unter den ersten 10 aus dem Wasser und ich diesmal nur knapp dahinter, aber schon eine Minute vor Ingo, Stuart und Mathias etwas weiter hinten.

In der Wechselzone traf ich Jochen noch an und machte mich nach dem Wechsel auf die Verfolgung. Hinaus auf die Radstrecke geht's erstmal einen Hügel hoch, aber bei weitem nicht so schlimm wie es sich in der Ausschreibung las. Bis zur Landstraße konnte man gut in die Schuhe kommen und dann gings eigentlich nur mit sanften Kurven und Wellen immer geradeaus bis zum Wendepunkt bei Kilometer 11. Dort gab's dann eine 180 Grad-Wende und es ging zurück Richtung Wechselzone, dann nach der Wende dort noch eine Runde. Der Asphalt war im Schnitt nicht so toll, aber im Grunde ist das eine Rollerstrecke, wo es auf Effizienz und Aerodynamik ankommt.

Ich ging das erste Viertel recht optimistisch an und hatte bald Jochen eingeholt, der auf Sichtweite dranblieb. An der Wende konnte man sehen, dass Ingo, Stuart und Mathias nicht weit zurück lagen. Jochen und ich hatten uns schon bald im Feld vorgearbeitet und fuhren bis zum zweiten Wechsel immer in Sichtweite, zum Schluss zog Jochen wieder vorbei. Irgendwie hatte ich Stuart schon eine Weile nicht mehr gesehen, aber wenn erstmal alle 3 Startwellen auf der Strecke sind (die Frauen kamen auch dazu), dann wird es schwierig, auf alle entgegen kommenden zu achten.

Zum zweiten Wechsel kamen Jochen und ich schließlich auf Platz 4 und 6, wenn ich das richtig rekonstruiere. Ich konnte Jochen gerade noch alles Gute wünschen, bevor er sich wie üblich federnden Schritte davon machte – das kann ich nicht ganz mithalten. Die Laufstrecke bestand aus einer westlichen und einer östlichen Schleife und war garantiert nicht zu kurz: die Laufbestzeit bei den Masters war knapp 41 Minuten. Ingo sah ich nach der bereits ersten Westschleife, Stuart aber erst nach einer kompletten Runde, da stimmte was nicht. Wie sich später herausstellte, war er nach der ersten Radwende über den Randschotter gefahren und hat dabei irgendwas spitzes aufgespießt – der Reifen war schnell platt und Reparieren war angesagt.

Aber wie schon oft wiederholt: Erstes Ziel des Triathleten ist anzukommen, außerdem weiß man nie, was den anderen vielleicht noch passiert. Also nahm Stuart nach 10 zusätzlichen Minuten das Rennen wieder auf. Mathias war inzwischen vorbeigezogen und würde jetzt als vierter Mann in die Wertung eingehen. Wie üblich ging's mir nach einer halben Runde wieder ganz gut und es fühlte sich flott an – trotzdem zogen natürlich einige gute Läufer an mir vorbei. Auf der letzten Schleife sah ich nach der Überquerung der Hafenbrücke plötzlich ein Sisu-Trikot vor mir. Wer könnte das sein? Vom Schritt her Jochen, aber der sollte doch längst im Ziel sein.

Es war aber doch Jochen, der schon auf dem Rad erste Probleme gehabt hatte und beim Laufen nicht locker war. Nach einer Weile gab's erste Krämpfe und Gehpausen, das war sicherlich keine angenehme Erfahrung, zumal nach dem Radfahren Platz 4 machbar schien. So rettete er sich noch knapp vor mir ins Ziel. Für mich ist Platz 12 eine gute Platzierung, Jochen war mit 11 natürlich unzufrieden – kann ich verstehen, aber so geht's eben manchmal.

Wieder vereint: Dirk, Mathias, Jochen, Stuart und Ingo

Mit dem doppelten Pech (Raddefekt und Krämpfe) landeten wir denkbar knapp auf Platz 5 der Tageswertung. Mit nur einem Pech weniger wären wir diesmal sogar dritte geworden! Triathlon ist eben komplex, und wenn es 5 gleichzeitig machen, dann schlägt der Fehlerteufel gerne auch etwas früher zu. Noch liegen wir aber auf dem 4. Platz und hoffen, dass wir das beim letzten Rennen halten können: 17.9. in Cottbus, eine Supersprint-Staffel (4x 0,4-10-2,5) mit 4 Starten pro Team. Das sind immerhin 9 Wochen von heute an, genug Zeit zum Erholen, aber nur eben nur eine Woche nach dem BerlinMan!

Masters Einzelwertung, 32 im Ziel
Pl  Name              Verein             swim      bike        run        gesamt
=================================================================================
 1  Koglin, Sven      TuS Neukölln             1:30:00( 1)     40:53( 2)  2:10:53
11  Becker, Jochen    Sisu Berlin        22:20( 7) 1:11:00( 8) 45:39(14)  2:18:59
12  Bettge, Dirk      Sisu Berlin        22:42(13) 1:10:46( 6) 45:44(15)  2:19:12
17  Hertzsch, Ingo    Sisu Berlin        23:45(16) 1:12:55(12) 48:15(24)  2:24:55
26  Grimmer, Mathias  Sisu Berlin              1:43:44         45:59(17)  2:29:43
28  Yule, Stuart      Sisu Berlin        25:08(22) 1:24:42(29) 46:56(22)  2:36:46
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Mannschaftswertung (vorlaeufig)
Pl-Platzziffer-Punkte
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 1  16 9 TuS Neukölln Berlin
 2  39 8 A3K Berlin
 3  61 7 Friesen Berlin I
 4  65 6 WBG Union Team Gera
 5  66 5 Sisu Berlin
 6  88 4 Fusselschreck TFDG Limbach Oberfrohna
 7 104 3 SV Handwerk Leipzig
 8 129 2 Friesen Berlin II
 9 132 1 Leipziger Triathlon eV
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Gesamtwertung nach 3 Rennen (vorlaeufig): Wertung nach Punktsummen
Pl Punkte
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 1 25 7+9+9  TuS Neukoelln Berlin
   25 9+8+8  A3K Berlin
 3 22 8+7+7  Friesen Berlin I
 4 16 5+6+5  Sisu Berlin
 5 15 4+5+6  WBG Union Team Gera
 6 14 6+4+4  Fusselschreck TDFG Limbach Oberfrohna
 7  8 3+3+2  Friesen Berlin II
 8  7 2+2+3  SV Handwerk Leipzig
 9  3 1+1+1  Leipziger Triathlon eV
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© TriGe Sisu Berlin; 17.7.2016