Volkstriathlon Spremberg 11.6.2017

von Denise Kottwitz

Große Siegerehrung

Zu Hause ist doch am schönsten – nicht nur zum Trainieren sondern auch zum Wettkämpfen, und so nehme ich natürlich wieder am Spremberger Volkstriathlon teil. Ambitioniertere Athleten nutzen die Veranstaltung zum Form– oder Materialtest oder als intensive Trainingseinheit, für Volksportler ist es die Herausforderung des Jahres. Eine gesunde Mischung beider Sporttypen ist auch in diesem Jahr wieder am Start im Spremberger Freibad.

Mit der Bezahlung des Badeintritts (4 Euro) ist auch gleich die Startgebühr entrichtet. Nach Teilnahmeschluss (30 Minuten vor Start) berichtet Hauptorganisator und Moderator Peter stolz, dass man sich ein Computerprogramm zur Zeitnahme zugelegt habe und nun auf eine reibungslose Auswertung hofft. Im letzten Jahr ging nämlich die Siegerehrung so schief, dass bei den Herren ein falsches Podium gekürt wurde. Hoffentlich klappt es diesmal besser.

Das neue Programm übernimmt dann auch die Auslosung der Startnummer. Eine Besonderheit bei diesem Wettkampf ist der Einzelstart, der im Abstand von einer Minute erfolgt. Ich bin Startnummer acht. Nach meinem Startpfiff sind ein paar Meter zulaufen, dann wird mir Bahn vier zugewiesen. Das Wasser ist angenehm kühl, ich schaffe es diesmal sogar meine Bahnen mitzuzählen und somit ohne Zwischenfrage die 500 Meter durchzuschwimmen. Wir sind maximal drei Leute auf der Bahn – also keine Prügeleien wie bei manch anderem Wettkampf. Raus aus dem Wasser, vorbei am Zeitnahmezelt und zum Fahrrad. Hier gibt es die weitere Besonderheit des Rennens. Statt einer Startnummer gibt es ein Leibchen, welches getragen werden muss. Im Laufe der Jahre entwickelt man selbst dafür eine Technik, um dies schnell über den nassen Einteiler zu streifen.

Mit dem Rad geht es aus der Stadt auf eine Straße durch den Tagebau – einmal hin und zurück um knapp 20 Kilometer zurückzulegen. Wind gibt es auf dieser Strecke immer, zum Glück auch in diesem Jahr den Rückenwind auf dem Heimweg. Für mich ist es einsam auf der Strecke: ich überhole noch eine Frau und registriere noch weitere 3 Teilnehmer vor mir. Die zwei jugendlichen Teilnehmer und die spätere Gewinnerin – ihren recht großen Abstand registriere ich schon auf der Radstrecke.

Auf der Rückstrecke sehe ich auch zwei Gruppen: Windschatten fahren ist in diesem Rennen zwar nicht verboten, aber auf Grund des gestaffelten Starts auch fast unmöglich. Jedenfalls beobachte ich so eine Situation das erste Mal in all den Jahren.

Zurück im Schwimmbad schickt mich meine Verwandtschaft jubelnd auf die Laufstrecke, die doch tatsächlich meinen Start verpasst hat (das startet man schon mal in der Heimat!). Zu Laufen sind drei Runden um das Schwimmbad, viereinhalb Kilometer. Die Strecke hat es aber in sich: über eine Wiese, dann ein langgezogener Anstieg an ein paar Häuschen vorbei, zwei scharfe Linkskurven, dann Geschlängel durch zwei Schranken, dann durch den Wald und bergab ins Schwimmbad mit ein paar Spitzkehren und wenn man dann noch Pech hat – an den Badegästen mit dem Riesenschwimmreifen vorbei.

Durch meinen zeitigen Zieleinlauf kann ich noch die anderen Starter bejubeln. Gerade unter den Staffeln sind viele Freunde und Bekannte, und so macht auch das Zuschauen richtig Spaß. Bei der Siegerehrung wird jeder nach vorn gerufen. Für mich ist es in diesem Jahr mal wieder Platz zwei. Allerdings wird meine Zeit mit zwei Minuten zu wenig angesagt. Als dann die TopTen der Männer deutlich langsamer als meine Endzeit ist, werde ich stutzig. Alle anderen auch: die neue Technik scheint versagt zu haben. Daher gibt es bei der Männerehrung erstmal nur Medaillen. Aber nach kurzem Nachrechnen wird klar: Reihenfolge stimmt, nur bei den Frauen alle zwei Minuten weniger, bei den Männern dreizehn Minuten. Das Durcheinander ist etwas schade, aber am Ende gibt es die richtigen Zeiten und jeder ist sein eigener Sieger.

Alles in allem wieder ein schöner Wettkampf, der vor allem ein Volkstriathlon ist und hoffentlich bleibt – bei dem gern auch aktive Triathleten gesehen sind.

zur Veranstalter-Website

Pl  Name              Verein       swim bike  run   gesamt
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 1  Cummerow, Sandra  TV Dresden   6:59 35:05 19:21 1:01:25
 2  Kottwitz, Denise  Sisu Berlin  8:45 36:21 20:13 1:05:19
 3  Wetzk                         11:24 37:38 23:49 1:12:51
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 1  Schulze, Matthias              8:36 31:09 17:05   56:50
 2  Lüderitz, Robert               7:55 30:51 19:24   58:10
 3  Liebich, Christian             9:08 32:27 17:07   58:42
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© TriGe Sisu Berlin; 18.6.2017