Bericht Quelle Challenge Roth (Langdistanz) - 13.7.2008

von M. Noll

Die Erlebnisse aus der Regenschlacht in Franken

Am 13.7. fand der weltweit teilnehmerstärkste Triathlon über die Langdistanz statt, knapp über 2500 Einzelathleten sind gestartet, darüber hinaus gab es noch reichlich Staffelteilnehmer. Unter den Einzelstartern waren auch 4 Sisus: Kurt Martin, Stuart Yule, Dan Trepod und ich. Darüber hinaus hatten wir mit Jost Niggemann aus Hamm sozusagen noch einen Sisu im Geiste am Start. Er hatte sich ja zusammen mit 5 Sisus in unserem Mallorca-Trainingslager die nötige Härte geholt. Der Sisu-Fanblock war am Streckenrand mit meiner Frau Heike, Sylvia und Jochen Lebbing sowie den schon regelmäßigen Einpeitschern bei den Langstrecken, Katrin und Andrae, den Rennsteig- und Marathon-Läufern, lautstark vertreten. Die Leistung den Tag an der Strecke zu verbringen ist nicht hoch genug einzuschätzen bei den Wetterbedingungen. An der Stelle gebührt der Dank für die Unterstützung.

Die Wetterbedingungen waren der Sommersportart Triathlon leider nicht angemessen. Als wir freitags in Roth ankamen, um die Startunterlagen abzuholen, war es noch trocken und warm. Samstags hatte es sich merklich abgekühlt und es hat häufig geregnet. Das hatte sich dann leider zum Rennsonntag noch gesteigert, es gab weitere Abkühlung und Regen. Der Schwimmstart erfolgte in verschiedenen Wellen, die Profis und das Frauenfeld um 6.20 Uhr vorneweg, der Rest am 6.55 Uhr in Blocks zu 5-Minuten-Abständen. Zu Zeiten der Chip-Zeitmessung ist das aber kein Problem. Für mich begann das Rennen in der Welle kurz vor 7 Uhr mit der wärmsten Disziplin des Tages. 3,8 km Schwimmen im knapp über 20 Grad warmen, für den Schiffsverkehr gesperrten Main-Donau-Kanal waren zu absolvieren. Das Schwimmen lief problemlos, der Vorteil an der Kanalstrecke ist auch, dass die Orientierung leicht fällt, weil das Ufer immer im gleichen Abstand zu sehen ist und insofern nicht mühsam Fixpunkte gesucht werden müssen.

Nach knapp 1 Stunde hatte ich das Ende der Schwimmstrecke erreicht. Beim Gang ins Wechselzelt ist mir offensichtlich nicht aufgefallen, dass zwischenzeitlich der Regen an Stärke zugenommen hatte. Eine Regenjacke hatte ich gar nicht dabei; dieses Rennen hat mich gelehrt, künftig auf jeden Fall daran zu denken, eine mitzunehmen. So bin ich im Tria-Einteiler bei strömendem Regen und 13 Grad auf die Radstrecke. Bedingungen, bei denen ich nicht auf die Idee kommen würde, im Training auf das Rad zu steigen. Vorgenommen hatte ich mir eine Gesamtzeit von unter 9:30, wobei ich davon ausgegangen bin, unter 5 Stunden radeln zu müssen, wenn anschließend noch eine 3:30 im Lauf steht. Das Wasser auf der Straße hat mich dann doch etwas mehr Vorsicht walten lassen. An den Anstiegen hat dann nicht nur der Berg, sondern auch das entgegen fließende Wasser die Fahrt erschwert. Nach 20 Minuten Fahrzeit wurde es mir leider durch die ungünstige Bekleidung kühl, so dass ich mich mit Zähneklappern und teilweise Muskelzittern über die Strecke bewegt habe. Die ersten 100 km liefen daher nicht so wie erwünscht, zumal ich durch die Bedingungen auch etwas lustlos war. Danach hatte es zumindest aufgehört zu regnen, es wurde mir etwas wärmer, so dass die letzten 80 km etwas besser liefen. Mit einer 5:08-er Radzeit kam ich dann zum 2. Wechsel.

Wahnsinn, wie gerade die Frauenspitze über den Radkurs gefegt ist. Die Zeiten haben ja letztlich zu Weltbestzeiten gereicht. Also ist wohl doch Augen zu und durch das Rezept für schnelle Radzeiten bei Regen.

Nach dem 2. Wechsel hatte ich grob abgeschätzt, dass mit 4:45 bis 4:50-er Zeiten pro Laufkilometer die 9:30 noch erreichbar sind. So bin ich dann entsprechend in den Lauf gestartet und wollte sehen, ob ich das Tempo halten kann. Der Regen hatte zu der Zeit nicht wieder angefangen, so dass mit vielleicht zwischenzeitlich 16 bis 17 Grad die Bedingungen ideal zum laufen waren. Die Laufstrecke führt zum Großteil am Ufer des Main-Donau-Kanals entlang, dort ist es daher ebenerdig und gut zu laufen. Nur zum zweiten Wendepunkt bei etwa km 29 ist die Strecke leicht ansteigend. Nach gut 30 Laufkilometern waren die Sisu-Fans zum letzten Mal vor dem Ziel zu sehen und haben den Ansporn für die abschließenden fiktiven 2-Schlachtensee-Runden gegeben. Da sich die Beine noch ganz gut anfühlten, konnte ich etwas zulegen. Mit der 3:15-er Laufzeit konnte ich daher die 9:30 doch noch knacken; vor dem Rennen hätte ich das nur über das Rad fahren für möglich gehalten. Ich denke, dass sich beim Lauf auch meine Teilnahme an unserem Lauftraining positiv auf die Tempohärte ausgewirkt hat. Nachdem die Regenschlacht beendet war, habe ich die Massage und Zielverpflegung genossen. Das war wie bei meinen beiden vorherigen Starts in Roth einwandfrei und hat bei mir keine Wünsche offen gelassen. Insbesondere fand ich die heißen Duschen sehr belebend. Toll war, dass es sich um richtige Brausekabinen gehandelt hat, also nicht nur ein Duschzelt mit dünnem Wasserstrahl, wie man es von den großen Marathons kennt.

Unsere genannten weiteren Starter haben auch alle das Ziel erreicht, wer hätte auch daran gezweifelt. Dan kam strahlend nach 10:47 über die Ziellinie, dicht gefolgt von Stuart, der nach 10:50 das Ziel in seiner ersten Langdistanz ereichte. Kurt Martin kam nach dem schnellsten Sisu-Radsplit mit einer Zeit von 10:52 eingelaufen. Jost, unser Sisu im Geiste, hat seine erste Langdistanz ebenfalls mit 10:47 gefinisht.

Der Abschluss war mit Fleischbergen, wie es sich gehört, beim Griechen. Das Finisher-Bier hatten sich die Aktiven auf und an der Strecke schmecken lassen. Jetzt ist erst Mal 2 Wochen Pause; in der Zeit können wir dann auf schöneres Sommerwetter für die Restsaison hoffen.


© TriGe Sisu Berlin; 20.7.2008