Bericht Ironman 70.3 Rügen 14.9.2014

von Jochen Becker

=> Bericht Martin

Als ich am Donnerstagabend am IRON BAY an der Seebrücke ankam war ich von der Atmosphäre am Strand begeistert. Beim Blick auf das Meer bei einer frischen Brise landeinwärts kann man schon nach längerer Abstinenz vom Meer Gänsehaut bekommen. Bei dem Gedanken hier am Sonntag schwimmen zu müssen, kam aus der Gänsehaut aber auch ganz schnell Angstschweiss. Ich nahm mir vor am Freitag mal gegen die Wellen zu üben, aber daraus wurde dann nix. Der Respekt vor den ca. 1,5m hohen Wellen mit sehr starken Brandung und dem kritischen Blick der DLRG war einfach zu groß.

Nun entschied der Veranstalter glücklicherweise für alle Beteiligten auf das Schwimmen zu verzichten und einen Duathlon daraus zu machen.

Sonntag ab 10:00 Uhr ging es dann bei strömenden Regen für alle in den div. Startblöcken los. Ich wollte die 5 km schnell angehen, um anzutesten, wer ausser mir noch schnell laufen konnte. Und ich mußte feststellen, das waren doch 10 mehr als ich dachte. Mit einer Zeit von rund 19 Minuten kam ich dann in die WZ 1. Stephen hielt sich ein wenig zurück, was ja auch auf Grund seiner Radleistungen in der Vergangenheit Vernünftig war. Der IRONMAN ging also in die zweite Runde.

Da ich die Strecke nicht kannte und doch ein paar heimtückische Gefahrenstelle lauerten ging ich die erste Runde zwar sehr schnell, aber vorsichtig an. Da es mein letzter Wettkampf und auf der Mitteldistanz mein Saison-Höhepunkt werden sollte, gab es keinen Grund dafür nicht alles zu geben. In der Rennen zuvor lief es ja auch überraschend gut ohne Druck. Nun war aber Druck vorhanden und ich wollte unbedingt die WM-Qualifikation für 2015 in Zell am See. Zufrieden mit einer sehr guten 8.Radzeit von 2:28:35h (Zeitgleich mit 1. Frau Yvonne van Vlerken) bei nicht einfachen Bedingungen kam ich dann in die Wechselzone 2.

Da ich erfahrungsgemäß ein guter Läufer bin, ging ich bei meinem 2. Duathlon überhaupt wie gewohnt auf die Halbmarathondistanz. Ich konnte mir das Rennen auch relativ gut einteilen und fühlte mich auf den ersten beiden Runden gut. Doch dann kam doch der unerwartende Einbruch in der 4. und letzten Runde. Auf den letzten 3 Kilometern mußte ich mit mir kämpfen, wie kaum bei einem vergleichbaren Rennen je zuvor. Mein eiserne Wille unbedingt die WM-Qualifikation zu erreichen hielt mich weiterhin am Laufen. Mit letzten Kräften kam ich auch ins Ziel. Die Freude hielt sich aber leider in Grenzen. Auf den letzten Metern wurde ich leider noch von 2 Gegnern überholt und machte somit anstatt den sicheren 8. Platz nur den 10.Platz.

Ich war natürlich sehr enttäuscht kann mir aber nicht vorwerfen keine 110% gegeben zu haben. Leider war das ausgerechnet heute nicht ausreichend. Am Abend hoffte ich dann noch als Nachrücker auf den Slot, aber leider fehlten am Ende ein Platz oder 3 Sekunden für den WM-Slot für 2015. Eine bittere Niederlage, aber ich als komme damit klar.

Habe mich am gleichen Abend für den IRONMAN 70.3 im Kraichgau am 07. Juni 2015 angemeldet … da gibt es dann noch mehr zu holen!?? Glückwunsch und Dank auch an Stephen und Martin, die mich auch außerhalb des Rennens hoffnungsvoll motiviert und unterstützt haben.

Nun mach ich erstmal 3 Wochen Trainingspause um neue Energie zu sammeln. Ich wünsche allen eine erholsame Offseason 2014.


© TriGe Sisu Berlin; 19.9.2014