Rennsteiglauf 20.5.2017

von Michael Noll

Die Teilnahme am Rennsteiglauf hat bei mir ja schon jahrelange Tradition. Gelaufen wird über die Höhen des Rennsteigs in Thüringen. Im Gegensatz zu den großen Stadtläufen ist dort wirklich Cross-Strecke angesagt. Es geht durch den Wald, hoch und runter über Waldwege, wo auch mal Steine und Wurzeln sind. Doch der Reihe nach.

Losgefahren sind wir am Freitag vor dem Rennen. Leider war eine Vollsperrung auf der A9 bei Beelitz, so dass wir gleich weiträumig umfahren mussten. Da hätten wir auch die Route über die Dörfer von unserer Wittenberg-Radtour nehmen können. Letztlich sind wir aber doch über die B2 und in Wittenberg (ohne Stopp im Café Am Markt) auf die Autobahn. In Thüringen war für den Freitag Unwetter angesagt. Das hat sich auch bei Ankunft an den Temperaturen ablesen lassen. Losgefahren sind wir in Berlin bei 30 Grad. In Oberhof war die Startnummernausgabe für den Halbmarathon. Dort waren dann noch 9 Grad. Aber das Unwetter hatte sich ausgetobt, so dass für den Samstag gute Laufbedingungen angesagt waren.

Der Rennsteiglauf ist eine große Veranstaltung mit insgesamt etwa 16.000 Aktiven. Es geht von verschiedenen Startorten über unterschiedlichen Streckenlängen zum Ziel nach Schmiedefeld. Der teilnehmerstärkste Lauf ist der Halbmarathon mit etwa 7.700 Teilnehmern. Es gibt noch einen Marathon und den Supermarathon über etwa 73 km. Weiterhin sind Kinderläufe und 2 Wanderstrecken im Angebot.

Ich selbst habe mich für den Halbmarathon angemeldet, weil die Länge vor der Triathlonsaison eher geeignet ist. Start war um 7:30 Uhr in Oberhof ziemlich direkt neben dem Biathlon-Stadion. Nach 1 km geht es in den Wald und auch gleich gut bergan. So gibt es automatisch einen Tempowechsellauf, denn die Strecke hat deutlich Höhenprofil. Auf den ersten etwa 10 km geht es insgesamt aufwärts über den Großen Beerberg, dem höchsten Berg des Thüringer Waldes. Jedoch gibt es immer wieder zwischendurch Passagen bergab.

Die zweite Streckenhälfte geht insgesamt mehr bergab als bergauf, der Zielort liegt tiefer als der Startort. Jedoch ist bei km 16 nochmal ein Anstieg von etwa 1 km Länge zu überwinden. Nachdem ich im letzten Jahr auf den letzten Kilometern etwas Federn lassen musste, habe ich nun versucht, nicht zu schnell anzugehen. Das sollte sich auszahlen. Ich konnte am Ende den Schwung von der Höhe runter mitnehmen und war letztlich schneller als im Vorjahr. Mit knapp unter 1:28 h war der Sporttag um 9 Uhr beendet, während sich zu Hause die Sisu-Gemeinde für die Radausfahrt um 10 Uhr gewappnet hat ;-) Zu meiner Überraschung hat meine Zielzeit gereicht, die für mich in diesem Jahr neue AK50 zu gewinnen. Mein erstes Podium bei einem reinen Laufwettkampf.

Wie immer gibt es abends die große Zielfeier im Festzelt. Dort werden kräftig Lieder gesungen, natürlich insbesondere das obligatorische Rennsteiglied. Aber auch andere Wanderlieder werden geschmettert. Das ist immer wieder lustig. Für das nächste Jahr habe ich mich wieder für den Halbmarathon angemeldet. Starten würde ich gerne auch mal wieder über die 73 km, aber das sollte dann zur Triathlonsaison passen. Also mal sehen, nächstes Jahr kurz oder lang, aber auf jeden Fall Cross durch den Thüringer Wald.


© TriGe Sisu Berlin; 12.5.2017