Bericht Storkower Triathlon 5.7.2015

von Dirk Bettge

Mittelmeerwetter am Storkower See: bis 36 °C, schwacher Wind, sonnig. Wasser 24 °C.

Hitzeschlacht nennt man sowas gemeinhin, doch das kam mir gerade zu profan vor. Mittelmeer klingt irgendwie besser, und das Schwimmen war auch sehr angenehm, Radfahren gerade noch OK, aber der 10 km-Lauf zum höchsten Sonnenstand bei ca. 35 Grad im Schatten war schon echt heiß. Waren wir echt erst vor 2 Wochen im Spreewald bei 15 Grad und Regen unterwegs?

Morgens beim Aufbruch war ich plötzlich total nervös, obwohl es eigentlich nicht um viel ging. Das AK-Podium schien mir nur mit sehr viel Glück erreichbar, während sich Sonja gute Chancen auf Gesamtsieg und BBM-Titel ausrechnete. Jedenfalls schien uns ein Start bei diesem Wetter machbar, schließlich ist es auf Hawaii selten kühler und beim gleichzeitig laufenden Ironman Germany in Frankfurt würde Stephen Bode auch ziemlich leiden (update: ich sehe gerade, dass Stephen das Rennen aufgegeben hat).

Es war sehr hilfreich, schon lange vor dem Start öfter mal im See unterzutauchen, um sich halbwegs kühl zu halten. Etwa ein bar weniger Anfangsdruck auf den Reifen beim Aufpumpen auf dem Parkplatz erschien uns ebenfalls ratsam, das waren 7 bar bei den Damen und 7,5 bei mir, der volle Wettkampfdruck würde in der Wechselzone solar entstehen. An vielen Plätzen wurden Handtücher über die Laufräder gehängt, vielleicht keine schlechte Idee. Ich konnte die Felge meines Scheibenrads kaum noch berühren, so heiß war die schließlich. Ein paar Plätze weiter ging ein Vorderrad mit beeindruckendem Knall hoch.

Kurz-Triathlon 1,5 S - 38 R - 10 L mit Berlin-Brandenburger Meisterschaft

Gesamtsieg und Meisterschaft für Sonja

Alle 9 Sisus traten diesmal auf der Kurzstrecke an, auf der die diesjährige Berlin-Brandenburger Meisterschaft (BBM) ausgetragen wurde. Entsprechend war das Starterfeld auch deutlich größer und schneller als bei den letzten olympischen Wettkämpfen wie z.B. Spreewald, Werbellinsee und Neuruppin. 225 Triathlet/inn/en stürzten sich jedenfalls in den angenehm warmen Storkower See. Dass ohne Neo geschwommen würde, daran hatte seit Freitag eigentlich niemand mehr gezweifelt, wir hatten die Dinger diesmal gleich zu Hause gelassen.

Die 9 Sisus (Fotos: TV Fürstenwalde)

In der ersten Welle waren alle Männer bis einschließlich M40 unterwegs (darunter Jochen und Ingo), gut 20 Minuten später folgten die Männer ab M45 zusammen mit dem Frauenfeld. Jochen war beim Schwimmen der ersten Welle gut unterwegs und fuhr eine hervorragende Radzeit. Beim Laufen musste auch er Federn lassen, eine 42er Zeit auf 10 km ist normalerweise unter seiner Würde. Insgesamt aber ein schneller Wettkampf und Platz 1 in der M40. Ingo hatte auf dem Rad technische Probleme und überhaupt einen nicht so guten Tag, konnte daher in unser Masters-Rennen nicht wirklich eingreifen. Nach seinem DNF am Werbellinsee wegen Verlaufens bei sehr guter Platzierung eine ärgerliche Erfahrung.

Sonja hatte spekuliert, ob ich sie ohne Neo auf dem Rad überhaupt kriege, das gab mir schon zu denken. Während Sonja Vollgas bis zur ersten Boje sprintete und nach 1.500 Metern tatsächlich als erste aus dem Wasser rannte, wartete ich nach dem Startschuss erstmal 3 Sekunden, um dann ganz rechts ohne Geprügel auf die Direttissima zur ersten Boje ausscheren zu können. Trotz aller Tricks – 4:20 min Rückstand hatte ich nach dem Schwimmen. Infolgedessen wurde es eine erstaunlich lange Aufholjagd auf dem Rad. Harry hatte Sonja bereits nach der ersten Wende, gab aber anschließend wegen der Hitze auf. Ich brauchte noch bis Kilometer 31 der nur 37,5 km langen Radstrecke – zu wenig Vorsprung für die Laufstrecke, obwohl wir uns diesmal alle quälen mussten und uns ständig Wasser überkippten. Sie lief einem letztlich ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen und wurde damit auch Berlin-Brandenburger Meisterin.

Carl schwamm diesmal besser als am Briesensee und stieg nur eine Minute hinter mir an Land. Auf dem Rad konnte ich aber wieder genug Vorsprung herausfahren, der bis ins Ziel reichte. Sven fuhr nach ordentlichem Schwimmen auch ziemlich gut, vielleicht etwas zu ambitioniert, und wurde noch etwas durchgereicht. Frank wurde zweiter in der M60. Und Susi sagte mir gerade, ich soll schreiben, sie hätte nach hinten abgesichert. Das klingt mir zu harmlos, immerhin wurde sie nach der Mittelstrecke wiederum AK-Dritte der BBM. Dabei hatte sie noch einen Logistik-Unfall auf der Radstrecke dergestalt, dass beim Griff in das Verpflegungstäschchen die schönen Powershots als fadenziehender Klebeklumpen an ihrer Hand hingen und sich nur mit einigem Aufwand und Geschick wieder trennen ließen (von der Hand). Sollte man sich merken, Gels sind bei solcher Hitze doch besser.


Frauen gesamt, Männer gesamt, M40 und M60 (die Podien der BBM waren hier jeweils identisch)

Video

Hier ist das Wettkampf-Video von Domenic.

Einen großen Dank wiederum an den TV Fürstenwalde für die professionelle Veranstaltung und die gute Versorgung der Teilnehmer bei diesem extremen Wetter! Das Finisherbrot haben wir zum Kaffee bereits mit Butter genossen, sehr lecker.

182 Maenner und 35 Frauen im Ziel, 8 DNF
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 Pl Name,Vorname         Verein               AK  Pl  gesamt   swim       bike         swim+bike    run 
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  1 Bettge, Sonja        Sisu Berlin          W20  1  2:13:40  23:48(  4) 1:06:14( 75) 1:30:02( 39) 43:38( 40)
  2 Pfaffinger, Sabine   TuS Neukölln Berlin  W40  1  2:20:58  25:58( 37) 1:08:38(103) 1:34:36( 64) 46:22( 69)
  3 Braun, Vera          SCC Berlin           W25  1  2:23:32  27:46( 58) 1:10:51(133) 1:38:37( 92) 44:55( 54)
 26 Bettge, Susi         Sisu Berlin          W45  6  2:48:36  34:53(171) 1:17:32(181) 1:52:25(186) 56:11(168)
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  1 Kerkel, Thomas       TSV 92 Freiberg      M35  1  1:57:51                          1:21:30(  3) 36:21(  2)
  2 Kindel, Matthias     TuS Neukölln Berlin  M25  1  1:59:15  24:06( 10)   57:23(  1) 1:21:29(  2) 37:46(  4)
  3 Meißner, Maximilian  Dowe Sportswear      M25  2  1:59:45  24:02(  8)   57:53(  3) 1:21:55(  5) 37:50(  5)
 15 Becker, Jochen       Sisu Berlin          M40  1  2:07:17  25:14( 26)   59:59(  6) 1:25:13( 12) 42:04( 27)
 34 Bettge, Dirk         Sisu Berlin          M45  6  2:14:10  28:08( 64) 1:01:36( 16) 1:29:44( 33) 44:26( 50)
 47 Isaac, Carl          Sisu Berlin          M45  8  2:17:17  29:01( 74) 1:04:54( 55) 1:33:55( 58) 43:22( 37)
 69 Hertzsch, Ingo       Sisu Berlin          M40 11  2:22:41  28:23( 69) 1:05:02( 56) 1:33:25( 55) 49:16(102)
 96 Kopisch, Sven        Sisu Berlin          M45 18  2:29:56  30:37( 99) 1:04:06( 44) 1:34:43( 66) 55:13(162)
123 Deutschmann, Frank   Sisu Berlin          M60  2  2:36:35  32:24(126) 1:16:54(179) 1:49:18(174) 47:17( 82)
DNF Meissner, Harry      Sisu Berlin          M50              26:15( 40)
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Anmerkung zu den Tabellen: Die Radzeiten beinhalten beide Wechselzeiten.

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© TriGe Sisu Berlin; 5.7.2015, 10.7.2015