Bericht Ironman 70.3 St. Pölten 20.5.2011

von Saschha Kaschewski

Am 20.05.11 ging es für mich zu meinem ersten großen Wettkampf in diesem Jahr. Nach kurzen 7,5 Stunden auf der Autobahn erreichte ich Pöchlarn. Dort hatte ich, wegen meiner späten Buchung, noch ein Hotel gefunden, was mich aufnahm. Meine Unterkunft lag gut 40km vom dem Wettkampfort St. Pölten (nahe Wien) entfernt, was sich vor Ort aber nicht als Problem darstellte.

Einen Tag später ging es dann zur Anmeldung, Radabgabe und dem obligatorischen Messebesuch. Zum ersten Mal machte ich Bekanntschaft mit der Wechselzone und der dazugehörigen Beutelorgie. Ich hatte noch nie am Vortag meine Radsachen und meine Laufsachen in verschieden farbige Beutel getan und dann irgendwo in der Wechselzone an Kleiderhaken gehangen. Fast den halben Tag habe ich gebraucht, um zu verstehen, wie das ganze in der Wechselzone ablaufen soll. Ich bin den ganzen Wechselvorgang mehrfach durchgegangen, aber hatte immer noch so meine Zweifel, dass ich das mit dem Wechsel am nächsten Tag so schaffen würde. Zu allem Übel musste ich auch noch mein Wettkampfrad bei strömendem Regen über Nacht in der Wechselzone lassen. Es war doch noch nie nass geworden.

Zurück im Hotel nahm ich noch mein privates Carbo-loading (diesmal Schnitzel) zu mir und dann ab ins Bett. Vier Uhr, die Nacht ist vorbei. Schnell zwei Nutella Brötchen und einen Kaffee zu mir genommen und los ging es noch mal zu meinem Fahrrad in die Wechselzone. Der Regen hatte weder die Kleiderbeutel noch mein Fahrrad wesentlich beeindruckt.

Nach der letzten Besichtigung meines Fahrrades ging ich dann über diverse Dixi-Toiletten (wieder mal total nervös) zum Schwimmstart. Ein Einschwimmen war nicht möglich, da man kurz hinter dem Einstieg ins Wasser bereits am Start stand. Da es mit 18 Grad nicht gerade richtig warm war, entschloss ich mich erst kurz vor dem Start ins Wasser zu gehen. Dabei rutschte ich auf den kleinen Steinen am Ufer aus und schlug mit meinem Zeh gegen etwas Hartes unter Wasser (AUA!!). Naja, 5 sec später war der Schmerz vergessen und das Adrenalin nahm über – Startschuss!

Die Schwimmstrecke ist in St. Pölten etwas Besonderes. Nach ca. 1 km gibt es einen Landgang. Dieser hat allerdings die Besonderheit, dass er ca. 300 Meter lang ist (bestens für bessere Läufer). Danach geht es in einem zweiten See wieder ins Wasser. Ich brauchte etwas Zeit, um mich nach dem kurzen Sprint wieder an meine Schwimmtechnik zu gewöhnen. Nach etwas mehr als 36 min war meine schlechteste Disziplin vorbei. Ich war ganz zufrieden mit meiner Leistung, zumal sie ja den längeren Fußweg beinhaltete.

Nun kam der Wechselstress, der so entspannt wurde, wie ich es mir hätte nicht erträumen können. Ich fand meine Radsachen sehr schnell, und der Wechsel in einem Wechselzelt (im Sitzen, für die älteren Semester perfekt) war super. Nachdem ich mir die riesige Wechselzone am Vortag angesehen hatte, hatte ich mich entschlossen, das erste Mal meine Radschuhe auf dem Rad anzuziehen und später auch wieder dort auszuziehen. Dies klappte alles hervorragend. Die Radstrecke ist fast total flach, nur zwei kleine Hügel mit insgesamt über 800 Höhenmetern zerstörten meine flüssige Fahrt. Am zweiten Anstieg sah ich zum ersten Mal Wettkampfteilnehmer, die ihr Rad am Berg schoben. Gut, meine etwas mehr als 10 km/h waren auch nicht überwältigend. Bei mittlerweile gut 30 °C verabschiedete sich am zweiten Berg mein Lenkerband. Am Ende der Radstrecke hatte ich an der linken Hand eine schöne Blase. Nach gut 2 Stunden 36 Minuten erreichte ich wieder die Wechelzone. Ich war sehr zufrieden mit meiner Radleistung. Auch der nächste Wechsel klappte bestens.

Nun konnte meine stärkste Disziplin starten. Der erste Kilometer war in 3:50 min geschafft. Eine Zeit so um 4:40 Stunden schien möglich, aber ich sollte sie nicht erreichen. Ab Kilometer 3 begann ich leichte Schmerzen an meinem rechten Fuß zu verspüren. Sollte ich schon eine Blase haben? Ab Kilometer 10 wurden die Schmerzen immer heftiger und mein Schritt immer unrunder. Nur nicht gehen, sagte ich mir immer wieder. In einer für mich überhaupt nicht zufrieden stellenden Zeit (über 1:30 Stunden) erreichte ich das Ziel – so fertig war ich schon lange nicht mehr. Nachdem ich fast 2 Stunden hinter dem Zielbereich komatös herumgelegen hatte, wollte ich wieder aufstehen. Mein Fuß machte mir aber einen kleinen Strich durch die Rechnung. Ich konnte fast gar nicht auftreten. Ein tief blauer mittlerer Zeh lächelte mich an. Eine spätere Untersuchung ergab einen angebrochenen Zeh. Der Aufprall kurz vor dem Start im Wasser war wohl doch etwas heftiger.

Trotz meiner nicht überwältigenden Endzeit (eigener Anspruch) von über 4 Stunden und 50 Minuten kam ich als 17 meiner Altersklasse ins Ziel.


© TriGe Sisu Berlin; 10.6.2011