Challenge Roth (Langdistanz) - 13.7.2014

Langdistanz 3,8 – 180 – 42,2 km

=> Bericht Micha Noll

von Jochen Becker

Nach 5 Wochen Abstand zur Challenge Roth 2014 habe ich mich nun doch entschlossen, ein paar Zeilen zu schreiben. Die ausführliche Berichterstattung hat bereits in den Medien gute Vorarbeit geleistet, deshalb muss ich euch vermutlich über die Challenge in Roth im Allgemeinen wohl nichts mehr erzählen.

Mein persönliches Ziel war auch in diesem Jahr wieder die Sub9, also die Ironmandistanz unter 9 Stunden zu finishen (was bisher erst 190 Deutsche in der Ironmangeschichte überhaupt geschafft haben, Quelle: wikipedia). In der Vorbereitung lief es bis dato sehr gut, so war ich bis kurz vor Roth hochmotiviert, mein persönliches Ziel zu erreichen.

Ich begann wie die Jahre zuvor 14 Tage vorher mit dem sog. Tapering, also dem Runterfahren der Trainingsbelastung. In den letzten Jahren spürte ich dann auch spätestens eine Woche vor der Langdistanz die Form langsam kommen. Dieses Jahr blieb das Gefühl dann leider aus. Ob es an den heißen Tagen zuvor lag, kann ich nicht beurteilen, aber gut möglich. Trotzdem war ich zuversichtlich, denn Wettkampftag ist dann Wettkampf, und der macht ja gewöhnlich insbesondere auf einer Langdistanz seine eigene Regeln und Gesetze. Und so sollte es dann auch kommen...

Im Schwimmen wollte ich mich von Beginn an eine schnelle Gruppe hängen, allerdings war es beim Start unmöglich die Übersicht zu behalten, und ich musste mich einfach ins Hauptfeld einordnen. Meinen Rhythmus fand ich dann relativ schnell. Eine gleichwertige Gruppe blieb aber leider aus. Meine direkten Mitkonkurrenten schwammen mir zu unrhythmisch und auch alles andere als eine Ideallinie. Somit schwamm ich einfach meinen Rhythmus und auch eher den direkten Weg. Erst an der letzten Wende kam ich an die nächste Gruppe heran und konnte bis zur WZ1 ein paar Körner sparen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht welche Zeit auf der Uhr stand. Schwimmzeit: 1:01 h, Okay!

Nun begab ich mich auf das Rad, um wenigstens dort persönliche Rekorde zu brechen. Ich fühlte mich zwar gut, aber letztendlich bin ich dann vielleicht doch die erste Runde etwas zu langsam angegangen. Im Nachhinein hatte ich das Gefühl ich hätte schneller fahren können. Die angepeilte Zeit von 4:40 h konnte ich dann leider auch in der zweiten Runde nicht mehr rausfahren. Somit erreichte ich die WZ2 mit einer Radzeit von 4:56 h.

Danke, hier nochmal an die Sisus, die an einer wirklich schwierigen Stelle vor Hilpoltstein standen und mich den Berg vor dem Solarer Berg hochpeitschten. Die Stimmung an den Nestern ist einfach grundsätzlich unglaublich. Gänsehaut pur! So, nun kam ich also hochmotiviert und auch relativ entspannt in die Wechselzone 2 und ich wusste, dass ich die Sub9 nur noch über einen perfekten Lauf schaffen konnte. Ich fühlte mich wirklich gut, da ich mich beim Radfahren noch nicht verausgabt hatte. Der Wechsel ging auch relativ schnell (incl. Eincremen) in 1:20min. (21. Wechselzeit).

Ich lief meinen angestrebten Schnitt für die ersten 21 km. Schnell merkte ich allerdings die heisse Wand. Und ungewollt änderte ich meinen gewohnten Laufstil. Nach dem leichten Anstieg nach km 1 kam ich plötzlich auf den Vorfuß, das fühlte sich einfach gut und viel leichter an. Und so lief entschlossen diese Technik weiter, bis km 15 – was dann geschah, war etwas unvorhergesehen. Die Hitzewand von 32 °C wurde einfach zu stark, obwohl ich das selbst gar nicht so empfand, und ich musste dort am ersten kleinen Anstieg schon eine Gehpause einlegen. Nun wurde es ein Kampf mit der Hitze und mit mir, und bei Kilometer 21 begegnete ich dann wieder der Sisu-Fankurve.

Erst bei Kilometer 32 konnte ich mich wieder einigermaßen sammeln und bis Roth 10 km locker durchlaufen. Spätestens in der Altstadt von Roth wusste man, dass man es geschafft hatte. Mit letzter Kraft (und weiterhin auf dem Vorfuß) lief ich dann den kurzen Anstieg vom Marktplatz auf den letzten Kilometer. Die Zielzeit war mir zu diesem Zeitpunkt egal. Ich freute mich auf den Zieleinlauf im Stadion mit meinem Sohn Noah, da das die letzten Jahre leider nie geklappt hat, und somit fand auch ich ein glückliches versöhnliches Ende bei der Challenge Roth 2014 nach 10:00:18 h.

Glückwunsch auch an die beiden Sisu-Finisher Reiner und Jim. Tolles Ergebnis und Erlebnis!

Platz   AK  Name               Verein          AK   Endzeit   swim    T1    bike   T2    run
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   1     1  Carfae, Mirinda    Boulder         WPro  8:38:53    55:24 1:43 4:46:48 1:33 2:53:27
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   1     1  Bracht, Timo       Powerhouse Tri  MPro  7:56:00    48:58 1:24 4:19:59 1:08 2:44:32
 155    36  Becker, Jochen     Sisu Berlin     M40  10:00:18  1:01:07 2:06 4:59:29 1:19 3:56:18
 803   169  Towe, Jim          Sisu Berlin     M35  11:19:05  1:03:37 2:24 5:47:57 4:04 4:21:05
1954    58  Buschick, Reiner   Sisu Berlin     M55  13:31:46  1:27:19 7:15 6:09:10 9:16 5:38:48
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© TriGe Sisu Berlin; 1.9.2014