Bericht Regionalliga Ost Schneeberg 14.7.2013

von Dirk Bettge; Fotos: Sonja

Wetter: bis 22 °C, mäßiger Wind, sonnig. Wasser 21 °C.

Das Team nach dem Wettkampf

Endlich durfte unser neues Regionalliga-Team in die Saison starten. Mit 5 Wochen Verspätung fand in Schneeberg/Erzgebirge der Ersatzwettkampf für den durch das Hochwasser ausgefallenen Silberstrom-Triathlon statt. Der Austragungsort war derselbe, nämlich der Filzteich, eine der ältesten Stauseen, immerhin aus dem 15 Jahrhundert stammend. Es stand eine olympische Distanz an, einzeln und ohne Windschatten zu absolvieren. Zusammen mit uns waren 18 Mannschaften am Start. In weiteren Wellen starteten die Masters und die Frauen ebenfalls in die Saison. Da am selben Tag die Challenge in Roth stattfand, sollten im Ziel nur die schnellsten 3 eines Teams gewertet werden statt wie üblich 4.

Auch bei uns war es so, dass schnelle Leute fehlten, nämlich Danny vom TriTeam (Roth) und Ben Bergau (Urlaub). Aus diesen und weiteren Umständen waren Tobias (TriTeam, Mannschaftkapitän) und 5 Sisus dabei: Carl, Jim, Sascha, Julian und ich. Natürlich hätte man auch mit weniger Starten antreten können, aber wir wollten unsere Premiere nicht wegen irgendeiner Dummheit vermasseln. Unsere Tagesziele waren "Ankommen" und "nicht letzte werden", das sollte erstmal reichen. Sonja war netterweise als Fotoreporterin dabei. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich eigentlich noch krank war, aber den Eindruck hatte, es würde schon irgendwie gehen. Wenn zu gegebener Zeit 3 eigene Leute vor mir wären, könnte ich dann halbwegs entspannt ins Ziel traben. Sehr apart waren übrigens die mit Startnummern handbemalten Einheitsbadekappen, die wir bei allen Wettkämpfen tragen sollen.

Der Filzteich hatte angeblich knapp 22 Grad, aber das kann nicht in irgendeiner Tiefe gemessen worden sein, jedenfalls war Schwimmen ohne Neo angesagt (mit Neo bis max. 19,9 Grad), und beim Warten auf den Startschuss war's schonmal ordentlich kalt. Die rosa Bojen des Viereckskurses waren nicht so furchtbar riesig wie z.B. vom Briesensee bekannt, das heißt man konnte teilweise nur hoffen, dass die anderen wissen, wo's langgeht. Uns war schon klar, dass mit unserer Auswahl nicht gerade die Superhelden in punkto Schwimmen ohne Neo am Start waren, und die Strecke war sicherlich nicht zu kurz.

Ende der ersten Runde sprintete dann noch die Frauen-Welle gleichzeitig mit uns im 90-Grad-Winkel auf die erste Boje zu und "mischte" sich mit dem Männer-Feld. Jim und Tobias waren da wohl schon etwas weiter. Tobias stieg jedenfalls wie erwartet als erster von uns aus dem Wasser, dann kam Jim und dann mit kurzen Abständen Carl (sehr stark!), Julian und ich. Sascha musste noch ein wenig länger kämpfen. Nach dem Schwimmen schwankte die Welt schon ein wenig (s. Foto), aber Sonja meinte, es seien einige auch ganz hingefallen.

Nach einem halbwegs flotten Wechsel und Radaufstieg hatte ich Julian hinter mir und war an Carl dran. Die Radstrecke erwies sich als deutlich anspruchsvoller, als man sich das als Flachlandbewohner so vorstellt. Es gab eine 10 km-Wendepunktstrecke, also viermal zu fahren. Auf jeder Runde gab es 3 ernsthafte Steigungen mit so ca. 50 Höhenmetern und ein paar weitere Wellen. Mein Tacho zeigte munter zwischen 20 und 60 km/h an, da wäre ein 11er Ritzel gut gewesen. Jedenfalls nichts für hohe Schnitte, hatte am Ende ca. 34,5 km/h auf der Uhr. Carl biss sich zunächst an mir fest, musste später ein wenig abreißen lassen. Jim hatten wir bald ein- und überholt. Von Sascha und Julian noch bzw. keine Spur mehr.

Nach 6 oder 7 Kilometern stand plötzlich Tobias auf der Straße und sammelte irgendwelche Teile seines Rades auf. Der Vorderrad-Schnellspanner hatte sich zerlegt und auf den Asphalt verkrümelt. Immerhin gab es keinen Sturz. Da er nicht alle Teile wiederfinden konnte, war sein Rennen damit beendet, und ein Fußmarsch zurück in die Wechselzone stand an.

So ging ich als erster des Teams auf die Laufrunde – 2,5 km, ebenfalls viermal. Das entsprach irgendwie nicht meiner erhofften Planung, und so versuchte ich, ein akzeptables Tempo zu finden. Kann ja sein, dass das auf dem Foto locker aussieht, war's aber überhaupt nicht. Bald überholte mich Carl, aber es dauerte noch bis in die dritte Runde, bis schließlich auch Jim und Sascha vorbei zogen und ich etwas entspannen konnte. Julian gings offenbar wieder nicht so toll auf dem Rad – ich glaube ernsthaft, da hilft nur Training.

Insgesamt haben wir unsere Ziele erstmal erfüllt, wir wurden 14. von 18. Was sagt uns das? Erstmal sagt uns das, dass wir rausgeholt haben, was an diesem Tag möglich war. Wir haben uns gut geschlagen, alle! Wenn man weiter vorne landen will, braucht man einfach Leute, die deutlich schneller sind, denn das Niveau ist weiter vorne ganz schön hoch. Mit Danny und Ben sähe es schon etwas anders aus. Eigentlich hatte ich ja nur fürs Team gemeldet, falls irgendwelche Engpässe auftreten, aber wie es aussieht, treten die immer auf. Leider kann ich mir vom 1. Platz AK 45 hier ganz und gar nichts kaufen, abgesehen davon, dass in der Masters-Liga auch schnellere M45er und M50er unterwegs sind.

Jedenfalls hatten wir auch unseren Spaß und konzentrieren uns nun auf den 2. Wettkampf in Havelberg in nur 6 Tagen, also am folgenden Samstag. Ganz schön eng. Immerhin – Tobias ist ausgeruht. Danny wird auch eine Woche nach seinem Roth-Auftritt (9:16 h!) vermutlich der schnellste sein. Wurde es hier in Schneeberg eine reine Sisu-Veranstaltung, so werden in Havelberg 3x Sisu (Carl, Jim, Dirk) und 3x TriTeam (Tobias, Felix, Danny) vertreten sein. Ach ja, eigentlich war das ganze eh ein ganz langer Duathlon: lange Auto fahren, kurzen Triathlon machen und wieder lange Auto fahren ;-) Dann erholt euch mal alle schön schnell!

Teamwertung, 18 Teams
jeweils Summe der ersten 3 Endzeiten
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 1  Berlin Cycling Club 2012         6:11:09
 2  Team EWAG OSSV Kamenz            6:12:19
 3  Dresdner Spitzen Triathlon Team  6:21:58
14  SG Sisu Triathlon Team Berlin    7:08:01
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Einzelwertung, 77 Starter
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 Pl  Name,Vorname        Team                     AK  Pl  gesamt   swim      bike        swim+bike   run 
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  1  Meißner, Maximilian Berlin Cycling Club 2012 M20  1  1:59:08  23:13( 7) 1:00:26( 4) 1:23:39( 2) 35:29( 2)
 47  Isaac, Carl         SG Sisu Tri Team Berlin  M40  4  2:22:13  29:19(54) 1:10:28(55) 1:39:47(53) 42:26(50)
 51  Kaschewsky, Sascha  SG Sisu Tri Team Berlin  M40  5  2:22:52  31:55(65) 1:10:50(57) 1:42:45(62) 40:07(25)
 52  Towe, Jim           SG Sisu Tri Team Berlin  M30 14  2:22:56  27:54(47) 1:13:27(67) 1:41:21(56) 41:35(37)
 56  Bettge, Dirk        SG Sisu Tri Team Berlin  M45  1  2:24:34  29:35(58) 1:09:21(49) 1:38:56(52) 45:38(60)
 68  Reichl, Julian      SG Sisu Tri Team Berlin  M30 21  2:32:51  29:26(57) 1:18:24(72) 1:47:50(71) 45:01(58)
DNF  Hömberg, Tobias     SG Sisu Tri Team Berlin  M35              27:18(42)
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© TriGe Sisu Berlin; 15.7.2012