Bericht Spremberger Stauseelauf 13.9.2014

von Denise Kottwitz

Am letzten Wochenende fand mein Lieblingshalbmarathon statt: der Lauf um den Spremberger Stausee. Familiär, wie alle Läufe des Niederlausitzcups, galt es einmal den Stausee zu umrunden (19 km) und mit einem kleinen Abstecher als Wendepunktstrecke zwischen km 13 und 15 die Halbmarathonstrecke zu bewältigen. Traditionell sind wenige Frauen am Start, da die 10 km für die Damenwertung im Niederlausitzcup als Hauptstrecke deklariert ist und damit mehr Punkte gibt. Für mich zählen die Punkte nur am Rande, vielmehr ist es die richtige Krafteinteilung auf der Runde um den See: denn die Strecke ist weder flach noch gerade. Ein regelmäßiges auf und ab, gespickt mit zwei längeren Anstiegen sorgen für Abwechslung und Herausforderung.

Gestartet wird gemeinsam mit den 5 und 10 km Läufern, die auf einer Wendepunktstrecke laufen - und so nach 5 Kilometern klar ist, wer mit auf der Halbmarathonstrecke kämpft (wenn man es nicht vorher an den Nummern ausgelotet hat). Bei km 7 - gerade ein mäßiger aber langatmiger Anstieg - laufe ich in einer kleinen Gruppe und höre: "unter 1:45h, das ist ambitioniert". Die Frau neben mir sagt, dass sie das heute sicher nicht durchhalten werde. Ich will, in Anbetracht der Strecke, fast mit einem "ich auch nicht antworten", aber sofort kommt mir in den Sinn, was ich vor ein paar Tagen über Trainingspsychologie gelesen habe. Was man laut ausspricht, redet man sich ein. Also konstatiere ich für mich selbst: "aber man kann es versuchen".

Die Zweiflergruppe wird mir zu langsam und ich finde einen anderen Mitläufer, wir bleiben bis km 15 zusammen, d.h. beim längeren Anstieg laufe ich davon, er holt mich bergab wieder ein. Dann verbinde ich Zeit, Kopf und Gefühl in den Beinen: auf Bestzeitkurs. Das noch ein Viertel der Strecke zu bewältigen ist, ignoriere ich. Beflügelt von dem angepeilten Ziel, geht es noch besser voran als die Kilometer davor. Zudem scheinen sich ein paar Herren verschätzt zu haben, und das "einsammeln" macht mich noch euphorischer. Bei km 20, immer noch auf Bestzeitkurs, überhole ich noch mal zwei Herren - die ich aber nicht zum Mitziehen bewegen kann. Zum Schluss geht es nur noch bergan, ich verbiete mir auf die Uhr zu gucken und spurte ins Ziel - 1:42:52h. Bestzeit! Rekorde fallen immer wenn man am wenigsten damit rechnet.

Für die Gesamtsieger gibt es einen Pokal, ich lande auf Platz zwei und bekomme Blümchen. Außerdem wird jeder Teilnehmer auf das Podium gebeten, es gibt eine Urkunde und das ultimative SV Wacker-Komptendorf Duschbad. Mal wieder ein toller Lauf, wenn jemand mal in der Gegend ist: die Läufe des Niederlausitzcups sind alle zu empfehlen, aber dieser hier besonders.

Ergebnisse und Infos unter Niederlausitzcup.de


© TriGe Sisu Berlin; 21.9.2014