Sachsenring-Triathlon, 12.09.2010 - Olympische Distanz (750m-40km-9km)

von Manuela Behrendt

Nachdem Bertram und Sascha über den Saisonabschluss von 10 Sisus in Kallinchen und einem Sisu am Maschsee berichteten, ergänze ich nun mit unserem Saisonabschluss beim Sachsenring-Triathlon. Kurz gesagt, war der Wettkampf der "Tough-Guy" im Triathlon auf der Olympischen Strecke. Aber nun mehr:

Die Anreise am Wettkampftag war noch relativ entspannt und auf dem Weg von Dresden - hier haben wir am Vortag den Geburtstag meines Vaters gefeiert - nach Callenberg begegneten uns auf der Autobahnraststätte auch schon die ersten Mitstreiter vom TUS Neukölln. Der Start war für 13:30 Uhr angesetzt, so dass wir Zeit fürs Ausschlafen hatten.

Der Streckenplan auf der Homepage des Veranstalters suggerierte uns ein flaches und unkompliziertes Profil des Wettkampfes. Hurra - nach Berlin Man wieder etwas zum Spaß haben und Tempo machen. Gerade für Frank, der ja bekannterweise seine erste Olympische vor sich hatte und Berge nicht besonders liebt.

Doch schon beim Eintreffen an der Strecke trat die erste Überraschung auf. Wir wurden von einer gut besuchten Sommerrodelbahn empfangen. Um eines deutlich zu sagen: An einer Rodelbahn ist es nicht flach. Genau so wenig flach war die Wechselzone, die schräg zur Uferböschung in einer doch recht extremen Neigung angeordnet war. So manch ein Rad rutschte beim Einhängen in das Radgestell einfach in Richtung See nach unten durch und nahm dann gerne weitere Räder mit.

Das Wasser hatte satte 16,6 Grad und schon der erste Fuß ins Nass verhieß - au Backe! Wenigstens schien die Sonne und schon vor dem Schwimmen freuten wir uns auf das "Danach". Noch! Nach einer ordentlichen Schwimmzeit ging es in die verrückte Wechselzone. Bei gefühlten 45 Grad Schräglage war es trotzdem schnell gemeistert und es ging auf die Radstrecke. Bevor jedoch der Rundkurs über 6 Runden erreicht wurde, musste eine Zufahrt gemeistert werden, die eher einer Cross-Country-Strecke glich. Obwohl der Boden mit Teppich ausgelegt wurde, war dieser ca. 400 Meter lange Abschnitt sehr gefährlich und es ist auch unglücklicherweise zu mehreren Stürzen gekommen. Der anschließende Streckenverlauf war stark profiliert (permanentes Auf und Ab). In Erwartung, dass Frank mich auf der Radstrecke einkassiert, zumal er dies noch beim Start angedeutet hat, spulte ich meine Runden runter, doch Frank kam nicht in Sicht. Später sollte sich herausstellen, dass Frank an diesem Tag in seiner eigentlich starken Disziplin zu viele Körner lassen musste oder möglicherweise doch zu viel Rotwein am Vorabend getrunken hat.

Doch die echte Qual sollte erst noch kommen. Nach dem Wechsel auf die Laufstrecke ging es erstmal an der Seite der Sommerrodelbahn hoch! Und es sollte danach noch zweimal bewältigt werden. Schon hoch gehen war anspruchsvoll. Wer es bis oben geschafft hatte, wurde von einem Bergabstück belohnt. Danach ging es jedoch wieder bergauf. Dann wieder bergab, dann wieder bergauf und so weiter. Im hinteren Streckenverlauf folgte ein längeres Bergabstück. Wie erholsam, wenn der Boden nicht wie Fango gewesen wäre, denn unten offenbarte sich nur noch morastiger und schlammiger Waldboden. Spätestens hier fühlte man sich an den Tough-Guy erinnert (wen es interessiert: http://www.toughguy.co.uk).

Spätestens auf der Laufstrecke spürte auch ich den Rotwein des Vorabends und ich wünschte mir ein schnelles Ende. Doch das Ende dauerte. Mindestens noch 2 weitere Laufrunden. Nach 2:40 h kam ich endlich ins Ziel - als zweite Frau (hurra) von ... drei Frauen, die angetreten waren. Eigentlich hatte ich mir eine Zeit von ca. 2:30 h vorgenommen, unter der Annahme, dass die Strecke flach ist.

Im Ziel wartete ich nun auf Frank. Nach unvermutet langer Zeit kam er jedoch auch im Ziel an und hat sein gesetztes Zeitziel von unter 3 Stunden bei seiner ersten Olympischen erreicht.

Ingesamt haben Frank und ich unsere Ziele in unserer ersten richtigen Triathlonsaison erreicht und wir gehen nun zufrieden in die Winterphase. Zum Saisonausklang und zur Entspannung sind wir beide dann für eine Woche nach Teneriffa geflogen, wo wir JEDEN Tag Rotwein genossen. Salud!

Ergebnisse (62 Männer, 3 Frauen im Ziel):

Pl AK  Name               Verein        AK   gesamt   swim  bike    run
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 1  1  Drews, Sophie      OSC Potsdam   WJA  2:08:58  18:23 1:12:04 38:31
 2  1  Behrendt, Manuela  Sisu Berlin   W30  2:40:04  28:05 1:20:27 51:30
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 1  1  Fenske, Norman     TuS Neukölln  MH   1:56:50  19:54 1:02:39 34:16
64 59  Behrendt, Frank    Sisu Berlin   M40  2:58:03  31:32 1:22:17 64:13
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© TriGe Sisu Berlin; 16.9.2010